Faszien

 

Faszien sind weißlich-transparent wirkende Umhüllungen von Muskeln, Knochen und Organen. Sie gehören zum Bindegewebe und geben dem gesamten Körper eine Struktur in Form eines verbundenen Netzwerks.

Bestandteile der Faszien

Faszien bestehen aus Wasser, verschiedenen Zuckerarten und Eiweißen, zu denen das Kollagen und das Elastin gehört. Kollagen ist für die Festigkeit der Faszien unabdingbar, Elastin sorgt für eine gewisse Plastizität. In den Faszien befinden sich zahlreiche Schmerzrezeptoren. 

Funktionen der Faszien

Die detaillierte Erforschung der Faszien steht noch am Anfang. Bekannt ist, dass Faszien wichtig sind für

Eine gute und damit ungestörte Funktion der Faszien zeigt sich in einem reibungslosen Aneinandergleiten mit dem angrenzenden Muskel bzw. Organ, das von den Faszien umhüllt ist.

Störungen der Faszienfunktion

In den Sportwissenschaften wird eine gestörte Faszienfunktion als Ursache für vielfältige Beschwerden angesehen. So werden Rückenschmerzen, die nicht auf eindeutig diagnostizierbare Ursachen wie z.B. Bandscheibenvorfall zurückgeführt werden können, zunehmend als Folge von Verhärtungen bzw. "Verklebungen" von Faszien angesehen. Die Hauptursache für solche Prozesse ist Bewegungsmangel. Muskeln und die umgebenden Faszien müssen regelmäßig gedehnt, angespannt und auch wieder entspannt werden, um Muskeln und Faszien "geschmeidig" zu halten.

Eine negative Rolle kann auch die Ernährung spielen, wie z.B. eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, eine Übersäuerung des Bindegewebes und eine mangelhafte Versorgung mit essentiellen Nährstoffen.

Vorbeugung und Therapie 

Um das reibungslose Zusammenspiel von Muskeln und Faszien zu gewährleisten, ist regelmäßige Bewegung notwendig. Optimal ist ein kombniniertes Ausdauer- und Krafttraining, bei dem im Anschluss alle beanspruchten Muskeln ausgiebig gedehnt werden. Auch Feldenkrais, Pilates und Yoga sind hervorragende Bewegungsformen zur Faszienmobilistaion. 

Zunehmend werden Faszienrollen eingesetzt, mit deren Hilfe Verklebungen gelöst werden sollen. Dazu gibt es zahlreiche Übungen, bei denen der/die Trainierende die jeweilige Muskulatur mit dem Druck des eigenen Körpergewichts in einer Gleitbewegung über die Faszien abrollt. Diese Form der Druckmassage stimuliert die Blut- und Lymphzirkulation und soll die Verklebungen zwischen Faszien und Muskeln wieder lösen. Ein solches "Faszientraining" ist zu Beginn in der Regel äußerst schmerzhaft. Daher sollte es unter Anleitung eines erfahrenen Trainers ausgeübt werden, der die entsprechenden Übungen variieren und gegebenenfalls korrigierend eingreifen kann.

Angeboten werden auch spezielle Massagetechniken wie z.B. die "Senmotic Faszien-Therapie" auch "Thixotherapie" genannt. Verfahren wie Rolfing oder Osteopathie sind ebenfalls manuelle Verfahren zur Stärkung der Bindegewebsfunktion.

Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr verbessert die Effekte eines regelmäßigen Faszientrainings.

Literatur