Übergewicht

 

Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) gehören zu den klassischen Wohlstandserscheinungen. Sie führen sehr häufig zu ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Bluthochdruck u.a..

Definitionen:

Broca-Gewicht:  
Normalgewicht in kg: Körperlänge in cm -100
   
Idealgewicht in kg : Normalgewicht abzüglich:
  10 % bei Frauen bzw. 15 % Männern
   
Übergewicht in kg: Normalgewicht zuzüglich 10 % und mehr
   
Adipositas: (starkes Übergewicht) in kg: Normalgewicht zuzüglich 20 % und mehr
   
Untergewicht in kg: Normalgewicht abzüglich 20 % und darunter
   
Beispiel:  
Eine Frau von 172 cm Körperlänge hat mit 72 kg Normalgewicht
  mit 61 kg Idealgewicht
  ab 79 kg Übergewicht
  mit weniger als 58 kg Untergewicht


Die Definition zu Übergewicht und Adipositas gilt nur für einen erhöhten Körperfettanteil.

Body Mass Index (BMI):  
   
Körpergewicht in kg  

= BMI
[Körperlänge in m]²  
   
Akzeptables Gewicht: BMI = 20-25
Übergewicht: BMI = 25-30
Adipositas: BMI = über 30
   
Der BMI ist als Richtgröße international anerkannt!


Verbreitung des Übergewichts:

Die Daten aus den einzelnen Untersuchungen schwanken in einem Bereich von 30- 50 % der Gesamtbevölkerung. Das Gewicht ist stark altersabhängig, so dass sich in der Gruppe der 45-60 jährigen die meisten Übergewichtigen erfassen lassen. Für die Adipositas (starkes Übergewicht bzw. Fettsucht) findet man eine Häufigkeit von 8- 17 %.

Übergewichtstypen:

Die Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Fettverteilung am Körper entscheidenden Einfluss auf das gehäufte Auftreten von Stoffwechselstörungen hat. Man unterscheidet die androide Adipositas (vermehrtes Bauchfett) von der gynoiden Adipositas (vermehrtes Hüftfett). Ist die Ursache für das Übergewicht eine vermehrte Fettansammlung im Bauch- bzw. Oberkörperbereich (Apfeltyp) so ist die Wahrscheinlichkeit von Stoffwechsel-Störungen sehr viel höher als bei vermehrter Fettansammlung im Hüft- und Oberschenkelbereich (Birnentyp). Bauchfett ist also gefährlicher.

WHR-Wert (waist to hip ratio):  
Über den WHR-Wert (waist to hip ratio) lässt sich das Risiko messen.
 
Umfang Bauch in Höhe des Bauchnabel (cm)  

= WHR-Wert
Umfang Hüfte an der dicksten Stelle (cm)  
   
Risikowerte: für Männer: über 1 und für Frauen: über 0,8


Beispiel:

100 cm Bauchumfang / 90 cm Hüftumfang = 1.1 WHR-Wert

Ursachen:

Die Ursachen sind vielfältig und müssen im Einzelfall abgeklärt werden. Nur eine ursächliche Therapie bringt anhaltenden Erfolg.

  1. Falsches Essverhalten Unbewusstes und häufig durch Außenreize (Geruch, Uhrzeit, Teller-leer-essen etc.) beeinflusstes Essen und Trinken, die interne Appetit- und Sättigungsregulation wird dadurch überdeckt
  2. Ungünstige Nahrungsauswahl Zu viel, zu fett, zu süß, zu salzig, zu viel Alkohol, zu wenig Frischkost und Ballaststoffe
  3. Zu wenig Bewegung Im allgemeinen wird zu wenig für Fitness und Bewegung getan. Über die Fitness sollte die Figur beeinflusst werden, weniger über die Diät. Bewegung erhöht den Energieverbrauch noch über die Tätigkeit hinaus.
  4. Seelische Einflüsse Kummerspeck, Frustessen, Essen aus Langeweile und innerer Leere, Heißhungerattacken spielen bei vielen Übergewichtigen eine große Rolle.
  5. Häufige Diäten Starke Gewichtsschwankungen (±5 kg) können den Energieumsatz langfristig senken. Dies erklärt sich aus einer Anpassungsreaktion des Organismus auf häufige Hungerphasen (Diät).
  6. Veranlagung Einige Untersuchungen deuten auf einen relativ großen Einfluss dieses Faktors. Eine gestörte Wärmeproduktion (Energieabgabe) wird diskutiert. Man spricht auch von guten und schlechten Futterverwertern.
  7. Krankheiten Im wesentlichen finden sich hier Schilddrüsenunterfunktion und Störungen der Nebenniere, ebenso Krankheiten, bei denen Hormone oder Psychopharmaka verabreicht werden. Der Anteil an den Ursachen liegt allerdings unter 1 %.

Risiken:

Bei Übergewichtigen finden sich vermehrt:

Ein entscheidender Faktor für das Auftreten von Risikofaktoren ist die Verteilung des Fettgewebes am Körper. Das Bauchfett (androide Adipositas) führt wesentlich häufiger zu Gesundheitsstörungen als das Hüftfett (gynoide Adipositas).

Therapie:

  1. Energiereduzierte Vollwerternährung mit hohem Frischkostanteil (1200-1500 kcal): Die langsame aber konsequente Gewichtsabnahme (max.1kg/Wo) verspricht langfristigen Erfolg! Voraussetzung ist das Aneignen von Lebensmittelkenntnissen.
  2. Essverhalten ändern in drei Phasen:

    1. Gewohnheiten beobachten und erkennen
    2. ungünstige Gewohnheiten verändern
    3. neue Gewohnheiten stabilisieren

Ganz wichtig ist hierbei das Prinzip der kleinen Schritte.

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Literatur:

Arteriosklerose, Bluthochdruck, Diabetes, Diät, Fasten, Gicht, Intensivdiäten, Körpergewicht, Molke-Kur, Saftfasten

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