Ceramide

 

Ceramide sind Bestandteile der obersten Hautschicht, der Epidermis. In dieser bilden sie mit anderen Bestandteilen die Epidermislipidschicht. Diese stellt eine natürliche Barriere dar, die den Wasserverlust über die Haut beim Menschen auf täglich rund 1/2 l begrenzt.

Aufbau der Epidermislipidschicht:

Die Epidermislipide sind in wohlgeordneten flüssigkristallinen Doppelschichten organisiert und breiten sich zwischen den Hornhautzellen aus. Mit der Bildung dieser Membranstruktur gelingt es bereits geringen Lipidmengen die Durchlässigkeit von Wasser und anderen Molekülen zu verringern.
Der größte und bedeutendste Teil der Epidermislipide gehört zur Gruppe der Sphingolipide (=Ceramide), etwa ein Viertel besteht aus freien Fettsäuren und Cholesterin neben kleinen Anteilen an Cholesterylsulfat und anderen Komponenten.

Chemische Zusammensetzung der Ceramide:

Ceramide bestehen aus dem langkettigen Dihydroxyamin Sphingosin und sehr langkettigen, gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Sie werden aufgrund unterschiedlichen Aufbaus und biochemischer Eigenschaften in 6 Ceramid-Typen (1-6) unterteilt.

Biotechnische Gewinnung von Ceramiden:

Mit Hilfe von Hefe als Mikroorganismus können alle wichtigen Ceramidarten biotechnisch gewonnen werden. Die Gewinnung verläuft in 2 Schritten. Zuerst wird Sphingosin oder Phytosphingosin, die Vorstufen der Ceramide, von Hefezellen produziert. Anschließend werden Fettsäuren pflanzlichen Ursprungs hinzugefügt und es entstehen die Ceramide.

Anwendung von Ceramiden in verschiedenen Studien:

Verschiedene Ceramidtypen wurden in Studien am Menschen auf ihre kosmetischen und z.T. auf arzneiliche Wirkungen geprüft. Zusammenfassend wurden folgende Ergebnisse veröffentlicht:

Anwendung von Ceramiden des Typs 3:

Anwendung von Ceramiden des Typs 6:

Ceramide in Kosmetikprodukten des Reformhauses:

Ceramide werden in verschiedenen Kosmetikprodukten des Reformhauses eingesetzt. Anhand der Volldeklaration ist erkennbar welche Ceramidtypen (1 - 6) enthalten sind.

Literatur: