Bor

 

Bor (B; Atomgewicht: 10,81) ist ein dreiwertiges, seltenes Halbmetall mit der Ordnungszahl 5. Von Natur aus kommt es in geringen Mengen in der Erde, im Wasser sowie in Gesteinen vor. Bor zählt zu den Ultraspurenelementen und ist für das Pflanzenwachstum notwendig. Inwieweit es für Menschen und Tiere essentiell ist, wird noch diskutiert.

Verwendung von Chemikalien mit Bor

Anorganische Borverbindungen werden in unterschiedlichen Industriebereichen gebraucht. Die Verwendungszwecke sind vielfältig: Bleich- und Waschmittel, Desinfektionsmittel, Fleckenentferner, Herstellung von Glas und Keramik, Mittel zur Abtötung von Pilzen (Fungizide) und Insekten (Insektizide), Mundpflege, Reinigung von Kontaktlinsen und Zahnprothesen.

Weiter kommt es in Gebrauchsgegenständen vor, bei denen Eigenschaften wie antiseptisch, feuerhemmend, konservierend,  pH-Wert regulierend und weichmachend gefragt sind.

Aufnahme, Vorkommen und Gewinnung

Zur industriellen Gewinnung dienen Lagerstätten, in denen Sauerstoffverbindungen des Bors vorliegen. Die bekannteste dieser Verbindungen ist Borax. Biologisch kommt Bor vor allem gebunden an Sauerstoff  als Borsäure vor. Vom Menschen wird es im Wesentlich über pflanzliche Lebensmittel und über Wasser aufgenommen. Pflanzen benötigen Bor vor allem als Baustoff ihrer Zellwände. Daher ist es für Pflanzen essentiell.

Boraufnahme und -vorkommen in Lebensmitteln

Die Boraufnahme mit der Nahrung wird für den Menschen auf 1 - 3 mg/Tag geschätzt.  Vor allem im Kraftsport (Bodybuilding) wird Bor empfohlen, um den Testosteronspiegel anzuheben.  Bei Verzehr solcher Produkte kann es zu Aufnahmen von bis zu 30 mg/Tag kommen.

Zu den Lebensmittelgruppen, die relativ viel Bor enthalten, zählen Gemüse, Getreide Nüsse und Obst. Die Konzentration ist in getrockneten (Trockenfrüchte) und  angereicherten (Kleie) Varianten naturgemäß höher. Lebensmittel mit einem Wert von über 1 mg/100 g sind unten aufgelistet. Auch Wein enthält größere Mengen. Tierische Lebensmittel enthalten wenig Bor.

Im Trinkwasser wurden Borgehalte von 0,1 - 0,3 mg/L gemessen, in Mineralwässern sogar bis zu 4 mg/L.

Borgehalte in Lebensmitteln (in mg/kg):

Höchstmengen für die Aufnahme

Einen D-A-CH-Referenzwert für die Borzufuhr gibt es nicht, da Bor nicht als essentielles Spurenelement anerkannt ist. Der ADI-Wert (acceptable daily intake = tolerierte Menge bei lebenslänglicher, täglicher Aufnahme pro Tag) ist festgelegt auf 0,16 mg Bor/kg Körpergewicht/Tag

In den US-Amerikanischen Dietary Intakes (ADI) wird für Erwachsene eine tägliche Höchstmenge (Upper level) von 20 mg als Obergrenze festgelegt.

Im Trinkwasser ist ein Grenzwert von 1 mg/L festgelegt. In Lebensmitteln sind Borsäure (= E 284) und Borax (E 285) als Zusatzstoffe für die Konservierung von echtem Kaviar zugelassen. Die höchst zulässige Menge beträgt hierfür 4 mg/kg.

Symptome bei Überdosierung

Bei einer zu hohen Aufnahme kann es zu Übelkeit mit Erbrechen kommen. Auch Nierenschäden und Störungen der Nervenfunktionen wurden beobachtet. Die Giftigkeit (Toxizität) bei Säugetieren wird als relativ gering eingeschätzt, für Insekten wirken Borverbindungen stark toxisch, daher ihr Einsatz als Insektizide.

Literatur:

 

 

Spurenelemente