Lutein

 

Lutein, ein Pflanzenfarbstoff aus der Gruppe der Xanthophylle, gehört mit den Carotinen zur übergeordneten Gruppe der Carotinoide.
In der Natur kommt dieser fettlösliche, anitoxidativ wirksame Farbstoff hauptsächlich in gelben und grünen Blumen und Gemüsesorten vor. Außerdem befindet sich Lutein noch im menschlichen Auge auf der Netzhaut.

Biologische Bedeutung:

Lutein ist Bestandteil der Lichtsammelkomplexe in Chloroplasten. Dort erhöht es die Energieausbeute und entfaltet eine Schutzwirkung. Es dient auch als Lockfarbe in Blütenblättern und Früchten.

Beim Menschen spielt Lutein (im Zusammenspiel mit Zeaxanthin) eine bedeutende Rolle beim Sehen. Diese beiden Carotinoide pigmentieren das Zentrum des schärfsten Sehens: die Makula, auch genannt "Gelber Fleck". Lutein und Zeaxanthin bedingen die Gelbfärbung. Der "Gelbe Fleck" befähigt zum Lesen, Erkennen von feinen Einzelheiten und Unterscheiden von Farben. Lutein und Zeaxanthin haben als Pigmente im Auge die Aufgabe, gefährliche Strahlen, zum Beispiel Sonnenlicht, zu filtern.

Lutein filtert auch die energiereichen blauen Wellen des Lichts aus dem Spektrum des sichtbaren Lichts. Man nimmt an, dass sowohl künstliches als auch natürliches blaues Licht oxidativen Stress verursacht und durch die Bildung freier Radikale möglicherweise zu Schädigungen mensch­licher Organe, die Licht ausgesetzt sind, wie z. B. die Augen und die Haut, führen kann. Blaues Licht ist nicht das Gleiche wie die bekannten UV-A- und UV-B-Strahlen des unsichtbaren Spektrums.


Herkunft:

Lutein ist ein in der Natur weit verbreitetes Xanthophyll und wird stets vom Zeaxanthin begleitet. Hohe Gehalte werden in dunklen Blattgemüsen (z.B. Grünkohl bis 0,25 mg/g Frischgewicht, Spinat bis 0,12 mg/g Frisch­gewicht) gefunden. Tagetes-Blütenblätter weisen Gehalte bis zu 8,5 mg/g Frischgewicht auf und werden zur industriellen Herstellung von Lutein herangezogen. In tierischen Organismen tritt Lutein z.B. als gelber Farb­stoff im Eidotter auf. In der Macula des Auges kommen an Carotinoiden exklusiv nur Lutein und Zeaxanthin vor.

Lutein kann im menschlichen Organismus nicht selbst produziert werden. Es muss mit der Nahrung zugeführt werden.

Chemische Zusammensetzung und Gewinnung:

Lutein leitet sich ab vom lateinischen Wort luteus = orangegelb. Lutein bildet orange-gelbe, oxidationsempfindliche Kristalle. Neben dem ß-Carotin ist es das am weitesten verbreitete Carotinoid. Die Summen­formel von Lutein ist: C40H56O2. Lutein ist schwerlöslich in Wasser, gut löslich in Ethanol, Essigester und Chloroform.

Die Biosynthese des Lutein erfolgt aus dem alpha-Carotin durch Hydroxylierung beider Iononringe durch spezifische Hydroxylasen. Dazu, wie auch zur Biosynthese des α-Carotins, sind jedoch nur Pflanzen befähigt.

Industriell wird es durch Extraktion luteinhaltiger Pflanzenteile gewonnen, wobei man insbesondere auf Tagetes-Blütenblätter zurückgreift.

Luteinester werden anstelle von reinem Lutein in verschiedenen Präparaten verwendet. Um Luteinester aufnehmen zu können sind im Unterschied zur Resorption von reinem Lutein bestimmte Verdauungs­enzyme erforderlich. Die Verwendung von Luteinester muss gekenn­zeichnet werden.

Verwendung:

Lutein findet als Lebensmittelfarbstoff (E 161b) sowie als Futtermittel­zusatz insbesondere für Geflügel zur Gelbfärbung von Eidotter Verwen­dung. Es wird außerdem als Wirkstoff in Arzneimitteln zur Behandlung der Macula-Degeneration (AMD) eingesetzt; die Wirkungsweise ist jedoch unklar. Neueste Forschungen haben nachgewiesen, dass die Gabe von Lutein auch noch im hohen Alter Macula-Degeneration vorbeugen und abmildern kann. In erster Linie sollte der Bedarf über Lutein reiche Lebens­mittel wie Grünkohl und Spinat gedeckt werden (siehe “Empfehlungen zur Aufnahme“). Zusätzlich können Nahrungsergänzungsmittel mit Lutein in Kombination mit Zeaxanthin, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E, Zink und Selen hilfreich sein.

Anwendungsgebiete von Lutein:

Lutein wird in Nahrungsergänzungsmitteln und in Kosmetika bei folgen­den Indikationen eingesetzt:

Augen
Eine vermehrte Lutein- und Zeaxanthin-Zufuhr kann die Häufigkeit von Katarakten (= Grauer Star: Trübung der Augenlinse) verringern.

Frauengesundheit
Lutein kommt auch in Brust und Gebärmutterhals vor. Die Ergebnisse einiger Studien lassen eine Schutzwirkung gegen Brustkrebs vermuten.

Haut
Wissenschaftlich diskutiert werden:

Herz Kreislauf
Es gibt Hinweise, dass hohe Lutein-Blutserumspiegel einen Schutzfaktor gegenüber Arteriosklerose darstellen.

Die genannten Wirkungen sind nicht gesichert im Sinne einer Evidenz basierten Medizin!

Empfehlungen zur Aufnahme:

In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass die optimale Verzehrsmenge von Lutein pro Tag bei 6 bis 20 mg liegt. Die meisten Menschen erreichen diese Verzehrmenge nicht. Die Übersicht zeigt verschiedene Luteinquellen.

 

Luteingehalte in Lebensmitteln/100 g

Grünkohl 21,90 mg
Kohlblätter 16,30 mg
Spinat (gekocht, abgetropft) 12,60 mg
Brokkoli 1,90 mg
Erbsen (grün) 1,70 mg
Rosenkohl 1,30 mg
Eidotter 1,00 mg
Mais 0,78 mg
Grüne Bohnen 0,74 mg
Karotten (roh) 0,26 mg
Pflaumen 0,24 mg
Tomaten 0,10 mg

 



Quelle: www.augen-und-mehr.de

Lutein im Reformhaus:

Lutein ist enthalten in einer Vielzahl von vollwertigen Lebensmitteln, vor allem in Gemüse- und Obstsäften sowie Eiern. (siehe auch Luteingehalte in Lebensmitteln)

Literatur: