Intervallfasten

 

Intervallfasten, auch als Intermittierendes Fasten (IF) oder Periodisches Fasten (PF) bezeichnet, wird zunehmend als sinnvolle diätetische Maßnahme zur Gewichtsabnahme und/oder im Kontext des "Anti Aging" propagiert. 

Ursprünge des Intervallfastens

Der französischer Arzt Guillaume Guelpa (1850 - 1930) gilt als Pionier des Intervallfastens. Er vertrat bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die These, dass Fastentage, die in regelmäßigen Abständen in den Ernährungsalltag integriert werden, positive Effekte auf den Stoffwechsel haben, ja sogar eine lebensverlängernde Wirkung entfalten. Auch der bekannte Ernährungsmediziner Dr. Helmut Anemueller propagierte in den 1970er Jahren in seinem Grunddiät-System "Schalttage" zur Entlastung des Stoffwechsels.

Verminderte Energieaufnahme im Kontext des "Anti Aging"

Einigkeit besteht in der Grundlagenforschung über den lebensverlängernden Effekt  (Anti Aging) bei Mensch und Tier als Folge einer verminderten Energieaufnahme. Die Energieaufnahme sollte um ca. 1/3 gekürzt werden, um dieses Ziel zu erreichen. Dies wird in der Fachsprache auch als kalorische Restriktion (caloric restriction = CR) bezeichnet. Die Energieaufnahme eines Menschen mit einem Energiebedarf von 2.400 kcal/Tag würde demnach auf rund 1600 kcal gesenkt. Der lebensverlängernde Effekt bezieht sich auf die Verminderung der Energieaufnahme, nicht auf die Verminderung der Zufuhr essentieller Nährstoffe, d.h. die zugeführten Lebensmittel und Getränke müssen eine hohe Nährstoffdichte haben.

Die Umsetzung solcher Empfehlungen, vor allem in Form einer täglichen Energieverminderung (CR) dürfte in der Ernährungspraxis nur schwer zu realisieren sein. Der Trend geht seit Jahrzehnten eher in eine überhöhte Energiezufuhr mit der Folge von Übergewicht und den resultierenden Begleiterkrankungen.  Praktikabler scheint eine intermittierende Energieverminderung (ICR) zu sein, bei der an beispielsweise zwei von sieben Tagen die Energieaufnahme auf 500 - 600 kcal/Tag abgesenkt wird. Ein solches Konzept wird aktuell als 5 : 2 Diät vermarktet. Bei dieser 5 : 2 Diät liegt der Fokus auf der Gewichtsreduktion, weniger auf dem "Anti Aging"-Effekt. Eine Übersicht auf einige ICR-Varianten ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Intervallfasten
Konzepte des Intermittierenden Fastens Autoren
The Fast diet ("5 : 2 Diet")Michael Mosley
2 - day -  dietMichelle Harvey
Alternate-Day-FastingKrista Varady
50 : 50 DiätJames B. Johnson
10 in 2 ErnährungskonzeptBernhard Ludwig
Warrior DietOri Hofmekler
Dinner cancelingAnti Aging Literatur
16 : 8 Diät/ 8 Stunden Diät bzw. LeangainsMartin Berkhan
Das MorgenfastenEdward Hooker Dewey
SchalttageDr. Helmut Anemueller
Quelle: modifiziert nach Ernährungs-Umschau Nov. 2017 M 635


Praxis der 5 : 2 Diät

Am Beispiel der 5 : 2 Diät lässt sich die einfache Handhabung des Intervallfastens deutlich machen. Es müssen nur die folgenden Punkte beachtet werden:

Die Autorin Elisabeth Lange stellt folgende Vorteile des Intervallfastens heraus: 

Definition des Intervallfastens und Studien

Eine eindeutige wissenschaftlich anerkannte Definition des Intervallfastens gibt es zur Zeit nicht. Die häufigste Spielart ist eine variable Auswahl von Fastentagen bzw. Tagen mit erheblich verminderter Energiezufuhr (mindestens um 70 % des Tagesbedarfs) innerhalb eines Zeitraums von 7 bis 10 Tagen. Bei Studien, in denen das intermittierende Fasten mit einer kontinuierlichen Energiereduktion im Sinne einer klassischen Kalorien reduzierten Diät verglichen wurde, zeigten sich beim intermittierenden Fasten etwas günstigere Effekte auf:

In Bezug auf den Blutdruck zeigten beide Formen der Energiereduktion, also kontinuierliche und intermittierende Energieverminderung, gleich günstige Wirkungen. Langzeitstudien existieren noch nicht.

Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft eine Vielzahl von Vergleichsstudien durchgeführt wird, um die erwarteten positiven Wirkungen des intermittierenden Fastens zu bestätigen bzw. genauer zu bestimmen. Eine Reihe von aktuellen Studien ergab die folgenden positiven Effekte:

Literatur