Kieselsäure

 

Kieselerde ist eine Verbindung von Silicium und Sauerstoff. Kommt Wasser hinzu spricht man von der Kieselsäure. Liegt das Wasser bei dieser Verbindung in kolloidaler Form vor, so spricht man von Kieselsäure-Gel.

Chemie und Vorkommen von Silicium und Siliciumverbindungen:

Silicium (latein.: silex, silicis = Kieselstein) ist nach Sauerstoff das am weitesten verbreitete Element auf der Erde. Es kommt in Mineralien - Sand, Quarz, Bergkristallen - und Pflanzen vor. Die Frage der Essentialität (Lebens- und Zufuhrnotwendigkeit) ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Silicium kommt in der Natur nur in Verbindung mit Sauerstoff vor.

Als Kieselsäuren werden die Sauerstoffsäuren des Siliciums (SiO2·n H2O) bezeichnet. Orthokieselsäure ist eine schwache Säure mit der Formel Si(OH)4, die unter Wasserabspaltung entweder in die Meta­kieselsäure, H2SiO3 oder in das so genannte Anhydrid Siliciumdioxid, SiO2, übergeht. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden auch verschiedene Formen von Siliciumdioxid als Kieselsäure bezeichnet. Kieselsäure kommt auch im Grundwasser vor. Das Regen- oder Sickerwasser, das durch die Bodenschichten nach unten rinnt und Kohlensäure enthält, nimmt aus den Silikaten der Bodenminerale Kieselsäure auf. Daher enthält Trinkwasser auch geringe Mengen an Kieselsäure. Als Lebensmittelzusatzstoff trägt Kieselsäureanhydrid die Bezeichnung E 551. Die Salze der Kieselsäure sind die Silicate. Das Natrium- oder Kaliumsalz der Kieselsäure ist das Wasserglas.

Der Hauptbestandteil (94 %) der Kieselerde ist eine Silicium-Sauerstoff-Verbindung, Siliciumdioxid (SiO2), das in der Natur weit verbreitet ist.

(u.a. in Amethysten, Bergkristallen, Kieselsteinen, Quarz, Seesand) In der Natur kommen Stützgerüste aus Siliciumdioxid in pflanzlichen und tierischen Lebewesen vor. Weitere Bestandteile sind kleinere Mengen Eisen, Calzium, Magnesium, Phosphor und Aluminium. Kieselerde wird aus sedimentierten Kieselalgenschalen (Kieselgur) hergestellt (abgebaut, gereinigt und gemahlen).

Kieselgur entsteht aus abgestorbenen Kieselalgen, den Diatomeen. Kieselalgen sind Einzeller. Der Name Kieselalge kommt von ihrer Hülle aus Siliciumdioxid, fälschlich auch als "Kieselsäure" bezeichnet, die die Zelle umgibt. Diese Hülle ist schachtelförmig, sie besteht aus zwei schalen­förmigen Teilen, von denen die eine mit ihrer Öffnung über die Öffnung der anderen greift ("Epitheka" bzw. "Hypotheka"); hiervon leitet sich auch die Bezeichnung Diatomee (altgriechisch διατέμνειν (diatemnein) = spalten) ab. Sterben die Zellen, sinken sie auf den Grund des Gewässers ab, die organischen Bestandteile werden abgebaut und die Siliciumdioxid-Schalen bilden eine Ablagerung. Wenn die schützende organische Hülle abgestorbener Diatomeen zersetzt ist, lösen sich auch die Kieselschalen meist langsam auf. Dennoch erreichen die dickeren Schalen den Meeresgrund, wie gewaltige fossile Lager von Kieselgur oder Diatomit beweisen. In den Weltmeeren sind insgesamt 30 Millionen Quadratkilometer des Meeresbodens mit Diatomeenschlick bedeckt. Man nützt Kieselgur als Schleifmittel, für die Filtration von Bier und Wein und als Substrat für Kosmetika. Früher brauchte man es für die Herstellung von Dynamit.

Herkunft und Formen von Kieselerde/Kieselsäure:

Gut verwertbar ist die Kieselsäure in der kolloidalen Form als Kiesel­säure-Gel. In diesem Zustand verteilen sich die Kieselsäuremoleküle so fein, dass sie optimal resorbiert werden können.

Das Verhältnis eines Teilchen Kieselsäure in kolloidaler Form zu einem herkömmlichen Kieselerdeteilchen entspricht der Größe eines Sandkorns (0,01 µm) im Verhältnis zu einem großen Gymnastik-Sitzball (20 µm). Zudem liegt die Kieselerde kristallin vor, die kolloidal gelöste Kieselsäure in “amorpher“ Form. Kristalline Verbände sind starr und reaktionsträge. Amorphe Verbände sind dagegen hoch aktiv und bestrebt, sich ständig neu zu verbinden.

Die winzige Teilchengröße und die riesige Bindungsfähigkeit von Kiesel­säure-Gel bilden die Grundlage für vielfältige Anwendungsmöglichkeiten (innerlich + äußerlich).

Innerliche Anwendung von Kieselsäure:

Eine optimale Aufnahmeform ist das kolloidale Wasser-Kieselsäure-System beim Kieselsäure-Gel. Es wirkt durch die unterstützende Wasser­bindungsfähigkeit quellungsfördernd und stabilisiert so das kolloidale Wasser-Eiweiß-System. Die Zellen sind wieder prall gefüllt.

Die Folge ist ein geregelter Nährstofftransport zu den Zellen und eine Unterstützung der Bildung der Bindegewebsfasern Kollagen und Elastin.

Die Elastizität des Bindegewebes wird verbessert. Die Kieselsäure wirkt dem Zellalterungsprozess (Austrocknung) entgegen, was sich vor allem auf Haut, Haare und Nägel auswirkt.

Bei Magen-Darm-Erkrankungen wirkt das Kieselsäure-Gel vor allem bei Sodbrennen und Durchfall aufgrund der hohen Bindungsfähigkeit für Krankheitserreger und deren Giftstoffe.

Die Krankheitserreger und deren Giftstoffe werden physikalisch gebunden und über den Dickdarm ausgeschieden

Äußerliche Anwendung von Kieselsäure:

Auch bei der äußerlichen Anwendung ist Kieselsäure-Gel besonders wirksam. Aufgrund der großen reaktionsfähigen Oberfläche kolloidaler Systeme ‑ 1 g Kieselsäure hat eine reaktionsfähige Oberfläche von 300 qm (!) ‑ zeichnen sie sich durch eine außergewöhnlich hohe Bindungs­fähigkeit aus. Kieselsäure-Gel bindet Flüssigkeit und Giftstoffe, die bei äußerlichen Hautreizungen entstehen können, z.B. infolge von:

Beim Lippenherpes werden die Herpes-Bläschen gezielt ausgetrocknet, das Brennen und der Juckreiz gemildert und die Ausbreitung der Viren wird gehemmt. Der Abheilprozess der Bläschen wird beschleunigt. Kieselsäure-Gel wirkt auch bei bereits gebildeten Herpes-Bläschen.

Kieselsäure-Gel wirkt zudem entzündungshemmend und kühlend. Daher ist es auch geeignet bei kleinflächigem Sonnenbrand und kleinen Verbrennungen.

Kieselerde/Kieselsäure im Reformhaus:

Angeboten werden Kieselerdepräparate sowie Kieselsäure-Gel für ver­schiedene Anwendungsbereiche und mit unterschiedlichem rechtlichem Status. Kieselsäure-Gel ist ein freiverkäufliches Arzneimittel mit folgender Zusammensetzung:

100 ml enthalten: Arzneilich wirksamer Bestandteil: 100 ml Kieselsäure­gel mit 2,8 g gefälltem disperskolloidalem Kieselsäureanhydrid (Silicium­dioxid).

Anwendungsgebiete: Traditionell angewendet: innerlich zur Vorbeugung von brüchigen Fingernägeln und Haaren, zur Kräftigung des Binde­gewebes; äußerlich bei umschriebenen lokalen Reizzuständen der Haut. Diese Angaben beruhen ausschließlich auf Überlieferung und langjähriger Erfahrung.

Weitere Präparate bei speziellen Anwendungen sind:

Vorteile von Kieselsäure-Gel Produkten:

Literatur: