Therapeutische Breite

 

Die therapeutische Breite gibt den Spielraum an zwischen der Heilwirkung eines Arzneimittels und seiner toxischen Wirkung. Je größer die therapeutische Breite um so “ungefährlicher“ ist der Arzneistoff, je kleiner dieser Bereich ist, desto genauer muss die Substanz dosiert werden.
Abzugrenzen von der Therapeutischen Breite sind die Begriffe therapeutischer Index und therapeutische Wirksamkeit.

Berechnungen zur therapeutischen Breite:

Die therapeutische Breite wird berechnet aus:



Die Formel lautet: LD50 / ED50

Eine Erhöhung der Dosis eines Medikaments bewirkt neben einer Verstärkung des therapeutisch gewünschten Effektes auch eine Zunahme der Nebenwirkungen. Je höher der Quotient LD50/ED50 ist, desto sicherer ist ein Arzneimittel in seiner Anwendung.
Die therapeutische Breite ist ein verlässlicher Parameter, wenn Dosis-Wirkungs-Kurve und Dosis-Letalitäts-Kurve eines Medikaments annähernd parallel verlaufen. Andernfalls ist es besser, den therapeutischen Index als Bewertungsgrundlage heranzuziehen.

Therapeutischer Index:

Der therapeutische Index ist wie die therapeutische Breite ein Maß für die Sicherheit eines Medikaments. Es gibt das Verhältnis der letalen Dosierung eines Medikaments im Verhältnis zur wirksamen Dosierung an.

Der therapeutische Index wird berechnet aus:



Die Formel lautet: LD5 / ED95

Je höher der Quotient LD5/ ED95, desto sicherer ist ein Medikament in seiner Anwendung. Der therapeutische Index ist auch dann zuverlässig zu deuten, wenn die Dosis-Wirkungs-Kurve und die Dosis-Letalitäts-Kurve keinen annähernd parallelen Verlauf aufweisen.
Somit ist der therapeutische Index verlässlicher als die therapeutische Breite.

Therapeutische Wirksamkeit:

Die therapeutische Wirksamkeit ist die Fähigkeit eines Arzneimittels oder einer anderen therapeutischen Anwendung, eine Heilung anzuregen. Diese Heilung kann teilweise oder vollkommen sein.
Die therapeutische Wirksamkeit ist nicht zu verwechseln mit der pharmakologischen Wirkung, die bestimmte Parameter (z.B. Blutfettwerte, Entzündungsmarker) beeinflusst, aber nicht zwangsläufig evtl. Krankheitssymptome.

Arzneimittel mit geringer und großer therapeutischen Breite:

Zu den Arzneimitteln mit großer therapeutischer Breite zählen zum Beispiel viele pflanzliche Arzneimittel (mite Phytopharmaka), vor allem die freiverkäuflichen Arzneimittel.
Allerdings können pflanzliche Arzneimittel auch Wirkstoffe mit sehr geringer therapeutischer Breite (forte Phytopharmaka) enthalten wie z.B. der Fingerhut (Digitalsiglykoside), das Maiglöckchen (Glykoside) oder der Stechapfel (Alkaloide).
Bei deren Anwendung müssen die Blutspiegel laborchemisch kontrolliert werden. Sie sind verschreibungspflichtig.

Literatur: