Molybdän

 

Molybdän (griech. mólybdos “Blei“), wurde lange Zeit mit Bleiglanz oder auch Graphit verwechselt. Molybdän ist für Pflanzen, Tiere sowie für den Menschen essentiell. In der Natur kommt Molybdän in elementarer Form nicht vor.

Chemie von Molybdän:

Molybdän (Mo; Atomgewicht 95,94) ist ein relativ hartes, dabei aber sprödes Schwermetall. Es besitzt die Ordnungszahl 42. In reiner Form hat Molybdän eine dem Zinn vergleichbare Farbe. An der Luft oxidiert es und bei tiefen Temperaturen ist es supraleitend. Es ist das 39-häufigste Element in der Erdkruste. Die wichtigste Molybdänverbindung ist der Molybdänglanz (Molybdänsulfid).

Funktionen:

Mit dem Nachweis der Molybdänabhängigkeit des Enzyms Xanthinoxidase wurde im Jahre 1953 die Essentialität (Lebens- und Zufuhrnotwendigkeit) des Spurenelementes nachgewiesen.
Im menschlichen und tierischen Gewebe sind drei Molybdän abhängige Enzyme bekannt:

  1. Xanthinoxidase-Dehydrogenase – Purinstoffwechsel: Umwandlung von Hypoxanthin über Xanthin zu Harnsäure. Ein genetisch bedingter Defekt dieses Enzyms führt zu einer verminderten Harnsäureausscheidung.
  2. Aldehydoxidase – Leberstoffwechsel; Abbau von Katecholaminen (Adrenalin/Noradrenalin) und Entgiftungsprozessen.
  3. Sulfitoxidase – Eiweißstoffwechsel, Umwandlung von Sulfit zu Sulfat, der letzte Schritt im Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren.

In einigen epidemiologischen Studien wurde über einen Karies präventiven Effekt von Molybdän berichtet. Diese Wirkung ist allerdings nicht gesichert.

Aufnahme, Stoffwechsel und Ausscheidung:

Molybdän wird im gesamten Dünndarm aufgenommen (absorbiert). In Studien wurden Absorptionsraten zwischen 28 und 80 % ermittelt.
Die Bioverfügbarkeit hängt von der Bindungsform im Lebensmittel und von der Löslichkeit der Molybdänverbindung ab.
Die gespeicherte Molybdänmenge ist gering, der Gesamtkörperbestand wird mit 5 – 10 mg (50 – 100µmol) angegeben. Die Leber weist den höchsten Gehalt mit 40 – 80 µg/100 g auf. Die durchschnittliche Harnausscheidung liegt bei 20 – 30 µg/Tag.

Molybdänmangel und Molybdänüberdosierung:

Beim Menschen kommt ein schwerer Mangel nur sehr selten bei ausschließlicher parenteraler Ernährung vor. Symptome sind ein erniedrigter Harnsäurewert, erniedrigte Enzymaktivitäten (siehe auch bei Funktionen), Tachykardie (Herzrasen), Tachypnoe (erhöhte Atemfrequenz) mit anschließendem Koma.
Molybdän hat eine geringe Toxizität. In Ländern mit molybdänreichen Böden tritt bei Wiederkäuern eine als Molybdänose benannte Vergiftung auf, bei der es zu ähnlichen Symptomen wie bei einem Kupfermangel (Blutarmut, gestörte Melaninsysnthese) kommt. Bei erhöhter Zufuhr (10 – 15 mg/Tag) kommt es außerdem zu gichtähnlichen Symptomen und Störungen im Knochenstoffwechsel.

Zufuhrempfehlungen und Vorkommen in Lebensmitteln:

In den DACH-Referenzwerten der DGE werden nur Schätzwerte für die tägliche Molybdänzufuhr genannt. Diese liegen bei:

 

Altersgruppe Molybdänzuführ in µg / Tag
Säuglinge 0-4 Monate / 4-12 Monate 7 / 20-40
Kinder 1-4 / 4–7 / 7-10 / >10 Jahre 25-50 / 30-75 / 40-80 / 50-100
Jugendliche und Erwachsen 50-100

 



Molybdänreiche Lebensmittel mit Gehalten von 15 – 130 µg/100g sind Getreideprodukte und Hülsenfrüchte.
Molybdänarm sind dagegen Gemüse, Obst, Milch und Fleisch (ca. 2 – 10 µg/100g


Literatur:

Spurenelemente