Purine

 

Purine sind wesentliche Bestandteile der Nukleinsäuren (Zellkernsäuren DNS und RNS) und kommen damit in jeder Zelle vor.
Es handelt sich um Substanzen, die nach einem gemeinsamen chemischen Muster, dem so genannten Purinring, aufgebaut sind.
Purine sind an der Übertragung und Speicherung von Erbinformationen sowie an der Einweißsynthese beteiligt. Außerdem werden sie zum Aufbau bestimmter Enzyme benötigt.

Purine sind lebensnotwendig, aber nicht essentiell, da der menschliche Organismus sie selbst herstellen kann. Die meisten Purine werden zu Harnsäure abgebaut. Eine Störung des Purinstoffwechsels bei gleichzeitig vorhandener genetischer Veranlagung führt zu den Stoffwechselerkrankungen Hyperurikämie (erhöhter Harnsäurespiegel), Gicht und Nierensteinleiden (Harnsäuresteine).

Purine und Erhöhung des Harnsäurespiegels / Gicht:

Purine werden mit der Nahrung aufgenommen, im Körper zu Harnsäure abgebaut und ausgeschieden. Ist das Angebot an Harnsäure zu groß, konzentriert sie sich bei entsprechender Veranlagung im Blut. Ab einem bestimmtem Grenzwert (8-9 mg/100 ml Blut) kann sie auskristallisieren und sich in den Gelenken ablagern. Es kommt zum so genannten Gichtanfall, der starke Schmerzen verursacht.

Normalwerte - Blutharnsäurespiegel:
Männer: unter 5,0 ± 1,5 mg %
Frauen: unter 4,5 ± 1,2 mg %

Purine in Lebensmitteln:

Als Risikofaktoren für die Entstehung von Gichtspielen nur die Purine, die zu Harnsäure abgebaut werden, eine Rolle (Adenin, Guanin, Xanthin und Hypoxanthin). Andere Purine wie z.B. Coffein, Theobromin und Theophyllin in Kaffee, Tee und Kakao sind diesbezüglich ohne Bedeutung.
Purine sind in den Kernen jeder tierischen und pflanzlichen Zelle enthalten. Gewebe mit einer hohen Stoffwechselaktivität und Vermehrungsrate, wie z.B. Einzeller (Hefe) oder Innereien (Leber, Niere, Bries u.a.), sind besonders kern- und somit purinreich.
In Analysetabellen ist der Puringehalt von Lebensmitteln in der Regel als Harnsäureäquivalent angegeben. Der Wert entspricht der im Organismus durch den Abbau des Lebensmittels entstehenden Harnsäuremenge in mg pro 100 g roher Ware. Er gilt als Kennzahl für die Belastung des Organismus.

Puringehalt verschiedener Lebensmittel:
(angegeben als mg gebildete Harnsäure/100 g Lebensmittel)
 
sehr hoch (über 200 mg)
 
  • Kalbsbries, Leber, Niere, Hirn
  • Sardellen,Ölsardinen
  • Fleischextrakt, Bouillonwürfel
  • Hefe, Sojabohne
 
 
   
hoch (50 - 200 mg)
 
  • Fleisch, Geflügel, Wild
  • Fisch, Austern, Krebse, Hummer
  • Wurst, Schinken, Speck
  • Fleischbrühe, Hühnersuppe, Bouillon
  • Erbsen, Bohnen, Spinat, Erdnüsse
 
 
 
 
mäßig (15 - 50 mg)
 
  • Blumenkohl, Spargel, Artischoken, Pilze
  • Vollkornbrot, Vollkorngetreide, Grieß
 
 
   
gering (unter 15 mg)
  
 

Quelle: Cremer, H.D.: Die große GU-Nährwerttabelle; Gräfe und Verlag Unzer 1996/97.

Bei der Bewertung müssen allerdings Wassergehalt und übliche Verzehrsmengen berücksichtigt werden. So liegt beispielsweise die Portionsgröße bei Fleisch zwischen 100 und 200 g, während sie bei Sojaerzegunissen zwischen 50 und 100 g liegt. 100 g Bier enthält nur 15 mg % Purine, was allerdings auf 0,5 oder 1 l Bier hochgerechnet 80 bzw. 160 mg Purine ergibt.

Diätetische Hinweise:

Literatur :

Gicht, Hefe, Hyperurikämie, Nierensteine, Harnsäure