Roter Reis

 

Roter Reis entsteht durch Fermentation mit dem Schimmelpilz Monascus pupureus. Roter Reis wurde bekannt durch den Inhaltsstoff Monakolin K, der identisch ist mit dem Wirkstoff eines Medikamentes (Lovastatin) aus der Gruppe der Cholesterinsenker (Statine).

Roter Reis wird auch als "Fermentierter Reis", "Rotschimmelreis" oder "Red rice" bezeichnet.

Roter Reis als Lebensmittel in China:

Roter Reis wird traditionell in China gegessen. Die rote Farbe erhält der Reis infolge einer Fermentation (enzymatische Umwandlung), die durch den zugesetzten Schimmelpilz Monascus purpureus eingeleitet. In China wird er auch zum Aromatisieren, Färben und Konservieren von Lebensmitteln eingesetzt.

Roter Reis als Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel:

Seine heilenden/lindernden Wirkungen bei Herz/Kreislauf- und Magen/Darmerkrankungen sind schon lange bekannt. In verschiedenen Studien konnten Herz schützende Wirkungen festgestellt werden. Da er den Wirkstoff Monakolin K enthält, ist es nicht überraschend, dass Studien auch eine Cholesterin senkende Wirkung belegten. Die meisten Studien - allerdings mit einer kleinen Probandenzahl - wurden in Asien durchgeführt. Eine Placebo kontrollierte Studie in Italien bei 25 Probanden bestätigte den Einfluss auf den Cholesterinspiegel. Die Wirkung zeigte sich in einer Senkung der Gesamt- und LDL-Cholesterinwerte nach einer vierwöchigen Einnahme. Der Extrakt aus Rotem Reis wurde auf 10 mg Monakolin K eingestellt.

Nebenwirkungen von Monakolin K:

Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnen allerdings vor dem Verzehr von Produkten aus rotem Reis zu arzneilichen Zwecken. Die Argumention bezieht sich auf die Neben- und Wechselwirkungen von Statinen, die den gleichen Wirkstoff wie Roter Reis, nämlich Monakolin K enthalten. Genannt werden:

In diesem Zusammenhang sollte insbesondere in Bezug auf muskuläre Probleme berücksichtigt werden, dass die Statine das Schlüsselenzym der Cholesterinsynthese, die HMG-CoA-Reduktase in seiner Aktivität vermindern. Somit kommt es zu einer verringerte Cholesterinsynthese. Genau dieses Enzym wird jedoch auch für die Herstellung von Coenzym Q10 benötigt, einem Stoff, der für den Energiestoffwechsel der Zellen, vor allem auch der Muskelzellen, von großer Bedeutung ist. Schon lange empfehlen Experten bei Statineinnahme gleichzeitig Coenzym Q10 einzunehmen, mit dem Ziel die Nebenwirkungen der Statine zu minimieren. 

Gesetzliche Regelungen und Kennzeichnung:

Bisher waren Produkte aus Rotem Reis als Nahrungsergänzungsmittel frei verfügbar. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat zudem die folgende  auf die Gesundheit bezogene Aussage (Health claim) zugelassen: "Monakolin K aus Rotschimmelreis trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei."

Nach einer aktuellen Einschätzung der Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln aus Rotem Reis hat nun eine Expertenkommission des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte Zubereitungen aus Rotem Reis mit einem Gehalt von 5 mg Monakolin K und mehr in der Tagesempfehlung  als Arzneimittel eingestuft.

Zusammenfassende Bewertung von Rotem Reis:

 

 

 

Literatur:

Cholesterin; Coenzym Q10