Zecken

 

Zecken zählen zu den Spinnentieren. Sie sind Parasiten, die sich vom Blut ihres Wirtes ernähren. Bestimmte Zeckenarten können schwere Krankheiten wie z. B. Borreliose oder Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) übertragen.

Häufigkeit, Merkmale und Zeckenarten:

Rund 800 Arten sind bekannt. Sie werden unterteilt in Schild- und Lederzecken. Die häufigste Art ist eine Schildzecke, der Gemeine Holzbock (Ixodes rizinus). Die einzige in Deutschland vorkommende Lederzecke ist die Taubenzecke.

Zoologische Merkmale von Zecken

Klasse

Spinnentiere – Unterklasse Milben

Arten

Schildzecken

Lederzecken

Vorkommen

In allen Teilen der Welt außer Arktis und Antarktis

Tropen und Subtropen

Merkmal

Hartes Schild auf dem Rücken

Kein Rückenschild

Entwicklungs-stadien

Larve → Nymphe → erwachsene Zecke

 

Vorkommen von Zecken:

Zecke sitzen auf Büschen und Gräsern, ungefähr auf Knie- oder Hüfthöhe. Die weit verbreitete Annahme, dass Zecken auf Ästen von Bäumen sitzen und sich auf ihr “Opfer“ (Wirt) herunterfallen lassen, ist falsch. Zecken lieben ein feuchtwarmes Milieu. Bei einer Temperatur von unter 7° Celsius sind sie nicht auf Beutesuche.

Erkennung der Zeckenwirte:

Zecken nehmen ihre Wirte anhand des ausgeatmeten Kohlendioxids, des Körpergeruchs und der Körperwärme wahr. Die Erkennung erfolgt über das Hallersche Organ, mit dessen Hilfe die Zecke eine Mischung verschiedener Stoffe (z.B. Ammoniak, Buttersäure, Kohlendioxid) wahrnehmen kann. Nicht die Menge eines Stoffes ist für den Zeckenstich entscheidend, sondern die Mischung. Darum werden manche Menschen eher befallen als andere. Die bevorzugten Wirtstiere sind kleine und größere Säugetiere wie z.B. Igel, Mäuse, Rehe, Vögel und der Mensch.

Zeckenstich und Blutentnahme:

Bei einer Berührung krallt sich die Zecke an das Fell, die Haut oder die Kleidung ihres Wirtes. Dies geschieht blitzschnell. Bevorzugte Stellen beim Menschen sind Körperstellen mit einer dünnen Haut, die gut durchblutet sind wie z. B. Armbeugen, Kniekehle und Haaransatz im Nacken.

Aufgrund der Mechanik des „Blutabzapfens“ mit Hilfe scherenartiger Mundwerkzeuge (Cheliceren) und eines Stechrüssels (Hypostom) wird die Zeckenverletzung nicht als Biss, sondern als Zeckenstich bezeichnet.

Die Zecke benötigt in jedem ihrer Entwicklungsstadien reichlich Blut, das sie immer wieder von ihrem Wirtstier absaugt. Gleichzeitig sorgt sie mit betäubenden und entzündungshemmenden Wirkstoffen dafür, dass der Stich lange Zeit unbemerkt bleibt.

Hat die Zecke genügend Blut abgezapft, fällt sie von selbst ab. Eine mit Blut gefüllte Zecke kann rund 200mal schwerer als eine Zecke vor dem Stich sein.

Durch Zecken übertragene Krankheiten:

Zecken können eine Vielzahl von Krankheiten übertragen, da sie diverse Bakterien und Viren in sich tragen und diese ins Blut des gestochenen Wirtes übergehen. Die bekanntesten und gefährlichsten Krankheiten, die durch Zeckenstiche übertragen werden, sind à Borreliose und Frühsommermeningoenzephalitis (FSME), eine Gehirnhautentzündung, die schwere Schäden verursachen und tödlich verlaufen kann. Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst, die FMSE durch Viren.

Nicht jede Infektion verläuft gleich schwer. Es gibt sehr unterschiedliche Krankheitsbilder. Zecken, die FSME übertragen, kommen traditionell eher in Süddeutsch-land vor. Aufgrund des Klimawandels werden sie zunehmend auch in Norddeutschland heimisch.

Die Verbreitungsgebiete der Zecken mit FSME sind mit Hilfe der “FSME-Google-Maps-Karte“, auf der Seite www.zecken.de, jederzeit in der aktuellen Version zu sehen. Zecken, die Borreliose übertragen, sind überall in Deutschland verbreitet. Es gibt daher keine Karten mit Risikogebieten wie bei FMSE. Hauptüberträger der Borreliose ist der Gemeine Holzbock.

Vorbeugung von Zeckenstichen:

Die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung sollen den Zeckenkontakt mit der Haut verhindern. Daher ist das Tragen von Kleidern, die die Haut abschirmen, die wichtigste Empfehlung. Die folgenden Tipps sind besonders wichtig für Kinder, da diese sich viel im Freien aufhalten (sollen).

Praktische Tipps → Kleidung

Sonstige Tipps

Zeckenentfernung und Abtötung der Zecken:

Je früher eine Zecke auf der Haut entdeckt wird, umso besser. Grundsätzlich gilt: Eine Infektion mit eventuellen Krankheitserregern ist umso wahrscheinlicher, je länger die Zecke die Gelegenheit der Blutentnahme hat. Bei Bakterien, die Borreliose übertragen, kommt es in der Regel erst nach 12 – 24 Stunden zu einer Ansteckung, bei FSME-Viren findet der Übertritt dagegen sofort statt. Die Viren kommen in der Speicheldrüse der Zecke vor.

Spezielle Werkzeuge (Zeckenkarte, -lasso, -pinzette, -zange) zur Ablösung von Zecken sollten auf längeren Spaziergängen bzw. Wanderungen mitgeführt werden.

Entscheidend bei der Zeckenentfernung ist die möglichst

Nur so ist gewährleistet, dass die Zecke nicht gequetscht wird und Krankheitserreger und andere gefährliche Stoffe freisetzt. Auf keinen Fall sollte die Zecke mit Alkohol, Benzin, Öl oder anderen Stoffen eingerieben werden. Solche Empfehlungen sind veraltet und kontraproduktiv!

Achtung: Zecken sind extrem widerstandsfähig. Sie überstehen selbst mehrere Waschmaschinengänge und Toilettenspülungen. Im wissenschaftlichen Test stellte sich das Zerdrücken der Zecken mit einem festen Gegenstand als wirkungsvollste Abtötungsmethode heraus. Die Zecke sollte hierbei in ein zusammengefaltetes Papier gelegt werden. Sie wird mit einem Glas, das mit Druck über das Papier gezogen wird, zusammengequetscht.

Nach der Ablösung einer Zecke sollte auf folgende Symptome nach einem Zeckenstich geachtet werden. Treten diese auf und bleiben länger bestehen, sollte ein Arzt kontaktiert werden:

Literatur: