Glutensensitivität

 

Die Glutensensitivität wird von der Ernährungsmedizin erst seit Kurzem als eigenständige Erkrankung anerkannt. Im Unterschied zu einer Weizenallergie oder einer Zöliakie lassen sich keine spezifischen Antikörper im Blut nachweisen.

Symptome:

Symptome der Glutensensitivität betreffen hauptsächlich den Magen- und Darmtrakt. Sie ähneln den Symptomen des Reizdarmsyndroms. Genannt werden: Bauchschmerzen verbunden mit Blähungen, Darm-trägheit, Durchfall, ein brennendes Gefühl am Mageneingang, Übelkeit und Erbrechen. An Armen und Beinen werden Muskelkrämpfe und ein Taubheitsgefühl geschildert. Weitere Symptome sind Ekzeme, Kopfschmerzen, Kreislauf-probleme sowie eine gerötete und geschwollene Zunge. Auch über psychische Reaktionen wie Antriebslosigkeit wird berichtet.

Häufigkeit:

Wissenschaftlich belastbare Zahlen über die Häufigkeit der Glutensensi-tivität gibt es nicht. Experten schätzen den Prozentsatz der in Deutsch-land betroffenen Personen auf rund 2 %. Vermutet wird, dass rund 20 % der Patienten mit einer Diagnose auf „Reizdarm“ unter einer Glutensensitivität leiden.

Diagnose:

Eine Beurteilung des Krankheitsbildes findet mittels einer Ausschlussdiagnostik statt. Es wird geprüft, ob eine Weizeneiweißallergie, eine Zöliakie oder andere Darmerkrankungen mit ähnlicher Symptomatik vorliegen. Bei diesen Erkrankungen lassen sich spezifische Antikörper bzw. Entzündungsparameter im Blut nachweisen. Um eine Zöliakie sicher auszuschließen, wird über eine Darmbiopsie eine Gewebeprobe der Darmschleimhaut entnommen.

Sind alle diagnostischen Befunde negativ, wird eine zweiwöchige gluten-freie Kost angeschlossen. Verschwinden die Symptome nach diesen zwei Wochen ganz oder zum größten Teil, geht man von einer Glutensensitivität aus.

Zur Sicherheit sollte nach einer Phase mit glutenfreier Ernährung eine gezielte Provokation mit glutenhaltigen Lebensmitteln erfolgen. Treten die Symptome dann erneut auf, ist die Diagnose Glutensensitivität hoch wahrscheinlich.

Ernährungstherapie:

Die Ernährung sollte möglichst glutenfrei sein. Im Unterschied zu einer Zöliakie können Diätfehler eher toleriert werden, da es bei der Glutensensitivität nicht zu einer Zerstörung der Darmzotten oder zu irreversiblen Schäden im Darm kommt.

Für die Betroffenen ist die Pflichtkennzeichnung von glutenhaltigen Lebensmitteln hilfreich. Für glutenfreie Lebensmittel ist in der EU ein Grenzwert von 20 mg/kg (ppm) festgelegt.

Literatur: