Eisen

 

Eisen (Fe; Atomgewicht: 55,847) gehört zu den essentiellen Spurenelementen. Eisen ist für alle Lebensformen, mit Ausnahme einiger Bakterienarten, ein essentieller Bestandteil bzw. Cofaktor vieler Proteine und Enzyme.

Vorkommen und Körperbestand:

Der gesamte Eisenbestand des Menschen beträgt in der Regel 4 - 5 g. Die Hauptmenge des Eisens liegt in Form von Hämoglobin und Myoglobin (Blut- und Muskelfarbstoff) vor.

Quelle: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr (1. Aufl. 2000) Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung Umschau/Braus Verlag

Versorgung mit Eisen in Deutschland:

In Deutschland beträgt die durchschnittliche Eisenzufuhr bei Frauen 11 mg und bei Männern 13 mg pro Tag. Ein ernährungsbedingter Eisenmangel ist wesentlich seltener als früher. Hinweise auf eine Eisenmangelanämie (Blutarmut) wurden bei etwa 0,6 % der Bundesbürger gefunden, bei Frauen etwa doppelt so häufig wie bei Männern. Risikogruppen für eine schlechte Eisenversorgung sind:


Wirkungen im Körper:

Aufnahme und Bioverfügbarkeit:

Nach Angaben der WHO liegt die Aufnahmerate von Eisen aus der Nahrung in den meisten industrialisierten Ländern zwischen 10 und 15 %. Im Eisenmangel steigt sie auf das 2-3fache an. Die Ausnutzung wird auch bestimmt durch die Eisenwertigkeit. Zweiwertiges Eisen wird besser aufgenommen als Dreiwertiges.
Im Unterschied zu dem zweiwertigen Hämeisen in Lebensmitteln tierischer Herkunft, dessen Verfügbarkeit bei über 20 % liegt, werden aus Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft kaum mehr als 5 % aufgenommen. Dies hängt mit den v.a. in Pflanzen enthaltenen eisenbindenen Stoffen zusammen.

Resorptionshemmend wirken sich aus:

Resorptionsfördernd wirken sich aus:

Eisenverbindungen und -speicherung im Stoffwechsel:

Eisen wird im Blut mit Hilfe von Transferrin, einem Glykoprotein, transportiert. Bei normaler Eisenversorgung ist das Serumtransferrin nur zu einem Drittel mit Eisen abgesättigt, sodaß eine beträchtliche Reservekapazität zur Verfügung steht. Eisen wird zu 70 - 90 % im Knochenmark für die Hämoglobinsynthese verwendet. Der Rest dient der Biosynthese von Enzymen und Coenzymen oder gelangt in die Eisenspeicher. Die Speicherung findet v.a. in den Leberzellen und in Zellen des Knochenmarks und der Milz statt, wobei zunächst eine Speicherung in Form von Ferritin erfolgt. Bei gefüllten Ferritinspeichern wird Eisen als Hämosiderin abgelagert. Die Ferritinkonzentration im Serum (Serumferritin) ist ein sehr gutes Maß für die Höhe der vorhandenen Eisenreserven.

Ausscheidung:

Für Säuglinge und Kinder wird der tägliche Eisenverlust auf 0,2 bis 0,4 mg/Tag geschätzt. Die gesamte Eisenausscheidung des gesunden Mannes beträgt im Mittel 1 mg/Tag über Darm, Niere und Haut. Frauen haben durch die Blutverluste bei der Menstruation zusätzliche Eisenverluste von durchschnittlich 0,5 mg/Tag bei großen individuellen Schwankungen.

Eisenmangel:

Eisenmangel äußert sich zum Beispiel in leichter Ermüdbarkeit, Antriebsschwäche, Kreislaufstörungen, Erkrankung der Mundschleimhaut, verminderter Widerstandskraft, blasser, trockener und rissiger Haut, brüchigen Nägeln und Haaren sowie in Appetitlosigkeit. Eisenmangel beeinträchtigt die körperliche Leistungsfähigkeit, stört die Wärmeregulation und erhöht die Anfälligkeit gegenüber Malaria. Das Immunsystem ist ebenfalls eisenabhängig. Eine chronisch erniedrigte Eisenzufuhr führt zur Eisenmangelanämie, eine der weltweit häufigsten Mangelerscheinungen.

Ursachen für Eisenmangel:

Eisen-Überversorgung:

Eine erhöhte Eisenaufnahme findet sich u.a. bei Alkoholismus und bei der erblichen Eisenspeicherkrankheit (= Hämochromatose). Diese führt zur Schädigung von Leber, Bauchspeicheldrüse und Herzmuskel.
Eisen wird auch als Prooxidans im Zusammenhang mit der Entstehung des Herzinfarktes und als begünstigender Faktor von Krebserkrankungen diskutiert.
Bevor Eisenpräparate empfohlen werden, sollte vom Arzt eine Blutuntersuchung erfolgen, die einen Eisenmangel nachweist sowie nach unterschwelligen Infektionen forscht!
Es gibt Hinweise darauf, dass der Körper sich bereits in der Frühphase einer Infektion oder einer Tumorzellvermehrung (Krebszellen) vor einer Eisenüberladung schützt. Er will verhindern, dass Bakterien oder Tumorzellen sich seines Eisens bemächtigen und es für ihre Vermehrung nutzen.

Eisen in Lebensmitteln:

Aufgrund von Verzehrsmenge, Häufigkeit des Verzehrs und Eisengehalt sind Brot, Fleisch, Wurstwaren und Gemüse die wichtigsten Quellen der Eisenzufuhr.


Quelle: Souci-Fachmann-Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel Nährwert-Tabellen; medpharm Scientific Publishers Stuttgart 2000

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Literatur:



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