Monografie

 

Als Monografie (auch Monographie; altgr. μονογραφία, „Einzelschrift“; auch Fachbuch) bezeichnet man eine umfassende, in sich vollständige Abhandlung über einen einzelnen Gegenstand, im Bereich der Pharmazeutik z.B. einen Arzneistoff oder eine Heilpflanze.

Monografien in Arzneibüchern:

Die Arzneibücher bestehen in der Regel aus einem Allgemeinen Teil, in dem allgemeine Analyseverfahren aus den verschiedenen Bereichen der Pharmazie festgelegt sind und aus Monografien, welche Definitionen, Prüfverfahren auf Identität und Reinheit und Lagerungsvorschriften für Drogen und Chemikalien enthalten. Im Monographieteil der Arzneibücher werden die Eigenschaften und Anforderungen einzelner Stoffe ausführlich behandelt.
Die Monographie gliedert sich dabei in die Abschnitte Anforderungen an Eigenschaften, Identität, Reinheit und Gehalt sowie eine Sammlung von analytischen Methoden zur Bestimmung der letzten drei Größen. Jeder pharmazeutisch eingesetzte Stoff hat den Anforderungen der Arzneibuchmonographie zu entsprechen.
Arzneimittel, die neu in das DAB (= Deutsche Arzneibuch) aufgenommen werden oder weiterhin im DAB gelistet bleiben sollen, werden durch eine Expertenkommision auf ihre Heilwirkung hin überprüft.

Monografiearten bei Heilpflanzen:

Das frühere Bundesgesundheitsamt (heute Institut für Arzneimittel und Medizinprodukte) hat eine Gruppe erfahrener Experten auf dem Gebiet der Heilpflanzenkunde – die Kommission E – damit beauftragt, altes Erfahrungswissen über Arzneipflanzen, aber auch Ergebnisse moderner wissenschaftlicher Untersuchungen aus Universität, Klinik und Industrie auszuwerten. Die Ergebnisse werden in so genannten Positiv-, Null- und Negativ-Monographien unterschieden.

Eine Positiv-Monographie erhalten Heilpflanzen bzw. Teile von ihnen (wie Wurzeln oder Blüten), die ohne Risiko verwendet werden können und deren Wirkungen als erwiesen gelten. Beispiele für derart positiv bewertete Heilpflanzen sind das Johanniskraut und Kamilleblüten.

Eine Null-Monographie erhalten dagegen solche Pflanzen, die in der traditionellen Volksmedizin zwar als Heilpflanze verwendet werden, deren Wirksamkeit aber nicht belegt ist. Eine therapeutische Verwendung kann daher nicht befürwortet werden, zumal für die unter Indikation angegebenen Erkrankungen besser geeignete und auch besser untersuchte Arzneipflanzen zur Verfügung stehen. Beispiele hierfür sind das Eisenkraut und der echte Ehrenpreis, die traditionell u.a. bei Erkrankungen im Bereich der Atemwege, des Magen-Darmtraktes, der Leber und der Niere, bei Gicht, Rheuma und nervösen Störungen angewendet werden.

Eine Negativ-Monographie erhalten früher medizinisch genutzte Pflanzen, deren gesundheitliche Risiken größer als ihr Nutzen sind. Ihre therapeutische Anwendung ist heute nicht mehr vertretbar.

Veröffentlichungen von Heilpflanzen-Monografien:

Heilpflanzen-Monografien werden im Bundes-Anzeiger veröffentlicht und haben offiziellen Charakter. Eine komplette Liste alle Monographien von Heilpflanzen findet sich unter:

adg.heilpflanzen-welt.de