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Molke-Kur

Seit einigen Jahren gewinnt die Molke-Kur mit Diät-Kurmolke sowohl als vorbeugende Maßnahme (z.B.: Stärkung des Stoffwechsels und des Immunsystems) als auch kurativ zur Behandlung von Stoffwechsel-, Darm-, Leber-Galle- oder Kreislaufstörungen und bei Hauterkrankungen an Bedeutung. Sie zählt zu den Intensivdiäten im Rahmen der Ernährungstherapie nach dem Grunddiät-System von Dr. med. H.Anemueller.

Geschichte:

Hippokrates, Galen, Avicenna, Dioskurides und andere Ärzte der altgriechischen und altrömischen Medizin ließen Molke kurmäßig bei Übergewicht, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Arthritis und Hautausschlägen trinken. Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert wurden in zahlreichen Molkekurorten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz Übergewichtige, Gicht-, Darm- und Leberkranke erfolgreich mit Molke-Trinkkuren behandelt.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Molke-Trinkkuren durch andere Kurverfahren verdrängt, wohl auch bedingt durch die zunehmende Schwierigkeit, absolut frische Molke zu erhalten.

Praxis der Molke-Kur:

Die Durchführung der Molke-Kur ist denkbar einfach. Pro Tag werden 1 - 1,5 l Diät-Kurmolke verteilt getrunken.
Zusätzlich dürfen Kräutertees und Mineralwasser nach Belieben getrunken werden.
Die Flüssigkeitsaufnahme sollte insgesamt mindestens 3 l betragen.

Zur klassischen Molke-Kur gehören außerdem Frischpflanzensäfte (Löwenzahn, Brennessel), um den ernährungstherapeutischen Effekt durch Akzente aus der Heilpflanzenkunde zu verstärken.

Die Pflanzensäfte werden nach folgendem Schema gegeben:

1. Tag: 80 ml Brennesselsaft
2. Tag: 80 ml "
3. Tag: 80 ml Löwenzahnsaft
4. Tag: 80 ml "
5. Tag: 80 ml Brennesselsaft u.s.w.

Eine Molkekur kann in Form von einzelnen Trinktagen, Wochenendkuren oder sogar 3 - 4 wöchigen Kurprogrammen durchgeführt werden.

Anwendung der Molke-Kur:

Im Folgenden ein Überblick über Anwendungsgebiete und Gegenanzeigen zu Molkekuren.

Anwendungsgebiete:
  • Übergewicht & Fettsucht
  • Darmfunktionsstörungen
  • Leberzirrhose
  • Hyperurikämie, Gicht
  • Bluthochdruck
  • Chron.Verstopfung
  • Chron.Hepatitis
  • Fettleber
  • Fettstoffwechelstörungen
  • Entzündl.Hauterkrankungen
Gegenanzeigen:

  • Milchzuckerunverträglichkeit
  • Zöliakie
  • Hyperkaliämie (überhöhter Blutkaliumspiegel)
Vorteile der Diät-Kurmolke:

Für eine Molkekur ist besonders "Diät-Kurmolke" zu empfehlen. Es handelt sich um eine Spezialmolke, die besonders im kurmäßigen Einsatz handelsüblichen Sorten aus folgenden Gründen vorzuziehen ist:
  • Der Gesamtmilchsäureanteil von 10 g/l besteht zu über 90 % aus rechtsdrehender
    L(+)-Milchsäure
  • Das Verhältnis von L(+)- zu D(-)-Milchsäure ist stabilisiert (9:1) und schließt auch bei größeren Trinkmengen eine stoffwechselbelastende Übersäuerung aus
  • Der Eiweissgehalt ist durch eine Anreicherung mit hochwertigem Albumin-Globulin-Molkeprotein auf 30g/l erhöht
  • 1 l Diät-Kurmolke enthält:
    • Energie 390 kcal
    • Eiweiss 30 g
    • Kohlenhydrate 52 g
Bewertung:

Intensivdiäten

Die Molke-Kur ist die ernährungsphysiologisch günstigste Fastenkur. In einer Studie an 10 stark übergewichtigen Patienten kam es zu folgenden Ergebnissen:
  • Der Gewichtsverlust beträgt in der ersten Woche rund 4 kg, danach ca. 2 kg/Woche; der Fettverlust beträgt dabei ca. 70 %, der Eiweißverlust nur 3 %.
  • Die Blutfettwerte sanken beim Cholesterin um 31 %, bei den Triglyzeriden um 58 %.
  • Die Blutdruckwerte sanken durchschnittlich um 15 %.
  • Die Verträglichkeit war gut.
Literatur:
  • Anemueller, H.: Die Molke-Trinkkur; Hädecke Verlag.
  • Horst Heirler GmbH & Co KG: Broschüre "KURTAGE mit HEIRLER Diät-Kurmolke".
  • Anemueller, H.: Broschüre "Fasten mit Diät-Kurmolke"; Wissenschaftliches Archiv für Ernährung und Diätetik, Bernau a. Chiemsee.
Albumin, Bluthochdruck, Brennessel, Cholesterin, Eiweiß, Fasten, Gicht, Kohlenhydrate, L(+)Milchsäure, Löwenzahn, Lebererkrankungen, Übergewicht, Zöliakie Milchzuckerunverträglichkeit, Obstipation


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