Das Reformhaus-Fachlexikon
Informationen zu Ernährung, Heilpflanzen, Naturheilkunde und Vitalstoffen. Nachschlagewerk mit über 690 Stichworten auf mehr als 2250 SeitenEine Entzündung (lateinisch Inflammatio) ist eine typische Reaktionsfolge biologischen Gewebes auf einen äußeren oder inneren Reiz mit dem Ziel den Schädigungsreiz zu beseitigen oder zu reparieren.
Das Entzündungsgeschehen wird meist mit einer Kombination des betroffenen Organs mit der griechischen Endung -itis gekennzeichnet, z. B.: Arthritis (Gelenkentzündung), Dermatitis (Hautentzündung), Myokarditis (Herzmuskelentzündung), Otitis (Ohrenentzündung) Ausnahme: Pneumonie = Lungenentzündung, obwohl die Endung -itis fehlt
Einteilung der Entzündung:
Nach dem zeitlichen Ablauf können die Entzündungen eingeteilt werden in:
Nach dem Entzündungstyp werden unterschieden:
Entzündungszeichen:
Die in der Medizin als klassische 5 Kardinalsymptome bekannten Zeichen einer Entzündung sind:
Diese fünf Zeichen sind nicht immer direkt erkennbar oder auch nur teilweise nachweisbar. Eine Magenschleimhautentzündung beispielsweise macht kaum Schmerzen, da die Magenschleimhaut wenig schmerzempfindlich ist.
Allgemeine unspezifische Entzündungszeichen
Neben den fünf direkten Entzündungszeichen am Ort der Entzündung, kann man eine Entzündung ab einem bestimmten Schweregrad an allgemeinen Reaktionen des Gesamtorganismus erkennen. Zu diesen Allgemeinreaktionen gehören:
Die Entzündungsreaktion wird vom Bindegewebe, den Blutgefäßen und dem Das Immunsystem hat im wesentlichen 2 Aufgaben: die Abwehr körperfremder, krankheitsauslösender Substanzen wie Viren, Pilze, Bakterien und anderer Mikroorganismen und die Abwehr von im Körper selbst gebildeten schädlichen Zellen wie Krebszellen.Immunsystem getragen.
Ablauf lokaler Entzündungsreaktionen:
Lokale Durchblutungsstörung: Diese nur minutenlange Phase wird auch initiale Ischämie genannt. Gemeint ist eine kurzzeitige lokale Durchblutungsstörung durch die Reaktion des Gefäßbindegewebes auf die Adrenalinausschüttung (arterieller Spasmus).
Danach folgt eine, vor allem lokale Mehrdurchblutung (Hyperämie), die zum einen durch den vom vegetativen Nervensystem gelösten Krampf arterieller Blutgefässe, zum andern von einer Verengung (Konstriktion) venöser Gefäße (Venolen) ausgelöst wird. Letzte wird von diversen Mediatoren, z. B. Prostaglandine, Kinine, ausgelöst. Diese Abflussstörung wiederum führt zu einer Verklebung von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) und anderen durch die Einblutung ins Gewebe (Blutstase) ausgelösten Folgen (Sludge-Fänomen, Exsudation).
Die Durchlässigkeit (Permeabilität) der Gefäßwände wird durch Gefäßmediatoren, hier Histamin, Prostaglandin, Kinine, Serotonin, gesteigert.
Durch die erhöhte Durchlässigkeit können nun Plasmaeiweisse in das betroffene Gebiet einströmen. Für die Entzündungsreaktion wichtig sind hierbei vor allem verschiedene weiße Blutzellen wie neutrophile, basophile und eosinophile Granulozyten, Makrophagen und Lymphozyten.
Entzündungsauslöser:
Auslösende Reize können sein:
physikalische Reize: wie Druck, Verletzung oder Fremdkörper oder krankhafte Stoffwechselprodukte wie Harnsäurekristalle
thermische wie Wärme, Kälte
chemische: Säuren, Laugen, Toxine, entgleiste Enzyme (alter Begriff: Fermente) sind hochaktive Eiweißstoffe, die biochemische Reaktionen stark beschleunigen oder erst ermöglichen. Auf diese Weise regulieren sie viele Stoffwechselvorgänge. Zusammen mit Vitaminen und Hormonen werden sie häufig auch als Wirkstoffe bezeichnet.Enzyme, wie z. B. bei der Pankreatitis (= Bauchspeicheldrüsenentzündung)
Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten
Allergene wie Autoallergene bei rheumatischen Erkrankungen, Autoimmunkrankheit oder Fremdallergene
Häufige Ursachen für Entzündungsreaktionen:
Heilungsreaktion nach einer Entzündung:
Entzündungshemmende Medikamente:
Es werden eine Vielzahl von entzündungshemmenden Medikamenten angeboten. Sie werden auch als Antiphlogistika (antiphlogistisch = entzündungshemmend) bezeichnet.
Entzündungshemmer können in folgende Gruppen unterteilt werden:
1. Steroidale Entzündungshemmer:
sie leiten sich vom Cortison ab, das eine bestimmte chemische Struktur hat, ein so genanntes Steroidgrundgerüst. Alle Entzündungshemmer mit einem Steroidaufbau werden daher steroidale Entzündungshemmer genannt!
Cortison ist ein lebensnotwendiges, körpereigenes Hormon, das in der Nebenniere produziert wird. Neben Wirkungen auf den Fett gehört neben Eiweiß und Kohlenhydraten zu den energieliefernden Hauptnährstoffen. Grundbaustein der Fette sind die Fettsäuren eine Kohlenstoffkette, die mit Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H) bestückt ist.Fett-, Eiweiss- und Mineralstoffwechsel steuert es wichtige Vorgänge im Das Immunsystem hat im wesentlichen 2 Aufgaben: die Abwehr körperfremder, krankheitsauslösender Substanzen wie Viren, Pilze, Bakterien und anderer Mikroorganismen und die Abwehr von im Körper selbst gebildeten schädlichen Zellen wie Krebszellen.Immunsystem. Es wird als Stresshormon vor allem für die Abwehr des Körpers auf äußere Belastungen benötigt. Das körpereigene Cortison und andere künstlich hergestellte Cortisonmedikamente sind zudem die am besten und schnellsten wirkenden Entzündungshemmer. Im Dauergebrauch können sie allerdings schwere Nebenwirkungen haben. Die Gefahr von Infektionen sowie des Wiederaufflammens verborgener Infekte ist erhöht. Die Wundheilung ist verzögert. Es besteht die Gefahr der Knochenbrüchigkeit. Ein latenter Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, die durch einen absoluten bzw. relativen Insulinmangel gekennzeichnet ist. Man unterscheidet zwei Formen des Diabetes, Typ I (früher Jugenddiabetes)und Typ II (früher Altersdiabetes). Diabetes kann ausbrechen.
2. Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSE)
Entzündungshemmende Medikamente, die keine chemische Verwandtschaft mit dem Cortison haben, werden als nicht steroidale Entzündungshemmer zusammengefasst. Der wichtigste Wirkstoff in dieser Gruppe ist die Acetylsalicylsäure (ASS). Sie sind wirksam gegen Entzündungen, Schmerzen und haben eine Reihe weiterer Wirkungen (z.B. Blut verflüssigend).
Sie hemmen bestimmte Enzyme (alter Begriff: Fermente) sind hochaktive Eiweißstoffe, die biochemische Reaktionen stark beschleunigen oder erst ermöglichen. Auf diese Weise regulieren sie viele Stoffwechselvorgänge. Zusammen mit Vitaminen und Hormonen werden sie häufig auch als Wirkstoffe bezeichnet.Enzyme, nämlich die Cyclooxygenasen (=COX) und dadurch die Herstellung von Gewebshormonen (Prostaglandinen), die eine wichtige Rolle bei Entzündungen spielen.
Daneben haben die Prostaglandine noch weitere wichtige Funktionen im Körper:
Da die NSE die Herstellung der Prostaglandine hemmen, äußern sich ihre wichtigsten Nebenwirkungen durch Schädigungen der Magen-Darm-Schleimhaut (Geschwüre, Blutungen etc.) und durch eine Beeinträchtigung der Blutgerinnung und damit Verstärkung der Blutungsneigung durch Hemmung der Blutplättchenverklumpung (=Trombozytenaggregation).
Daneben können sie eine Störung der Nierendurchblutung verursachen. Wassereinlagerung im Körper vor allem in den Beinen, mit einer Erhöhung des Blutdrucks oder in seltenen Fällen Nierenversagen können die Folgen vor allem bei Langzeitgebrauch sein.
So genannte spezifisch COX-2 hemmende NSE stehen seit einiger Zeit zur Verfügung. Diese hemmen spezifisch die Entzündungsvorgänge, haben aber weniger negative Auswirkungen auf Magen-Darmtrakt und keine auf Blutplättchen.
3. Pflanzliche Entzündungshemmer:
Eine Vielzahl von Pflanzen haben entzündungshemmende Wirkungen.
| Pflanzen | Anwendung | Pflanzen | Anwendung | |
| Arnikablüten | äußerlich verdünnt | Rosskastaniensamen, -blüten, -blätter | innerlich und äußerlich | |
| Beinwellblätter und -wurzeln | äußerlich | Salbeiblätter | zum Gurgeln | |
| Es sind nicht die dicken, jahrhundertealten Bäume, sondern die jungen bis zu 10 oder höchstens 20 Jahre alten Bäume, deren Rinde von Stamm und Zweigen geschält wird, um sie getrocknet für Heilzwecke zu verwenden. Eichenrinde | äußerlich Bäder und Umschläge | Schafgarben- blüten, -kraut | innerlich und äußerlich | |
| Mitte Juni steht das Johanniskraut in voller Blüte. Es ist zu dieser Zeit auch für den Laien an den leuchtend-gelben Blüten und dem typischen Erscheinungsbild der Blätter leicht zu erkennen.Johanniskraut (Rotöl) | äußerlich | Süßholzwurzel | innerlich | |
| Kamillenblüten | innerlich und äußerlich | Teufelskrallenwurzel | innerlich | |
| Ringelblumen- blüten | äußerlich | Weihrauchharz | innerlich und äußerlich |
Kälte- und Wärmeanwendungen bei Entzündungen:
Wärme ist angebracht, bei chronischen, das heißt, schleichend entstandenen Entzündungen. Sie steigert den Stoffwechsel und die Durchblutung, entspannt und heilt, lindert die Schmerzen und erhält die Beweglichkeit. Wärme verschlimmert aber akute Entzündungen (z.B. akutes Rheuma ist ein Überbegriff für die über 400 verschiedenen Krankheitsbilder des rheumatischen Formenkreises. Den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sind die schubweise auftretenden Schmerzen und Bewegungseinschränkung im Bereich des Haltungs- und Bewegungsapparates gemeinsam. Rheuma).
Kälte ist angebracht bei akuten Entzündungen und Muskelprellungen. Sie verhindert Schwellungen, lindert Entzündung und Schmerzen. Eisbeutel und Kühlkompressen sollten in Bereich von kleinen Gelenken wie Fingern nicht länger als 5 Minuten, sonst nicht länger als 20 Minuten angewendet werden. Es sollte auch immer ein Tuch zwischen Eisbeutel und Haut liegen. Das verhindert Kälteschäden
Literatur: