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Heilwasser

Heilwasser ist ein freiverkäufliches Arzneimittel. Es stammt aus natürlichen oder erschlossenen Quellen. Heilwässer unterliegen im Unterschied zu Mineral- und Tafelwässern dem Arzneimittelgesetz. Heilwässer werden als "Heilwasser" auf der Flasche deklariert und es können Indikationen angegeben werden. Diese ergeben sich aus der besonderen Kombination von Anionen und Kationen des jeweiligen Heilwassers. Dabei sind bei Heilwässern zum Teil Indikationen erlaubt, die ansonsten Arzneimittel apothekenpflichtig machen: z.B. Gicht, Diabetes, Lebererkrankungen u.a.

Ionen   Wirkungen in Heilwässern
Calcium (Ca+)   wirkt entzündungswidrig, besonders in den Harnwegen und in hohen Konzentrationen Wasser treibend.
Magnesium (Mg2+)   soll bei Diabetes unterstützend wirken, verstärkt abführende Wirkung der Sulfate.
Eisen (Fe2+)   Eisenversorgung, Mengen allerdings gering.
Chlorid (Cl-)   wirkt Säure stimulierend auf den Magen.
Sulfat (SO42-)   fördert den Gallefluss, leicht abführend.
Kohlendioxid (CO2-)   fördert Magensekretion und Magenbewegung.
Hydrogencarbonat (HCO3-)   bindet Säure im leeren Magen
 Jodid (J-)   durch die schleimverflüssigende Wirkung soll es bei athmatischen Zuständen unterstützend wirken; Vorsicht bei Schilddrüsenerkrankungen.
Quelle: nach Fresenius, W.; Niklas,H.: Freiverkäufliche Arzneimittel; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.

Heilwasser eignet sich zum Einsatz im Rahmen bestimmter Ernährungsformen oder zur Durchführung von Heilwasserkuren, z.B. bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden, erhöhtem Harnsäurespiegel, funktionellen Nieren- und Leberstörungen, zur Vorbäugung von Nierensteinen u.a..

Hydrogencarbonatwässer eignen sich besonders für Gicht-, Diabetes- sowie Nierenkranke und Menschen, die an übersäuertem Magen leiden.

Sulfatwässer sind empfehlenswert bei Leber- und Gallenbeschwerden.

Chloridwässer fördern die Verdauung und ersetzen Flüssigkeits- und Salzverluste bei starkem Schwitzen, Erbrechen oder Durchfällen.

Heilwasser-Kuren:

Heilwasserkuren werden seit Jahrhunderten gepflegt. Erst in neuerer Zeit liegen aber genaue Erkenntnisse über die Wirkungsmechanismen dieser Kuren vor. Im Vordergrund der therapeutischen Wirkung von Heilwässern stehen dabei, außer den Sofortwirkungen auf Verdauungs- und Ausscheidungsprozesse (z.B. abführende oder diuretische Wirkungen, Änderung des Harnmilieus u.a.), auch langfristige Anpassungsreaktionen des Stoffwechsels. Um diese adaptive Wirkung zu erzielen wird empfohlen, Heilwasserkuren über einen befristeten Zeitraum (etwa 4 Wochen) durchzuführen.

Heilwässer können allerdings auch über lange Zeit hin als tägliches Getränk benutzt werden. Nur führen sie dann nicht mehr zu einer adaptiven Reaktion des Organismus und verlieren damit einen ihrer wichtigsten therapeutischen Ansätze. Weiterhin ist zu beachten, dass Heilwässer einen besonders hohen Gehalt an Mineralstoffen (Natrium, Schwefel u.a) haben können, so dass für die tägliche Wasseraufnahme Mineralwasser bevorzugt werden sollte.

Zum Natriumgehalt von Heil- und Mineralwässern liegen widersprüchliche Untersuchungen vor. Neuere Untersuchungen an Tieren deuten darauf hin, dass das Natrium in Wässern möglicherweise keine blutdrucksteigernde Wirkung hat. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass in Wässern das Natrium hauptsächlich Hydrogencarbonate als Gegen-Ion besitzt und nicht Chloride wie in anderen Lebensmitteln. Zudem liegen Untersuchungen aus Kurorten vor, wonach auch bei der Verabreichung Natrium-reicher Heilwässer (Natrium-Hydrogencarbonat-Säuerling) eine diuretische und blutdrucksenkende Wirkung erzielt wurde.

Literatur:Mineralwasser
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