Fodmap

 

Der Begriff FODMAP kommt aus dem Englischen und steht für fermentierbare Kohlenhydrate aus den Gruppen der Mono-, Di- und Oligosaccharide sowie der Polyole.

Spezielle "FODMAPs":

Hauptkomponenten der "FODMAPs" (fermentable oligo-, di- and monosacharides and polyols) sind nach den australischen Ernährungsforschern Gibson und Shepherd folgende Kohlenhydrate:

Tabellarische Übersichten zum Gehalt der aufgelisteten "FODMAPs" finden sich in zahlreichen Büchern und Internetseiten.

Hintergrund der "FODMAPs":

"FODMAPs" sollen nach einem in Australien entwickelten Therapiekonzept vor allem Symptome des Reizdarmsyndroms auslösen bzw. verstärken. Sie werden auch im Zusammenhang mit der "Nicht-Zöliakie-Weizenallergie-Weizensensitivität" als Lebensmittelbestandteile betrachtet, die in möglichst geringer Menge verzehrt werden sollten.

Theorie der FODMAPs:

Die Begründer der Low-FODMAP-Diät sehen in den FODMAPs die Verursacher vielfältiger Symptome in Magen und Darm wie Blähungen, Durchfall und/oder krampfartigen Beschwerden, wie sie beim Reizdarmsyndrom auftreten. Daher sollen die als FODMAP beschriebenen Kohlenhydrate in möglichst geringer Menge verzehrt werden.

Die Kernthese lautet: Die bei manchen Menschen schlechte Aufnahme bzw. Verdaulichkeit der FODMAPs verursachen über osmotische Wirkungen sowie einer raschen Fermentation im Darm eine Dehnung und Reizung der Dünn- oder Dickdarmwände mit der Folge typischer Reizdarmbeschwerden.

FODMAP - Gehalt von Lebensmitteln

Lebensmittelgruppen, die FODMAPs enthalten, sind im Wesentlichen:

 

 

Unter www.fodmaps.de/fodmap-liste/ werden die den oben genannten Gruppen zugehörigen Lebensmitteln eingeteilt in solche mit einem niedrigen bzw. hohen FODMAP-Gehalt. Einige Beispiele:

Hoher FODMAP-Gehalt          Niedriger FODMAP-Gehalt

Gemüse

Artischocke                                 Aubergine

Blumenkohl                                 Fenchel

Hülsenfrüchte                              Gurke

 

Früchte

Äpfel                                          Ananas

Birnen                                        Bananen

Pflaumen                                   Heidelbeeren

 

Getreide

vor allem Gluten haltige             Gluten freie Sorten

 

Milchprodukte

Laktose haltige                          Milchprodukte mit wenig Laktose

 

Zucker und Zuckeraustauschstoffe

Agavensirup                             Glukose

Fruktose                                   Stevia

Honig                                        Haushaltszucker (in kleinen Mengen)

Bewertung der "Low-FODMAP-Diät":

Zu den Effektern einer an FODMAPs armen Ernährung liegen nur 2 randomisierte (Studienteilnehmer per Zufallsauswahl ermittelt), kontrollierte Studien vor, die nicht unter Doppelblind-Bedingungen durchgeführt wurden. 

Die Stärke der Reizdarmsymptome war in den Studienphasen mit einer Reduzierung der FODMAPs deutlich vermindert. Bei einer detaillierten, wissenschaftlichen Analyse dieser beiden Aussage kräftigsten Studien werden die folgenden kritischen Punkte genannt:

 

  

Leitlinien basierte, alternative Therapie zur "Low-FODMAP-Diät"

Die "Low-FODMAP-Diät" wurde hauptsächlich zur Behandlung der Symptome bei Reizdarmsyndrom und anderen Magen-Darm-Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik entwickelt.

Zu diesen Erkrankungen gibt es wissenschaftlich fundiert begründete Leitlinien, die auf einer individuellen Diagnostik basieren. Die wesentlichen Punkte einer den Leitlinien entsprechenden Behandlung sind:

 

  1. Gründliche Anamnese
  2. Auswertung aller medizinischen Befunde
  3. Überprüfung der Differentialdiagnose
  4. Auswertung von Ernährungsprotokollen mit Angabe von Beschwerden
  5. Individuelle Symptom orientierte Ernährungstherapie

Im Gegensatz zu einer pauschalen, lediglich auf dem Prinzip der FODMAPs basierenden Theorie berücksichtigt eine Leitlinien konforme Ernährungstherapie die individuelle Situation des Patienten. Nicht jeder Magen-Darm-Patient muss auf sämtliche FODMAPs verzichten. Eine individuelle Diagnostik ermöglicht eine gezielte Therapie und damit auch eine höhere Lebensqualität.

Zudem werden auch negative Aspekte wie z.B. eine unerwünschte Beeinflussung der Darmflora oder eine Verstärkung der Symptome infolge einer zu drastischen Reduzierung bestimmter FODMAPs verhindert.

Literatur: