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Blase

Unter dem Begriff Blase werden in der Medizin vor allem die Gallen- und die Harnblase zugeordnet. Es sind im Wesentlichen Speicherräume, in denen Flüssigkeiten (Galle, Harn) gesammelt und auf bestimmte Reize hin entleert werden.

Gallenblase:

Anatomie:
Die Gallenblase (Vesica biliaris) ist ein rund 9 cm langes, birnenförmiges Hohlorgan. Sie gehört zu den außerhalb der Leber gelegenen (extrahepatischen) Gallenwegen, welche die Leber mit dem Zwölffingerdarm verbinden. Die Gallenblase liegt an der Unterseite der Leber. Ihr Ausgang, der Gallenblasengang (Ductus cysticus), verbindet die Gallenblase mit dem gemeinsamen Lebergallengang. Durch diesen Zusammenschluss von Lebergallengang und Gallenblasengang entsteht der Hauptgallengang (Ductus choledochus), der gemeinsam mit dem Gang der Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerdarm mündet.

Physiologie:
Rund ein halber Liter “Lebergalle“ wird in der Gallenblase zu der grünlichen “Blasengalle“ eingedickt. Die Gallenblase hat ein Fassungsvermögen von ca. 50 Milliliter und dient als Speicher für die in der Leber erzeugte Galle. Bei der Nahrungsaufnahme wird die Galle durch das Zusammenziehen der Gallenblasenmuskulatur über den Gallenblasengang freigesetzt.

Krankheiten: Galle, Gallensteine

Harnblase:

Anatomie:
Die Harnblase (Vesica urinaria) ist ein Hohlorgan, das von einer Schicht aus glatter Muskulatur umgeben ist, die den Detrusor (Austreiber)-Muskel bildet. Sie liegt sich im knöchernen Becken hinter dem Schambein, hinter der Symphyse (Schambeinfuge) und den Schambeinen. Nach oben hin wird sie vom Bauchfell bedeckt. Der zum Rücken gelegene Teil der Blase grenzt bei der Frau an Gebärmutter und Scheide, beim Mann an den Enddarm. Die Blase ist an Bändern aufgehängt, der Blasenkörper ist stark dehnfähig! In der Blase wird der über die Harnleiter zugeführte Urin gesammelt und bei einer bestimmten Füllmenge via Harnröhre ausgeschieden. Wenn die Blase leer ist, liegt sie eng am Schambein an.

Unterschieden werden der

Physiologie:
Die Blase fasst im Schnitt maximal 800 ml. Bei einer Füllung von 300 bis 350 ml setzt starker Harndrang ein, bei manchen Menschen reicht bereits eine geringere Menge. Der Harndrang unterliegt große individuellen Schwankungen, die wiederum durch Trinkgewohnheiten und evtl. auch durch krankhafte Prozesse beeinflusst werden wie z. B. Urininkontinenz, Reflexblase, Reizblase, etc.
Die Blasenentleerung wird gesteuert über die Blasenmuskulatur. Diese sorgt nach oben hin für einen sicheren Verschluss der Harnleiter. Nach unten hin gehen die Muskelzüge des „Detrusors“ in die Muskulatur der Harnröhre über. Am Beginn der Harnröhre befindet sich der innere Schließmuskel der Blase, der M. sphincter internus. Ein äußerer Schließmuskel - M. sphincter externus - im Bereich der Harnröhre besteht aus quergestreifter Muskulatur und kann willentlich gesteuert werden.

Krankheiten:
Die Blasenentzündung (Cystitis) ist eine der häufigsten Erkrankungen der Harnblase. Beteiligt sind Bakterien oder Pilze, die über die Harnröhre aufsteigen und eine Infektion auslösen. Zu 80 Prozent sind E. coli-Bakterien aus dem Enddarmbereich beteiligt. Vor allem bei jungen Frauen sind zunehmend Infektionen mit einem Zellparasiten (Chlamydia trachomatis) zu beobachten. Auch eine genetische Veranlagung spielt bei bakteriellen Harnwegsinfektionen eine Rolle.
Gefährlich ist eine bis ins Nierenbecken aufsteigende Infektion. Anatomisch bedingt (kürzere Harnröhre) kommt die Cystitis bei Frauen häufiger vor. Besonders Schwangere haben ein höheres Risiko, da der Säuregehalt der Scheide während der Schwangerschaft abnimmt, ein saurer Harn bietet einen besseren Schutz vor Krankheitskeimen. Zudem kann während der Schwangerschaft, aufgrund der Größe der Gebärmutter, der Urinabfluss aus den Nieren und der Blase beeinträchtigt sein.
Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko einer Blasenentzündung für Männer, da die häufig im Alter auftretende gutartige Vergrößerung der Prostata zu einer Verengung der Harnröhre führt.
Blasensteine sind Harnsteine (Urolithiasis), die entweder in die Blase einwandern und dort wachsen, oder sich in der Harnblase bilden. Unterschieden werden:
Primäre Blasensteine: Bildung durch “Abflusshindernisse“ wie z. B. eine Prostatavergrößerung oder eine Harnröhrenenge
Sekundäre Blasensteine: entstehen durch “Wanderung“ von Harnsteinen des oberen Harntrakts (Nieren, Harnleiter).
Ein Großteil der Blasensteine sind Harnsäuresteine oder Oxalsäuresteine. Die wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen sind Bewegung, viel Trinken sowie eine Reduktion von purinreichen (siehe Purin) bzw. oxalsäurereichen (siehe Oxalsäure) Lebensmitteln.
Kleine Blasensteine werden im Rahmen einer Blasenspiegelung entfernt, größere Steine werden in Narkose mechanisch mit Zangen, elektrohydraulisch oder mit Ultraschallsonden zerkleinert und durch das Spiegelungsinstrument entfernt. In manchen Fällen ist eine Operation notwendig.

Krebserkrankungen der Blase zählen zu den häufigen Krebsarten. Pro Jahr werden 25.950 Fälle in Deutschland diagnostiziert. In 95 % der Fälle handelt es sich um einen Tumor der Blasenschleimhaut, ein sogenanntes Urothelkarzinom. Der Blasenkrebs ist durch eine hohe Rezidivrate (erneutes Auftreten) und eine eher niedrige Progressionsrate (Fortschreiten) ausgezeichnet.

Prophylaxe und Therapie der Harnblasenentzündung:

Die wichtigste präventive und therapeutische Maßnahme ist das ausreichende Trinken (2-3 Liter/Tag). Dadurch werden Nieren, Blase und die ableitenden Harnwege “gespült“, evtl. vorhandene Bakterien werden ausgeschwemmt.
Eine wichtige Rolle spielt die Hygiene sowie das Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr. Damit werden Bakterien ausgeschieden. Frauen wird empfohlen, den Bereich von After und Scheide ausschließlich “von vorne nach hinten“ zu reinigen, um eine Kontamination mit Keimen aus dem Darm in die Scheidenregion zu verhindern. Allerdings kann auch übertriebene Hygiene die natürlich Keimbesiedlung stören und somit das Immunsystem schwächen.
Sinnvoll sind zudem alle Maßnahmen, die das Immunsystem stärken, vor allem die Schleimhäute des Urogenitalsystems. Zu achten ist besonders auf eine Unterkühlung, durch die sich die Durchblutung der Schleimhäute verschlechtert. Dies gilt vor allem für kalte Füße. Auf schlecht durchbluteten Schleimhäuten verbreiten sich Bakterien deutlich besser. Häufig ist eine Unterkühlung durch einen nassen Badeanzug oder bauchfreie Kleidung.
Auch bestimmte Ernährungsfaktoren können einer Cystitis vorbeugen. Milchprodukte wie Jogurt und Käse sowie frische Fruchtsäfte sind nach einer finnischen Studie bei rund 300 Frauen als “Schutzfaktoren“ identifiziert worden. Bei Frauen, die mindestens dreimal wöchentlich Milchprodukte wie Jogurt oder Käse zu sich nahmen, war das Risiko einer Harnwegsinfektion um 80 Prozent geringer als bei Frauen, die weniger Milchprodukte aßen. Ein Glas Fruchtsaft täglich senkte die Wahrscheinlichkeit einer Blasenentzündung um mehr als 30 Prozent.
Besonders gut geeignet ist Preiselbeer- oder Cranberry-Saft. Bereits 1 Glas pro Tag senkt das Infektionsrisiko. Vermutet wird, dass die hohe Tannin-Konzentration den Aufbau der Bakterienzellwände und die Keimansiedlung verhindert.
Alkohol, stark gewürzte Speisen und koffeinhaltige Getränke in größeren Mengen sollten gemieden werden. Sie können die Blase reizen und zu Entleerungsstörungen führen.

Therapie von Blasenentzündungen:
Das Trinken großer Flüssigkeitsmengen reicht häufig schon aus, um die Bakterien auszuspülen. Phytotherapeutisch können Cranberries, Preiselbeeren bzw. deren Säfte helfen. Unter den Heilpflanzen haben Bärentraubenblätter einen antibakteriellen Effekt. Bei der Anwendung von Bärentraubenblättertee muss der Harn vorher alkalisch gemacht werden.
Helfen diese naturheilkundlichen Maßnahmen nicht, müssen Antibiotika in einer so genannten Stoßtherapie eingesetzt werden..

Literatur:

Bärentraube, Cranberry, Galle, Gallensteine, Oxalsäure, Preiselbeeren, Purine

 

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