Legionärskrankheit/Legionellen

 

Legionärskrankheit/Legionellen

Legionellen sind Bakterien, die vorwiegend im warmen Wasser vor-kommen und eine Lungenentzündung mit grippeähnlichen Symptomen auslösen können. Die Legionärskrankheit wurde zum ersten Mal diagnostiziert nach einem Treffen amerikanischer Kriegsveteranen in der Stadt Philadelphia. Dort kam es zu einer Infektion, die sich bei den Teilnehmern der Veranstaltung rasch ausbreitete und etliche Todesfälle verursachte. 

Charakterisierung und Häufigkeit der Legionellen: 

Typus Mobile Stäbchenbakterien zahlreiche Arten und Serogruppen
VorkommenBoden und Oberflächengewässer (auch Meer)
Länge2 – 5 µm
Durchmesser0,5 – 0,8 µm
VermehrungAb 20° Optimal 30 – 45°
Absterben (Wasser)Ab 55°Sicher ab 60°
Inkubation2 – 10 TageSelten bis 2 Wochen
HäufigkeitSchätzung in Deutschland > 100.000 Fälle
Gefährlichste ArtLegionella pneumophila – 2/3 Serogruppe 1
RisikogruppenÄltere, Immungeschwächte, Raucher
GesetzMeldepflichtige Infektionskrankheit
NachweisAnzüchtung von Proben aus den Atemwegen auf Spezialmedien, Urin
TherapieAntibiotika – keine Impfung


Quelle: Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Bayern

Legionellen-Krankheitsbilder:

Typische Symptome sind hohes Fieber und Schüttelfrost. Hinzu kommt eine atypische Lungenentzündung mit Reizhusten (trockenem, unproduktivem Husten) sowie Entzündungen am Kehlkopf und des Lungenfells. Auch Magen-Darmsymptome wie Durchfall und Übelkeit werden beschrieben. Manche Patienten erleiden eine Hirnhaut-entzündung. Das so genannte Pontiacfieber wird ebenfalls von Legionellen ausgelöst, ruft aber nur deutlich abgeschwächte Erkältungssymptome ohne Lungenentzündung hervor.

Legionellen-Infektionsquellen:

Meist werden Legionelleninfektionen durch das Einatmen lungengängiger Aerosole* im Warmwasserbereich verursacht. Als Infektionsquellen kommen daher in Frage:

Keine Rolle spielt die Übertragung von Mensch zu Mensch oder das Essen oder Trinken (außer Verschlucken!). Nur wenn die Erreger über die Atemwege in die Lunge gelangen, besteht eine Ansteckungsgefahr.

*laut Medizinlexikon ist ein “Aerosol eine Mischung aus einem Gas und einer fein verteilten Flüssigkeit oder einem fein verteilten Feststoff (Staub). Beispiele für Aerosole sind Dampf, Rauch und Nebel.“

Vorbeugung von Legionellen-Infektionen:

Legionellenprobleme sind vor allem dann zu erwarten, wenn die Warmwassertemperaturen nach Ablauf von maximal drei Litern 55°C unterschreiten bzw. die Kaltwassertemperaturen 25°C überschreiten.

In der Trinkwasserverordnung sind Grenzwerte für das Vorkommen von Legionellen zu finden. Regelmäßige Untersuchungen finden statt. Der mit Abstand wirksamste Schutz vor Legionellen ist die regelmäßige Wartung und ggf. Instandsetzung von Klimaanlagen und allen Wasser führenden Systemen.
Auch Inhalatoren und Luftbefeuchter sollten regelmäßig gereinigt und bei längerer Nichtbenutzung trocken gelagert werden.

Auf Reisen wird folgende Empfehlung zur Vermeidung von Legionellosen gegeben:

In Hotels vor der ersten Benutzung der Dusche einige Minuten möglichst warmes Wasser durchlaufen lassen. Wichtig ist dabei, in dieser Zeit das Badezimmer zu verlassen, damit Bakterien nicht eingeatmet werden.

Literatur: