Milz

 

Die Milz gehört zu den lymphatischen Organen. Obwohl ihr Anteil am Körpergewicht minimal ist, wird sie extrem stark durchblutet. Beim Erwachsenen zählt sie nicht zu den lebensnotwendigen Organen. Sie ist vorgeburtlich an der Blutbildung beteiligt, speichert Blutplättchen (Thrombozyten) und kann alte bzw. abnorme Blutzellen abbauen, was auch als “Blutmauserung“ bezeichnet wird.

Begriffsbestimmungen:

Griechisch heißt die Milz Splen, lateinisch Iien. An der Milzpforte (Milzhilus) treten die Versorgungsgefäße und Nerven ein bzw. aus. Zuführendes Blutgefäß ist die Milzarterie (A. lienalis), abführendes Gefäß ist die Milzvene (V. lienalis).
Der Milzsinus ist eine besondere venöse Struktur im Gefäßsystem der Milz. Er ist so aufgebaut, dass nur intakte rote Blutkörperchen (Erythrozyten) in dieses venöse Gefäß gelangen können. Die
atypisch geformten und “alte, verbrauchte Erythrozyten“ bleiben außerhalb der Blutgefäße der Milz und werden von Fresszellen (Makrophagen) aufgenommen und abgebaut.

Umhüllt wird die Milz von der bindegewebigen Milzkapsel. Von dieser gehen so genannte Trabekel in das Innere der Milz. Das eigentliche Milzgewebe wird Pulpa genannt, die in eine rote und eine weiße Pulpa unterteilt wird. In der weißen Pulpa finden sich vorrangig Lymphgewebe und die Malpighi-Körperchen, in der roten Pulpa rote und weiße Blutzellen.
Die operative Entfernung der Milch wird auch als Splenektomie bezeichnet. Ist die Milz vergrößert, spricht man von einer Splenomegalie.

Die Milz in Zahlen:

Die Milz wiegt rund 150 g. Sie ist ca. 7 cm breit und rund 11 cm lang. An der Gesamtdurchblutung des Körpers ist sie mit 3 – 5 % beteiligt, was angesichts ihres niedrigen Gewichtes sehr viel ist. Das Verhältnis von roter und weißer Pulpa liegt bei etwa 3 : 1, kann sich aber infolge verschiedener Erkrankungen verändern.
Bei jedem fünften Menschen finden sich eine oder mehrere “Nebenmilzen“.

Anatomie der Milz:

Die Milz ist ein Organ, das sich weich anfühlt, von außen jedoch nicht tastbar ist. Es hat die Form einer Bohne. Die Milz liegt im linken Oberbauch unterhalb des Zwerchfells in etwa auf Höhe der 10. Rippe. Sie wird durch den Rippenbogen mechanisch abgeschirmt. Infolge von Erkrankungen (z.B. Malaria) oder Unfällen kann sie sich vergrößern und ist dann tastbar.
Für die nervöse Versorgung der Milz ist das vegetative Nervensystem zuständig

Aufgaben der Milz:

Blutbildung (Hämatopoese): diese Aufgabe übernimmt die Milz vor der Geburt; im Erwachsenenalter wird dies vom Knochenmark und der Leber übernommen.
Blutspeicherung: diese Funktion der Milz ist bei einigen Tieren stark ausgeprägt, beim Menschen weniger.
Entfernung von Gerinnungsprodukten: kleine Blutgerinnsel können von der Milz abgefangen und abgebaut werden.
Filterung des Blutes: die Milz kann aufgrund des speziellen Aufbaus des Milzsinus atypisch geformte und überalterte rote Blutkörperchen abbauen. Die freiwerdenden Stoffe wie z.B. Eisen werden vom Körper wieder verwendet.
Immunologische Funktion: die Milz kann Lymphozyten und Antikörper produzieren und “liefern“ sowie Fremdstoffe und Lymphozyten abbauen; nach Entfernung der Milz können diese Aufgaben von der Leber übernommen werden. Die Milz enthält 20mal mehr Lymphozyten als alle Lymphknoten zusammen! Kommen Antigene (vom Körper als fremd bewertete Stoffe) in den Körper, bildet die Milz, wie andere lymphatische Gewebe, Antikörper. Sie ist besonders auf die Produktion von Antikörpern des Typs IgM (Immunglobulin M) spezialisiert. Wurde die Milz entfernt, ist die Synthese dieser Immunglobulinfraktion eingeschränkt, was eine höhere Infektanfälligkeit zur Folge haben kann.
Speicherung und Abgabe von Thrombozyten: die Milz kann bei Bedarf, z.B. bei Blutungen, rasch Blutplättchen ausschütten, um eine schnelle Gerinnung sicherzustellen.

Messung der Milzfunktion und diagnostische Verfahren:

Schmerzen, die von der Milz ausgehen, manifestieren sich meist im Unterbauch unterhalb des Bauchnabels. Sie können auch in den Oberbauch oder den linken Schulterbereich ausstrahlen.

Krankheiten der Milz:

Beeinflussung der Milzfunktion durch naturheilkundliche Mittel:

Naturheilmittel mit unmittelbar milzstärkender Wirkung sind nicht bekannt. Beschrieben werden einige lokale Heilpflanzenanwendungen (Hildegard von Bingen “Tannencreme“) bei Milzschmerzen, die symptomatisch wirken.
Grundsätzlich ist zu beachten, dass eine Entfernung der Milz bei Kindern unter 6 Jahren möglichst vermieden werden sollte. Eine Impfung gegen bestimmte Krankheitserreger sollte nach einer Milzentfernung erwogen werden, da die spezifische Immunabwehr gegen diese Keime geschwächt ist. Dazu zählen Bakterien, die folgende Krankheiten auslösen können:

Literatur: