Das Reformhaus-Fachlexikon
Informationen zu Ernährung, Heilpflanzen, Naturheilkunde und Vitalstoffen. Nachschlagewerk mit über 690 Stichworten auf mehr als 2250 SeitenHistamin ist ein Naturstoff, der in fast allen lebenden Organismen vorkommt. Im menschlichen oder tierischen Körper spielt Histamin eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und ist an der Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt.
Biochemie des Histamin:
Die biochemische Bezeichnung von Histamin ist 2-(4-Imidazolyl)-ethylamin. Es ist ein biogenes Amin, das aus der Aminosäure Histidin gebildet wird und in bestimmten Zellen des Immunsystems (Mastzellen, basophile Granulozyten) aber auch in Nervenzellen gespeichert wird.
Freisetzung von Histamin:
Histamin wird im Körper bei allergischen Reaktionen des Soforttyps (Typ I oder IgE vermittelt) oder durch so genannte Komplementfaktoren vor allem aus Mastzellen freigesetzt.
Auch Gewebshormone, wie z.B. Gastrin und Medikamente, wie z.B. Opiate und Röntgenkontrastmittel können eine Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen hervorrufen.
Die höchste Histaminkonzentration kann im Hypothalamus nachgewiesen werden.
Wirkungen von Histamin:
Histamin ist an der Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt und hauptverantwortlich für die typischen Symptome bei Allergien und Asthma.
Auch bei Entzündungs- und Verbrennungsreaktionen ist Histamin mit beteiligt. Histamin löst Juckreiz und Schmerz aus, führt zur Kontraktion der glatten Muskulatur in den Bronchien und den großen Blutgefäßen sowie zu einer Erweiterung kleinerer Blutgefäße verbunden mit Hautrötung. Eine erhöhte Durchlässigkeit (= Permeabilität) der Gefäßwände kleiner Blutgefäße führt zur Nesselsucht. Histamin führt ebenfalls zu einer Freisetzung des Stresshormons Adrenalin aus den Nebennieren.
Im Magen-Darmtrakt ist Histamin bei der Magensäureproduktion und der Bewegungsaktivität (Motilität) von Magen und Darm beteiligt. Histamin bewirkt eine Steigerung der Magensäureproduktion, vermutlich eine Abwehrreaktion zur Abtötung von Bakterien im Magen.
Histamin steigert die Schlagkraft des Herzens (= positiv inotrope Wirkung)) sowie die Schlagfrequenz (= positiv chronotrope Wirkung).
Im Zentralnervensystem ist Histamin an der Auslösung des Erbrechens sowie der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Histamin reguliert die Aktivität bestimmter Nervenzellen (noradrenerge, serotoninerge, cholinerge, dopaminerge und glutaminerge) und Botenstoffe (Neurotransmitter).
Weiter wirkt Histamin vermutlich antidepressiv, krampflösend und Appetit zügelnd. Ebenso scheint es an der Regulation der Körpertemperatur, der zentralen Kontrolle des Blutdrucks und der Schmerzempfindung beteiligt zu sein.
Seine Wirkungen vermittelt Histamin über eine Aktivierung der Histamin-Rezeptoren H1, H2, H3 und H4. Unter Rezeptoren versteht man eine Art biochemischer Schlösser, die mit einem Schlüssel, - in diesem Fall von Histamin aktiviert werden können.
Anwendung von Histamin in der Medizin:
Histamin wird zur medizinischen Diagnostik vor allem von Allergien eingesetzt. Histamin besitzt keine therapeutische Bedeutung.
Eine bedeutende Rolle spielen dagegen Arzneistoffe, die die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen (Mastzellenstabilisatoren) oder die Wirkung von Histamin an Histaminrezeptoren blockieren (Antihistaminika).
In der Therapie zur symptomatischen Behandlung allergischer Beschwerden werden eingesetzt: Mastzellstabilisatoren (z. B. Cromoglicinsäure (DNCG), Nedocromil und Lodoxamid), H1-Antihistaminika (z. B. Diphenhydramin, Loratadin und Cetirizin) eingesetzt. H1-Antihistaminika finden darüber hinaus bei der Behandlung von Schlafstörungen sowie Übelkeit und Erbrechen Anwendung. H2-Antihistaminika (z. B. Cimetidin, Ranitidin und Famotidin) sind als Hemmer der Magensäureproduktion bedeutende Arzneimittel gegen Magenübersäuerung (= Antazida).
Toxikologie von Histamin:
Größere Mengen Histamin führen zu akuten Beschwerden wie Atemnot, Blutdruckabfall, Rötung der Haut, Nesselausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Das Symptom Durchfall oder Diarrhoe (griech. dia = durch, rhein = fließen) umfasst ein weites Spektrum. Es reicht von harmlosen funktionellen Störungen bis zu der auf komplexen Ursachen beruhenden chronischen Diarrhoe. Durchfall. Die Verträglichkeitsgrenze von Histamin liegt bei ungefähr 10 mg. 100 mg Histamin führen bereits zu deutlichen Vergiftungserscheinungen.
Histamin in Lebensmitteln:
Allergiker und Menschen, die an einer Histaminose leiden, können bereits auf kleine Mengen Histamin, das in Lebensmitteln vorkommt mit den oben genannten Symptomen reagieren. Der Histamingehalt von Lebensmitteln muss von ihnen beachtet werden!
Generell gilt: In frischen Nahrungsmitteln ist Histamin praktisch nicht vorhanden. Erst durch Lagerung, Reifung, mikrobiellem Verderb oder Verarbeitung (z.B. mit Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien) steigt der Histamingehalt zum Teil beträchtlich an. Nahrungsmittel sollten daher möglichst frisch verzehrt werden, denn bereits entstandenes Histamin kann durch keine küchentechnische Maßnahme entfernt werden. Es wird weder durch Kochen noch durch Einfrieren zerstört.
Ohne Probleme genießen können histaminempfindliche Personen Seit es Brot gibt, gehört es zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen. Die ersten Brote waren flache, in der Sonne getrocknete Fladen aus gemahlenem Getreide und Wasser. Später war der Einsatz von Sauerteig üblich.
Brot, Gebäck, Kartoffeln, Im Gegensatz zu vielen anderen Getreidesorten werden 75 % der Reis-Ernte direkt für die menschliche Ernährung genutzt. Reis ist eine sehr alte Kulturpflanze (ca. 3500 v. Chr.). Mehr als die Hälfte der Erdbewohner lebt davon.Reis, Teigwaren sind kochfertige Erzeugnisse, die aus Weizengrieß oder -mehl durch Anteigen mit Wasser (max. 13 %) - eventuell unter Zugabe von Salz (max. 1 %) und Eiern - hergestellt werden.
Teigwaren, Als "Milch" wird nach dem Milchgesetz lediglich die Kuhmilch bezeichnet, während die Milch anderer Tiere nur unter deutlicher Kennzeichnung der Tierart, z.B. als Ziegenmilch, Schafmilch, in Verkehr gebracht werden darf.Milch und Milchprodukte (außer Hartkäse), frisches Fleisch, frischen oder tiefgekühlten Fisch, Eier ist die handelsübliche Bezeichnung für Hühnereier. Eier anderer Tiere (Ente, Gans) müssen der Art entsprechend benannt werden.Eier, die meisten Gemüsearten (außer Die Tomate gehört wie die Kartoffel und die Paprika zur Familie der Nachtschattengewächse. Tomatenpflanzen können bis zu 1,5 m hoch werden und brauchen ausreichend Wärme. Tomaten, Spinat, Sauerkraut ist milchsauer (mit Milchsäurebakterien) vergorener Weißkohl. Der gesäuberte und geschnitzelte Weißkohl wird in Gärbottichen mit Zugabe von Salz und Gewürzen eingestampft. Daraufhin erfolgt eine Spontangärung durch Milchsäurebakterien aus der Luft oder eine gelenkte Gärung durch Beimpfung mit Spezialkulturen.Sauerkraut, Die Avocado, auch Alligatorbirne genannt, ist die Frucht des immergrünen Strauches oder Avocadobaumes, der heute in vielen tropischen und subtropischen Ländern, wie z.B.: Mexiko, Kalifornien, Brasilien, Israel, angebaut wird.Avocado) und Kräuter.
Die häufigsten Auslöser von Beschwerden sind alkoholische Getränke (insbesondere Rotwein), Härtkäse, Fischkonserven und nicht fangfrischer Fisch, Salami und Rohwürste, Die Tomate gehört wie die Kartoffel und die Paprika zur Familie der Nachtschattengewächse. Tomatenpflanzen können bis zu 1,5 m hoch werden und brauchen ausreichend Wärme. Tomaten, Sauerkraut ist milchsauer (mit Milchsäurebakterien) vergorener Weißkohl. Der gesäuberte und geschnitzelte Weißkohl wird in Gärbottichen mit Zugabe von Salz und Gewürzen eingestampft. Daraufhin erfolgt eine Spontangärung durch Milchsäurebakterien aus der Luft oder eine gelenkte Gärung durch Beimpfung mit Spezialkulturen.Sauerkraut, Spinat, Schokolade und kakaohältige Nahrungsmittel, Erdbeeren, Kiwi, Nüsse, Zitrusfrüchte, Die Ananas entstammt den Tropen Brasiliens. Sie ist botanisch gesehen ein "Beerenfruchtverband". Die Ananaspflanze (Ananas comosus) besteht im wesentlichen aus einer großen Blattrosette (Blätter sind kreisförmig um einen Punkte des Stengels angeordnet).Ananas.
Histamin ist in einigen eiweißreichen, tierischen Lebensmitteln enthalten, in denen Histamin aus der Aminosäure Histidin gebildet wird. Frischer und tiefgekühlter Fisch enthält kaum Histamin, sein Fleisch neigt aber zu besonders raschem mikrobiellem Verderb unter reicher Histaminbildung. Dies gilt besonders für Fische aus der Verwandtschaft der Makrelen.
Histidin findet sich in Lebensmitteln, die während ihrer Verarbeitung, Reifung und Lagerung mikrobiellen und biochemischen Veränderungen unterliegen (z. B. Käse mit mehrwöchiger Reifezeit, z. B. Hartkäse wie Emmentaler, Bergkäse, Alpenkäse, Parmesan oder Schimmelkäse, Schinken, Sauerkraut ist milchsauer (mit Milchsäurebakterien) vergorener Weißkohl. Der gesäuberte und geschnitzelte Weißkohl wird in Gärbottichen mit Zugabe von Salz und Gewürzen eingestampft. Daraufhin erfolgt eine Spontangärung durch Milchsäurebakterien aus der Luft oder eine gelenkte Gärung durch Beimpfung mit Spezialkulturen.Sauerkraut und Rotwein).
Da insbesondere Rotweine einem organischen Säureabbau unterzogen werden, enthalten diese im Allgemeinen deutlich mehr Histamin als Weißweine. Sehr saure Weißweine enthalten mitunter praktisch kein Histamin, bestimmte Sektsorten werden sogar Histaminfrei erzeugt, dennoch sollten histaminempfindliche Personen beim Alkoholkonsum vorsichtig sein. Denn: Alkohol ist die übliche Kurzbezeichnung für den "Genussalkohol" Äthylalkohol, der auch Äthanol oder Ethanol genannt wird. Chemisch ist Alkohol die Bezeichnung für bestimmte Kohlenwasserstoffverbindungen, bei denen Hydroxylgruppen (OH-Gruppen) Wasserstoffatome ersetzen.Alkohol bremst den Abbau von Histamin, indem es das abbauende Enzym blockiert.
Wechselwirkungen von Histamin mit Arzneistoffen:
Zahlreiche Arzneimittel können den Histaminspiegel durch Hemmung des Abbaus oder durch Histaminfreisetzung aus Mastzellen erhöhen. Dazu zählen unter anderen die Nichtopioid-Analgetika Meclofenaminsäure, Mefenaminsäure, Diclofenac und Acetylsalicylsäure. Auch das Muskelrelaxans Tubocurarin kann zu einer Histaminfreisetzung führen.
Mastzellstabilisatoren, wie z. B. Cromoglicinsäure, hingegen hemmen die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen. H1-Antihistaminika bewirken eine bessere Verträglichkeit von Histamin (auch in Lebensmitteln).
Literatur/Links: