Ballaststoffe

 

Ballaststoffe sind Bestandteile pflanzlicher Nahrungsmittel, die von den menschlichen Verdauungsenzymen nicht gespalten werden können. Im Gegensatz zu früher, als die Eigenschaften und Funktionen der Ballaststoffe noch unbekannt waren, und sie für den menschlichen Organismus als überflüssiger "Ballast" galten, gewinnen diese Bestandteile heute zunehmend an Bedeutung in unserer Ernährung.

Einzelne Ballaststoffe:

Die für unsere Ernährung bedeutenden Ballaststoffe sind die Pflanzenfasern Cellulose, Hemicellulose, Lignin und Pektin.
Andere Ballaststoffe werden aus Algen (z.B. Agar-Agar) oder aus exotischen Pflanzen
(z.B. Guar- und Johannisbrotkernmehl, (Gummi arabicum) gewonnen.
Mit Ausnahme von Lignin sind alle Ballaststoffe hochmolekulare Kohlenhydrate.

Funktionen im menschlichen Stoffwechsel:

Die vielfältigen Wirkungen der Ballaststoffe auf den menschlichen Stoffwechsel, und hier in erster Linie auf sein Verdauungssystem, sind vorwiegend auf ihr gutes Quell- und Wasserbindungsvermögen zurückzuführen.
Sie beeinflussen im positiven Sinne:

Bei geringem Ballststoffverzehr treten vermehrt Darmerkrankungen wie Divertikulose(Ausstülpungen der Dickdarmwand), Hämorrhoiden, Colitis ulcerosa (Dickdarmentzündungen mit geschwürigen Darmwandzerstörungen) und Dickdarmkrebs auf, so dass hier ein ursächlicher Zusammenhang vermutet wird und z.T. wissenschaftlich erwiesen ist. Welchen Anteil die Ballaststoffe an der Verhinderung dieser Krankheiten haben, ist allerdings schwer zu klären.

Vorkommen:

Vollgetreide, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse sind die wichtigsten natürlichen Träger von Ballaststoffen. Zu den speziellen Ballaststoff-Diätetika gehören z.B. isolierte Weizenkleie und Leinsaat. Pektin und importierte Ballaststoffe, wie z.B. Agar-Agar, Guarkernmehl oder Johannisbrotkernmehl werden in der Lebensmittelindustrie und im Haushalt als Gelier- und Dickungsmittel und als Komponenten in kalorienarmen Produkten eingesetzt.

Bedarf und Zufuhrempfehlungen:

Die empfohlene Tageszufuhr von 30 - 40 g ist durch die Vollwert-Ernährung problemlos zu erreichen. Etwa die Hälfte der Ballaststoffe, also 15 - 25 g, sollte aus Vollkornbrot, -backwaren, Müsli und anderen Getreideprodukten bestehen.
Von der langfristigen Anwendung isolierter Ballaststoffpräparate wird bis auf Ausnahmefälle abgeraten, da eine zu große Ballaststoffzufuhr auch negative Effekte (behinderte Resorption von Mineralstoffen) im Körper auslösen kann.
Ballaststoffe sollten möglichst im natürlichen Lebensmittelverbund gegessen werden.

Diätetische Hinweise:

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist geeignet bei:

Der Übergang auf eine ballaststoffreiche Ernährung ist häufig von Verdauungsstörungen wie Blähungen oder Durchfall begleitet. Daher ist es hilfreich den Organismus langsam mit geringen Ballaststoffmengen daran zu gewöhnen. Wichtig ist ein intensives Kauen.

Menschen, die über eine ständige Unverträglichkeit ballaststoffreicher Nahrung klagen, sollten versuchen ihren Darm (z.B. mit der Mayr-Kur) zu sanieren. Dadurch kommt es häufig zu einer besseren Verträglichkeit von zunächst geringen, später erhöhten Ballaststoffmengen.

Grundsätzlich ist bei dem Verzehr von isolierten Ballaststoffen
darauf zu achten, dass gleichzeitig ausreichend Flüssigkeit
zugeführt wird (ca. 150 ml auf einen Esslöffel).


Reformhausangebot:

Literatur:

Agar-Agar, Diabetes, Dickungsmittel, Durchfall, Fettstoffwechselstörungen, Guar, Johannisbrotkernmehl, Verstopfung , Vollwert-Ernährung, Mayr-Kur, Übergewicht