Gerbstoffe

 

Gerbstoffe sind in heißem Wasser recht gut lösliche Naturstoffe, die allerdings in alkoholischen Zubereitungen stabiler sind. Bei pulverisierten Drogen nimmt insbesondere bei den Catechingerbstoffen (es gibt zwei Hauptgruppen: die Catechingerbstoffe = kondensierte Gerbstoffe und die Tannine = hydrolisierbare Gerbstoffe) die Wirkung bei längerer Lagerung ab.

Wirkungen von Gerbstoffen:

Gerbstoffe reagieren mit den Kollagenfasern der Haut und bilden dabei Eiweiß-Gerbstoffverbindungen, durch die das kolloidale Gefüge der obersten Gewebeschichten verfestigt wird. Durch die Bildung einer Art Schutzschicht (=Koagulationsmembran) wirken die Gerbstoffe:

Hinzu kommt noch die abdichtende Wirkung bei den Blutkapillaren und ein sekretionshemmender Einfluss auf verschiedene Drüsen, insbesondere auf Schweißdrüsen. Bei der Darmpassage werden die Gerbstoffe aus den Drogen erst allmählich freigesetzt, so dass sie auch in tieferen Darmabschnitten zur Wirkung kommen. Dies ist ein sehr wesentlicher Vorteil der Verwendung von ganzer bzw. gepulverter Droge gegenüber einem Teeaufguss.

Nebenwirkungen:

Bestimmte Gerbstoffdrogen wirken magenreizend. Sie müssen daher kalt angesetzt werden - dadurch werden weniger Gerbstoffe in das Teegetränk gezogen - (Bärentraubenblätter) oder sie sind für die innerliche Anwendung nicht geeignet (Eichenrinde).

Gerbstoffdrogen:

Zu den Gerbstoffdrogen zählen:
Blutwurz, Eichenrinde, und Heidelbeeren (getrocknet).

Folgende Drogen enthalten Gerbstoffe neben anderen wichtigen Wirkstoffen:
Rhabarberwurzel, Bärentraubenblätter, Salbei, (in geringen Mengen sind Gerbstoffe in fast allen Drogen enthalten).

Literatur:

siehe unter den einzelnen Arzneipflanzen