Granatapfel

 

Der Granatapfel ist die Frucht eines fünf bis acht Meter hohen Baums. Sie besitzt ein hohes antioxidatives Potenzial. Nach dem Granatapfel benannt wurde der Halbedelstein Granat und die spanische Stadt Granada.

Botanik und Herkunft:

Der Granatapfel stammt vermutlich aus Persien, dem heutigen Iran. Dort sowie in warmen Regionen wie dem Mittelmeerraum und Brasilien ist er heute verbreitet.
Der deutsche Name "Granatapfel" hat seinen Wortursprung im lateinischen “granae“ (= Kerne oder Körner) bzw. “granatus“ (= körnig, kernreich). Die Phönizier (Punier) nannten ihn wegen der vielen Kerne in der Frucht Punica granatum.
Der Granatapfel spielt als “heilige Pflanze“ in vielen Religionen und in der griechischen Mythologie eine bedeutende Rolle. Er galt unter anderem als Fruchtbarkeitssymbol und wurde bekannt als Baum des Lebens im Garten Eden.
Die lederartige Außenhaut der Frucht ist etwa fünf Millimeter dick. Aufgrund dieser Schutzschicht können Granatäpfel bis zu einigen Monaten gelagert werden. Die Früchte zählen zu den nichtklimakterischen Früchten, da sie nach der Ernte nicht nachreifen. Die Frucht ist botanisch eine Scheinbeerenfrucht.
Die von einer blassroten, saftigen und wohlschmeckenden Hülle umschlossen Samen im Inneren der Frucht liegen in Kammern, die durch Trennwände abgegrenzt sind. Granatäpfel schmecken ähnlich wie Johannisbeeren.

Verwendung, Verwertung und Produkte:

Zur Saftgewinnung wird die Frucht wie eine Zitrone aufgeschnitten und ausgepresst. Am besten wird die harte Schale vom Kelch zum Stiel mehrfach eingeschnitten. Dann zieht man die Spalten ab, um das Fruchtinnere freizulegen. Die Frucht kann auch in der Mitte durchgeschnitten werden. Das Fruchtfleisch wird mitsamt den Samen herausgelöffelt. Die Samen können ausgespuckt oder mitverzehrt werden.
Im Orient werden auch die reifen Früchte samt Schale mit der Hand weich geknetet, die Schale dann durchbohrt und der Saft direkt aus der Frucht getrunken.
Aus den Samen wird auch ein “Kernöl“ gepresst. Verwendet werden ebenfalls die Schalen und das Schalenmehl.

Auch Wein aus Granatäpfeln kann in einem sehr aufwendigen Verfahren hergestellt werden. Dabei wird ein Teil des Saftes zur späteren Süßung konzentriert. Der andere Teil wird vergoren und zur Verbesserung der Farbe (bräunlich) und des “Mouth feelings“ 10 % Wein der Rebsorte Merlot zugegeben.

Erzeugnisse aus dem Granatapfel dienen folgenden Zwecken:

Inhaltsstoffe von 100 g Granatäpfeln:

 

Inhaltsstoffe Granatäpfel je 100 g

verw. Kohlenhydrate

16,7 g

 

Brennwert

78 kcal

Eiweiß

0,7 g

 

Ballaststoffe

2,2 g

Fett

0,6 g

 

 

 

Vitamine: Vitamine: v. a. Vitamin C (7 mg)
Mineralstoffe: v. a. Kalium (290 mg)
Sonstige: v. a. Polyphenole. Ein Liter Granatapfelsaft enthält etwa 2500 Milligramm Polyphenole. Das sind rund 500 Milligramm mehr als bei Rotwein und 1500 Milligramm mehr als beim grünen Tee.

 

Quelle : Bundeslebensmittelschlüssel

Lebensmittelrechtliche Einstufung:

Granatäpfelprodukte sind rechtlich Lebensmittel. Viele Aussagen betreffen arzneiliche Wirkungen (siehe unten) Diese sind für Lebensmittel rechtlich nicht erlaubt!

Bedeutung für die menschliche Ernährung:

Obst, Trockenfrüchte

Arzneiliche Wirkungen des Granatapfels:

Die Granatäpfel werden vor allem aufgrund ihres hohen antioxidativen Potenzials ausgelobt, zurückzuführen auf die Inhaltsstoffe Punicalagin, Ellagitannin oder Ellagsäure.

Fermentierung des Saftes: Wird der Granatapfelsaft fermentiert, ergibt sich ein höheres antioxidatives Potenzial und damit theoretisch eine stärkere krebsprotektive Wirkung. Im frisch gewonnenen Granatapfelsaft liegen z.B. die Flavonoide in glykosidischer Bindung (an Zuckermoleküle gebunden) vor. Durch die Fermentation werden sie freigesetzt und somit die Bioverfügbarkeit erhöht.

Zahlreiche Studien weisen auf die positive Wirkung des Granatapfels bei verschiedenen Krebsarten hin. In einer Studie konnten Prostatakrebs-Patienten durch den täglichen Konsum von Granatapfelsaft ihren PSA-Wert, den zentralen Biomarker bei Prostatakrebs, deutlich länger konstant halten als vor der Behandlung.
Erforscht wird zur Zeit auch die Rolle der Polyphenole im Grantapfel in Bezug auf eine “Antiaging-Wirkung“.
In der Volksmedizin galt der Granatapfelbaum als Bandwurmmittel. Verwendet wurde die Wurzelrinde. Auch die Fruchtschale wurde in Form von Aufgüssen bei der Infektionskrankheit Ruhr eingesetzt. Zudem wurde dem Granatapfel eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.
Als wesentliche Indikationen in der Traditionellen Chinesischen Medizin gelten “Magen Yin Leere, Trockenheit des Mundes, Durst, hartnäckige massive Diarrhoe sowie Blasenstörungen, Wurmerkrankungen, Zahnfleischschwäche und Entzündungen im Mund-Hals-Bereich.“

Literatur: