Jod

 

Jod (J; Atomgewicht: 126,904) ist ein essentielles Spurenelement. Es wird im Darm fast vollständig resorbiert. Fast der gesamte Jodbestand des Menschen (ca. 10 mg) ist in der Schilddrüse gespeichert.

Wirkungen im Körper:

Das aufgenommene Jod wird in der Schilddrüse auf das 250 bis 1000-fache gegenüber dem Blut konzentriert und in die Schilddrüsenhormone (z.B.Thyroxin) eingebaut. Diese steuern den Grundumsatz (=Energieverbrauch bei Körperruhe) und wirken sich dadurch auf den gesamten Stoffwechsel aus. Für einen ausreichenden Schildrüsenhormonspiegel ist eine gute Versorgung mit jodreichen Lebensmitteln Voraussetzung. Die wünschenswerte tägliche Jodaufnahme des Menschen liegt im Bereich 100 - 200 Mikrogramm.

Ein deutliches Nord-Süd-Gefälle kennzeichnet die Jodversorgung in Deutschland. Während in den Küstenländern durch häufigen Verzehr von Seefischen und auch über die Atemluft die Jodversorgung gesichert ist, erreichen weite Teile der Bevölkerung im Süden nur etwa ein Drittel der wünschenswerten Aufnahme! Da in Deutschland die Böden jodarm sind, ist der Jodbedarf über die "normalen" Lebensmittel (Ausnahme Meeresfisch) kaum zu decken.

Jodreiche Lebensmittel
  Portion in g µg Jod/Portion Empf. Zufuhr in %
Schellfisch 100 243 121,5
Seelachs 100 200 100
Makrele 100 74 37
Kabeljau 100 120 60
       
Rotbarsch 100 99 49,5
Scholle 150 285 142,5
Sardine 100 32 16
Hering 100 26 35
       
Kuhmilch 200 22 11
Grünkohl, roh 200 24 12
Radieschen 100 8 4


Die aufgelisteten Lebensmittel sind besonders jodreich, da sie einen nennenswerten Beitrag zur Jodversorgung leisten!

Jodmangel:

führt zur Entstehung des Kropfes und bei Neugeborenen zum Krankheitsbild des Kretinismus, einer irreversiblen (nicht wieder zu behebenden) geistigen und körperlichen Entwicklungsstörung, die etwa in der Hälfte der Fälle zur Taubheit führt.

Symptome eines Jodmangels:

Bei Erwachsenen zeigt sich ein Jodmangel darin, dass viele Körperfunktionen langsamer und träger werden: geistige und körperliche Fähigkeiten lassen schneller und stärker nach als es dem Alter entspricht. Die Haut kann trocken und schuppig werden, das Gesicht wirkt verquollen, es tritt Darmträgheit auf, man neigt zu Frieren und zu Infekten.

Einige Medikamente können die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse hemmen. Sie können trotz ausreichenden Jod-Angebotes in der Nahrung zu Jodmangel führen.
Auch in der Nahrung, zum Beispiel in Kohl und Rüben, natürlich vorkommende Stoffe - Goitrogene - können durch Hemmung der Schilddrüsenfunktion die Kropfbildung begünstigen.

Risikogruppen: Schwangere und Stillende

Eine ausreichende Jodversorgung ist besonders während der Schwangerschaft und Stillzeit wichtig. Ein Jodmangel wird hier nämlich auch an den Fötus und Säugling weitergegeben.
Die wünschenswerte Höhe der täglichen Jodaufnahme liegt bei Schwangeren und Stillenden zwischen 230 und 260 Mikrogramm.

Überversorgung:

Die Schilddrüse benötigt je nach Lebensalter täglich etwa 100 - 260 Mikrogramm Jod. Da diese Menge mit der Nahrung meist nicht aufgenommen wird, muss das tägliche Joddefizit mit physiologischen (dem täglichen Bedarf angepassten) Jodmengen ausgeglichen werden. Unbedenkliche Jodquellen sind z.B. Meeresfisch, jodiertes Speisesalz und Algentabletten oder spezielle Jodidtabletten.

Erst bei täglich zugeführten Jodmengen über 300 Mikrogramm kann es bei Menschen, die einen Kropf haben und bei denen sich bereits so genannte "heiße Bezirke" (=Schilddrüsengewebe, dass keiner Steuerung mehr unterliegt und unkontrolliert Schilddrüsenhormone produziert) in der Schilddrüse entwickelt haben, zu einer Entgleisung des Schilddrüsen-Stoffwechsels kommen. Ebenso kann es bei einer Überdosierung zu einer Überfunktion mit entsprechenden Symptomen kommen.

Reformhausangebot:

Literatur:

Algen, Fisch, Goitrogene, Grundumsatz, Salz, Schwangerschaft, Spurenelemente, Stillen