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Wasserfilter

Sinn eines Wasserfilters ist die Entfernung von unerwünschten und gesundheitsschädlichen Stoffen sowie die Enthärtung. Von der Wasserfilterung zu unterscheiden ist die Wasseraufbereitung im Sinne einer "Energetisierung" (Grander-Technologie, Levitation u.a.) des Wassers. Vor dem Kauf eines Wasserfilters sollte eine Analyse des zuständigen Wasserwerks angefordert werden, um einen Überblick über die örtliche Wasserqualität zu bekommen. Mindestanforderungen an Wasserfilter: Arten der Wasserfilterung:

Im wesentlichen gibt es vier verschiedene technische Verfahren der Wasserfilterung, deren Funktionsprinzipien auch miteinander kombiniert werden:
Aktivkohlefilter
können organische Schadstoffe wie Kohlenwasserstoffverbindungen und einige Arten von Schädlingsbekämpfungsmitteln entfernen und führen zu einer Geschmacksverbesserung des Wassers. Kalk wird jedoch nur geringfügig entfernt. Anorganische Schadstoffe wie Schwermetalle, Nitrat, Kupfer u.a. können durch Aktivkohlefilter nicht oder nur zu einem geringen Prozentsatz entfernt werden. Ein weiterer Nachteil ist die Verkeimungsgefahr von Aktivkohlefiltern.
Bei der Kohleblocktechnologie handelt es sich um einen massiven Aktivkohleblock, bei dem das Leitungswasser, vom Druck des Wassernetzes, mechanisch durch einen Aktivkohleblock gepresst und gefiltert wird. Die Kohleblocktechnologie gibt es in Amerika seit etwa 25 Jahren. Die Filtrationsleistung liegt je nach Modell zwischen 1000 und 3500 Litern. Die Filtrationsrate von Blei, Kupfer, Pestiziden, Chlor etc. liegt bei fast hundert Prozent. Die Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Kalium verbleiben im Wasser. Der Filter ist nicht mit Silber bedampft und gibt keine Fremdstoffe ans Wasser ab. Die maximale Teilchengröße, die dieser Filter durchlässt ist 0,5 µm. Keime die außen am Filter ankommen, können, genauso wenig wie Pilzsporen, durch den Filter dringen. Das Hygieneinstitut der Freien Universität Berlin (Leitung: Prof. Rüden) hat mehrere dieser Filter in einer Langzeitstudie untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass diese Filter nicht verkeimen. "Dieses Ergebnis ist als sehr gut zu bewerten, da viele Filtersysteme die mikrobiologische Qualität des zugeführten Wassers verschlechtern." Häufig werden Aktivkohlefilter kombiniert mit
Ionenaustauscher
Der Ionenaustausch findet an der Oberfläche von Kunstharzkügelchen statt. Mineralien wie Calcium und Magnesium aber auch gelöstes Blei und Kupfer werden hier festgehalten-im Austausch gegen Wasserstoff-, teilweise auch Chlorid- und Natriumionen. Das Filtrat ist deshalb mineralärmer und weicher.
Dampfdestillation
Bei der Dampfdestillation wird Wasser gekocht und der entstehende Dampf dann wieder zu Wasser abgekühlt (kondensiert). Wenn die Kühlspirale dabei aus Quarzglas besteht, bekommt man ein weitgehend unbelastetes aber demineralisiertes Wasser. Bei vielen Destilliergeräten besteht diese aber aus einer Chrom - Nickel Legierung oder aus Aluminium. Ob dadurch eine Metallionenabgabe an das Wasser stattfindet, sollte dann im Einzelfall untersucht werden. Es können bei der Dampfdestillation nur relativ kleine Mengen lauwarmes Wasser auf Vorrat entnommen werden. Der Vorratsbehälter muss häufig desinfiziert werden, da die Gefahr der Nachverkeimung besteht.
Zur Destillation wird relativ viel Strom verbraucht (ca. 1 kWh/Liter). Der Geschmack von destilliertem Wasser wird von vielen als unangenehm empfunden. Zudem ist das Trinken größerer Mengen an destilliertem Wasser gefährlich, da aufgrund osmotischer Effekte Zellschädigungen eintreten können.
Umkehrosmose
Ein weiteres System ist das in den USA sehr gängige System der Umkehrosmose. Bei diesem System werden alle größeren Moleküle als Wasser von einer Filtermembran mit winzigen Poren zurückgehalten. Die Wirksamkeit der Filtration nimmt allerdings mit der Zeit ab und entspricht auch in der Praxis nicht unbedingt der von den Herstellern angegebenen Rückhalterate von 99 % . Die Filtermembran muss ständig von Wasser umspült werden um nicht zu verstopfen oder trocken zulaufen. Dieses Wasser fließt dann als Abwasser in die Kanalisation. Ein Nachteil ist, dass Umkehrosmose-Geräte mehr Wasser benötigen als sie an Trinkwasser gewinnen. Das Verhältnis von Abwasser zu Brauchwasser kann dabei so ungünstig sein, dass für einen Liter Trinkwasser drei bis dreizehn Liter Wasser verbraucht werden. Es entsteht ein Wasser, das von seiner Qualität her sauberem Regenwasser bzw. Oberflächenquellwasser entspricht. Bei der Umkehr-Osmose wird keine zusätzliche Energie benötigt, denn sie arbeitet nur mit dem Wasserleitungsdruck. Ein kritischer Schwachpunkt der Umkehrosmoseanlagen ist die empfindliche Filtermembran. Diese kann Mikrorisse bekommen, was dann einen Schadstoffdurchbruch zur Folge hat. Umkehrosmoseanlagen sind teuer in der Anschaffung und in den Folgekosten. Eine Anlage kann leicht mehrere tausend Euro kosten und Folgekosten von einigen hundert Euro pro Jahr verursachen.

Fest installierte und mobile Filter:

Angeboten werden fest installierbare Filter, die zum Anschluss an das Leitungsnetz vorgesehen sind, vom Wasser durchströmt werden und eigene Armaturen besitzen.
Tischfilter sind nach Angaben der Stiftung Warentest nicht geeignet zur Aufbereitung von Wasser, das nicht der Trinkwasserverordnung entspricht. Haupteinsatzzweck ist die Enthärtung und geschmackliche Verbesserung von Trinkwasser.
Reisefilter enthalten Mikrofilterelemente, die feine Partikel und Bakterien zurückhalten sollen. Das Wasser wird mit einer Handpumpe angesaugt und durch den Filter gepresst. Sie sind für "Globetrotter" sinnvoll, die auf nicht immer hygienisch einwandfreies Oberflächenwasser angewiesen sind.

Praktische Hinweise:

Vor allem für Tischfilter mit auswechselbaren Filterpatronen gilt: solange die Austauschkapazität nicht erschöpft ist, wird meist eine gute Filtration erreicht. Wichtig ist das Auswechseln der Filterpatrone nach der jeweils vorgeschriebenen Zeit. Die in den Filtern enthaltene Aktivkohle ist meist mit keimabtötendem Silber behandelt. Allerdings wird das Silber mit der Zeit aus dem Filter gespült. Gleichzeitig filtert die Aktivkohle organische Schmutzstoffe und speichert sie, wodurch ein guter Nährboden für Bakterien entsteht. Je länger die empfohlene Betriebsdauer einer Patrone überschritten wird, desto höher ist das Verkeimungsrisiko! Neben dem Silber kann auch Aktivkohlestaub aus der Kartusche gespült werden. Einige Anbieter empfehlen daher, die ersten Portionen gefilterten Wassers nur zum Blumengießen zu nutzen.

Literatur:
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