Fasten

 

 

Vollfasten, Totales Fasten ist sozusagen die "Urform" des Fastens. Als uralte Heilmethode wird Fasten schon seit der Antike von erfahrenen Fastenärzten empfohlen. Auch zur Vorbeugung gegen Krankheiten, zur Entgiftung/Entschlackung, zur Umstimmung des Stoffwechsels, zum Abnehmen und aus religiösen und meditativen Motiven fasten Menschen.

Befinden im Fasten:

Häufige Erfahrungen von Fastenden sind die gute körperliche Leistungsfähigkeit, eine geschärfte Sinneswahrnehmung und eine seelische Aufgeschlossenheit. Mögliche "Fastenkrisen" können sich äußern in Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, kurzfristigen Hautveränderungen, kalten Händen und Füßen und anderen Unpässlichkeiten.

Praxis des Totalen Fastens:

Energieliefernde Nahrung wird gänzlich gemieden. Die Fastenden trinken ausschließlich Quellwasser, Mineralwasser und ungezuckerten Tee (keinen schwarzen Tee!). Wichtig ist eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme (ca. 3 Liter pro Tag). Vitamin-und Mineralstoffpräparate werden evtl. gegeben.
Wie bei jeder Intensivdiät erfolgen vor der Kur ein oder mehrere Vorbereitungstage und eine gründliche Darmreinigung.
Das totale Fasten dauert 2 - 4 Wochen, in Kliniken bis zu 6 Wochen und mehr. Es sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Fastenstoffwechsel:

Der Fastende ist auf die eigenen Energiereserven angewiesen. Abgebaut werden zunächst die Kohlenhydratvorräte (Glykogenspeicher), die für ca. 1 Tag reichen. Um die Versorgung des Gehirns mit Glucose zu sichern, müssen anschließend verschiedene Stoffe wie Glycerin, Milchsäure und bestimmte Aminosäuren in Glucose umgewandelt werden (Gluconeogenese).
Dabei kommt es zu einem erheblichen Abbau von körpereigenem Eiweiß.

Zusätzlich entstehen im Fastenstoffwechsel so genannte Ketonkörper, die aus einem unvollständigen Fettabbau entstehen.
Sie kommen gehäuft bei Fastenden vor, da das Fett zum vollständigen Abbau Kohlenhydrate benötigt. Die Kohlenhydratspeicher sind jedoch schon nach einem Tag leer.
Erst nach ca. 3 Tagen sind die Körperzellen und nach ca. 1 Woche die Gehirnzellen in der Lage, diese Ketonkörper energetisch zu verwerten. Die Ketonkörper reduzieren das Hungergefühl, bewirken einen Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut und führen zu einer Säurebelastung.
Diese Folgen des Fastens müssen durch eine hohe Flüssigkeitszufuhr (Ausschwemmung) abgemildert werden.

Bewertung:

Das totale Fasten wird aufgrund der starken Belastung (Eiweißverlust, Harnsäureanstieg, Übersäuerung) für den Stoffwechsel nur noch selten, z.B. bei extremen Übergewicht, angewendet.
Die erzielten Gewichtsabnahmen beruhen beim Totalen Fasten zu 37% auf Eiweißverlusten und nur zu 43% auf dem Verlust an Fettgewebe. Die meist erforderlichen langen Behandlungsperioden müssen deshalb vorzeitig abgebrochen werden.
Durch "abgewandelte" Fastenkuren wie z.B. Molke-Fasten, Saftfasten und andere Intensivdiäten werden die negativen Folgen des Fastens abgemildert. Auch der Gewichtsverlust beruht hauptsächlich (vor allem bei der Molke-Kur) auf dem Verlust an Körperfett.

Literatur: