Das Reformhaus-
Fachlexikon

Informationen zu Ernährung, Heilpflanzen, Naturheilkunde und Vitalstoffen.
Nachschlagewerk mit über 690 Stichworten auf mehr als 2250 Seiten

weiter >

Allergie

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Abwehrsystems auf normalerweise unschädliche Stoffe. Fast alle Stoffe, vom Katzenhaar bis zum Milcheiweiß, können Allergien auslösen. Die auslösenden Stoffe werden als Allergene bezzeichnet.

Ursachen:

Über die Gründe der Allergieentstehung und über die Frage, ob allergische Erkrankungen stark zugenommen haben, wird widersprüchlich diskutiert. Folgende Ursachen werden genannt:

  • Umweltverschmutzung
  • Belastung mit einer Vielzahl von neuen, für den Körper "unbekannten" Stoffen (exotische Lebensmittel, Chemikalien, Zusatzstoffe in Lebensmitteln, Reisen in ferne Länder, u.a.)
  • Bessere Diagnostik: viele Krankheitssymptome lassen sich erst heute auf allergische Ursachen zurückführen
  • Psychische Faktoren: wie stark seelische Ursachen Allergien beeinflussen, wird verschieden eingeschätzt, unumstritten ist die negative Rolle von Stress und Spannungssituationen auf die Stärke allergischer Symptome
Erbliche Veranlagung:

Die Veranlagung zu Allergien kann vererbt werden. Damit sie zum Ausbruch kommt, müssen verschiedene Faktoren aus der Umwelt hinzukommen. Besonders allergiegefährdet sind Kinder, deren beide Eltern Allergiker sind.

Allergische Symptome:

"Klassische" allergische Symptome sind Asthma, Heuschnupfen, Ekzeme und Juckreiz (besonders bei Neurodermitis), Ödeme (Wasseransammlungen) an Augen und Lippen und die Nesselsucht (Urticaria). Auch Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Magen-Darm- Beschwerden, Schwindel und chronische Mittelohrentzündung können Anzeichen einer Allergie sein. Selten, aber besonders gefürchtet, ist der anaphylaktische Schock, ein Kreislaufzusammenbruch, der zum Tode führen kann.

Vorbeugung von Allergien:

Die Entwicklung von Allergien lässt sich wahrscheinlich nicht grundsätzlich verhindern. Eine allergische Erkrankung kann jedoch verschoben und evtl. im Krankheitsbild abgeschwächt werden. Folgende Maßnahmen sind sinnvoll vor allem bei Kindern mit allergischen Eltern:
  • Stillen, mindestens über 4 Monate: dies ist die wichtigste Einzelmaßnahme!
  • Beikost ab 4. - 6. Monat: Vielfalt vermeiden
  • Rauchverbot in der Familie: Auch Passivrauchen schädigt die Schleimhäute und fördert die Allergieentstehung
  • Allergenarme Umgebung: Achten auf Hausstaub, Schimmelpilze, schadstoffreie Möbel (keine mit Formaldehyd behandelten Spanplatten), lösungsmittelfreie Farben und Klebstoffe verwenden; keine Haustiere
  • Zitrusfrüchte, Fisch und Eier erst nach dem 9. Lebensmonat geben
Erkennen von Allergenen:

Die Suche nach den verantwortlichen Allergenen ist oft schwieriger als die Behandlung. Sie erfordert viel Geduld und manchmal detektivischen Spürsinn. Folgende diagnostische Methoden helfen einzeln oder kombiniert:
  • Hauttests (vom Facharzt durchzuführen)
  • Bluttests (vom Facharzt durchzuführen)
  • Erfragen der Lebens-, Wohn- und Essgewohnheiten und der Krankengeschichte (vom Facharzt durchzuführen)
  • Bei Verdacht auf Lebensmittelallergien: zusätzlich allergenarme Suchkost notwendig! (siehe Literaturempfehlungen); evtl. auch zu Hause durchzuführen
Behandlung von Allergien:

Größte Bedeutung in der Therapie hat das Meiden = die Karenz der Allergene. Wenn dies konsequent gelingt, kann der Betroffene nach einem Zeitraum von 1 -2 Jahren seine Allergie verlieren. Daneben spielt die Hyposensibilisierung eine wichtige Rolle. Dabei wird dem Patienten sein Allergen über einen längeren Zeitraum in einer verdünnten Lösung verabreicht, um wieder an den jeweiligen Stoff zu gewöhnen. Die Erfolgsquote ist individuell unterschiedlich. Die Hyposensibilisierung sollte nur vom Arzt durchgeführt werden, da Nebenwirkungen auftreten können! Verschiedene Medikamente Antihistaminika, Kortikosteroide, Chromoglycerinsäure) mildern die allergischen Symptome. Sie beseitigen nicht die Ursachen. Sie können Nebenwirkungen haben.

Ganzheitliche Behandlungskonzepte:

Neben den genannten "klassischen" Behandlungsmethoden arbeiten verschiedene Ärzte und Kliniken mit zusätzlichen therapeutischen Maßnahmen.

Literatur:
  • Ring, J.: Angewandte Allergologie; MMV Medizin Verlag, Vieweg.
  • Aas, K.: Das allergische Kind; Thieme Verlag Stuttgart.
  • Rüdiger, W. u. Ruppert, V.: Allergie - ein ärztlicher Ratgeber; Schwarzeck Verlag, München.
  • Randolph, G.T. u. Moss, R.W.: Allergien: Folgen von Umweltbelastung und Ernährung; Verlag .F. Müller, Karlsruhe.
  • Flade, S.: Allergien natürlich behandeln; Gräfe und Unzer.
  • Calatin, A.: Zeitkrankheit Nahrungsmittelallergien; Heyne Verlag, München.
  • Weber, M. u.a.: Lebensmittelallergien; Hädecke Verlag.
Lebensmittelallergie, Kreuzallergie, Pseudoallergie


V

W

X

Y

Z

Termine 2010
September 2010Oktober 2010November 2010
Dezember 2010Januar 2011Februar 2011
März 2011April 2011Mai 2011
Juni 2011Juli 2011August 2011

Rechte Bordüre (Freundmailer) Fachlexikon


Akademie Gesundes Leben - Gotische Strasse 15 - 61440 Oberursel/Taunus,
Tel. 06172 / 3009-822 - Fax 06172 / 3009-819 - Impressum