Cholesterin

 

Cholesterin ist eine geschmack- und geruchlose fettähnliche Substanz. Es ist aus vier chemischen Ringstrukturen, dem Sterangerüst, aufgebaut und gehört zur Stoffklasse der Steroide. Cholesterin wird kalorisch nicht bewertet und unterscheidet sich auch darin von den Fetten (Triglyceriden).

Funktion:

Stoffwechsel:

Cholesterin wird vorwiegend in der Leber gebildet, kleinere Mengen auch im Darm und in den Zellen. Durch diese Eigensynthese ist der Mensch nicht auf die Zufuhr durch die Nahrung angewiesen. Bei erhöhter Zufuhr werden beim gesunden Menschen die Aufnahme (Resorption) und Eigensynthese von Cholesterin vermindert.

Transport - "gutes und böses Cholesterin":

Cholesterin wird im Blut in so genannten Fett-Eiweiß-Komplexen (Lipoproteinen) transportiert, hauptsächlich in der LDL-Fraktion. Eine auf Dauer erhöhte Cholesterinkonzentration im Blut erhöht das Risiko arteriosklerotischer Gefäßerkrankungen - "Risikofaktor LDL" (Arteriosklerose). Die HDL-Fraktion, auch ein Lipoprotein, kann überschüssiges Cholesterin im Körper entsorgen und wird daher als "Schutzfaktor HDL" gesehen.

Oxidiertes Cholesterin:

LDL wie auch Cholesterin sind durch Oxydation (Radikale) veränderbar und wirken in dieser Form arteriosklerosebeschleunigend. Körpereigene Enzyme (z.B. Glutathionperoxidase) und Vitamin E, Vitamin C, Vitamin A, und beta-Carotin wirken dieser Oxydation entgegen (Arteriosklerose).

Ausscheidung:

Die Ausscheidung von Cholesterin aus dem Körper erfolgt zu etwa 90% über die Galle in Form von Gallensäuren, der Rest in Form von freiem Cholesterin in der Galle, über die Haut und in Form von Hormonen über den Urin.

Cholesterinaufnahme:

Die empfohlene Zufuhr von Cholesterin durch die Nahrung liegt zwischen 0 und 300 mg/Tag. Die tatsächliche durchschnittliche Aufnahme liegt bei 500 - 750 mg/Tag. Die Cholesterinwerte im Blut sollten nach der derzeitigen Auffassung bei Kindern und Erwachsenen möglichst unter 200 mg/100 ml Blut liegen. Beim Menschen über 60 Jahren werden Toleranzen gegeben, sofern nicht andere Arteriosklerosefaktoren zugleich auftreten (Arteriosklerose). Erfahrungsgemäß sind Cholesterinwerte bis etwa 280 mg/dl durch Verhalten und Ernährung korrigierbar.

Hoher Cholesterinspiegel:

Über die Ernährung:
Eine dauerhaft erhöhte Zufuhr von Kalorien (Fett, gesättigten Fettsäuren, cholesterinreichen Nahrungsmitteln, zuckerreichen Nahrungsmitteln) kann besonders bei erblich belasteten Menschen zu erhöhten Blutcholesterinwerten führen (Fettstoffwechselstörungen). Auch ein Mangel an löslichen Ballaststoffen begünstigt den Anstieg des Cholesterinspiegels.

Erblich bedingt:
Bei manchen Menschen kommt es genetisch bedingt zur Störung des Cholesterinhaushaltes. Dies kann folgende Ursachen haben:

Bei etwa 20 % der Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel ist die Störung genetisch bedingt.


Pflanzliche Lebensmittel sind praktisch cholesterinfrei. Kleinste Spuren lassen sich in manchen Nahrungsmitteln heute mit den modernsten Analysemethoden nachweisen, diese Mengen spielen aber in der Ernährung keine Rolle.

Literatur:

Arteriosklerose, Ballaststoffe, Carotin, Fett, Fettstoffwechselstörungen, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E