Vitamin C

 

Der Name Ascorbinsäure verweist auf den Zusammenhang zwischen der berüchtigten Seefahrerkrankheit "Skorbut" und der "Antiskorbutwirkung" von Vitamin C. Alle Säugetiere können Ascorbinsäure aus Glukose selbst herstellen. Ausnahmen sind Menschen, Affen, Meerschweinchen sowie Vögel und Fische.

Ascorbinsäure: (in mg/Tag)
 
Säuglinge und Kleinkinder:
0 - 4 Monate: 50
4 - 12 Monate: 55
1 - 4 Jahre: 60
4 - 7 Jahre: 70
 
   
Kinder:
7 - 10 Jahre: 80
10 - 13 Jahre: 90
13 - 15 Jahre: 100
   
 
 
Jugendliche + Erwachsene:
ab 15 Jahre: 100
Raucher 150
 
   
 
Schwangere: 110
Stillende: 150
 


Raucher haben einen höheren Vitamin C-Verbrauch und eine schlechtere Aufnahmerate als Nichtraucher.

Chemie, synthetisches/natürliches Vitamin C:

Vitamin C ist der Trivialname für 3-Desoxy-3-oxo-L-gulonsäure-8-lacton. Biochemische Wirksamkeit zeigt nur L(+)-Ascorbinsäure, während andere Stereoisomere, wie z.B. die D-Ascorbinsäure oder die Isoascorbinsäure biologisch inaktiv sind.
Ascorbinsäure aus natürlichen Quellen und synthetisch hergestellte Ascorbinsäure unterscheiden sich nicht!
Einfluss auf die Wirksamkeit und Ausscheidung nehmen jedoch die in natürlichen Quellen meist vorhandenen Flavonoide. Sie verstärken die Vitamin C Wirkung besonders auf das Bindegewebe und erhöhen die Nierenschwelle, d.h. Vitamin C verbleibt länger im Organismus!

Licht, Temperatur und andere Einflussfaktoren:

Ascorbinsäure ist stark sauerstoffempfindlich. Zu Vitamin C Verlusten führen sowohl reine oder durch Metallionen katalysierte als auch durch Enzyme gesteuerte Oxidationsvorgänge. Durch Inaktivieren der beteiligten Enzyme (Blanchieren von Gemüse) kann der enzymatischen Vitamin C Zerstörung vorgebeugt werden. Durch Tiefgefrieren werden sie verlangsamt.
Beim Kochen kommt es zu Verlusten durch Extraktion ins Kochwasser und durch temperaturbedingte oxidative Zerstörung, die besonders bei längerem Warmhalten der Speisen stärker ins Gewicht fällt als bei kurzzeitigem Erhitzen.
Darüber hinaus sind zur Vitamin C-Erhaltung beim Umgang mit Lebensmitteln und Speisen der Ausschluss von Sauerstoff und Metallionen, v.a. von Kupfer- und Eisenionen, sowie niedrige pH-Werte und Temperaturen anzustreben.

Wirkungen im Körper:

Aufnahme, Speicherung und Ausscheidung:

Die Aufnahme im oberen Dünndarm erfolgt durch einen aktiven Transport. Im Nüchternzustand aufgenommen, ist Ascorbinsäure bis zu Dosen von 200 mg vollständig bioverfügbar. Bei größeren Mengen geht die Resorptionsrate stark zurück, sodass die Bioverfügbarkeit einer Einzeldosis von 1250 mg nur ca. 33 % beträgt.
Aus verschiedenen Untersuchungen wurde eine maximal mögliche Körperreserve von 3 g berechnet. Theoretisch kommt es nach 3 Wochen ohne jegliche Vitamin C Zufuhr zu den ersten Mangelerscheinungen.
Die Ausscheidung von nicht mehr verstoffwechselter Ascorbinsäure steigt nach Zufuhrmengen von mehr als 200 mg/Tag sprunghaft an.

Mangelerscheinungen:

Klassische klinische Vitamin C-Mangelzustände sind:

Vorklinische Symptome sind:

Versorgungslage mit Vitamin C:

Ein Spiegel des Versorgungszustandes ist die Vitamin C-Konzentration im Blutplasma:

Laut Ernährungsbericht 2000 weisen die durchschnittlichen Zufuhrwerte für Vitamin C mit über 100 mg bei den erwachsenen Frauen und Männern eine ausreichend sichere Versorgung aus.

Vitamin C-Bedarf ist erhöht bei:

Verwendung von Vitamin C:

Vitamin C wird hauptsächlich zur Nahrungsergänzung bei Mangelerscheinungen und zur Stärkung der körpereigenen Abwehr eingesetzt. In der orthomolekularen Medizin (Therapie mit z.T. hochdosieren Vitaminen, Mineralstoffen u.a. physiologischen Substanzen) sind folgende Indikationsgebiete aufgelistet:

Vitamin C im Reformhaus:

Überdosierung:

Die Gefahr einer Umkehrung der antioxidativen in eine prooxidative Wirkung von Ascorbinsäure besteht bei Störungen der Verwertung von Nahrungseisen (Hämochromatose, Hämosiderose, Thalassaemia major).

Wechselwirkungen:

Vitamin C kann verschiedene Nachweisreaktionen der Glukose im Harn und im Serum stören, ohne den Blutzuckerspiegel zu beeinflussen. Ebenso können Nachweisreaktionen auf verborgenesBlut im Stuhl negativ beeinflusst werden.

Vitamin C reiche Lebensmittel:

Angaben in mg Vitamin C/ 100 g Lebensmittel
Tierische Lebensmittel
 
Pflanzliche Lebensmittel
 
Getreide:
Hirse 0,52
Weizenkeime 0,49
Roggenvollkornbrot 0,30
Reis (natur) 0,28
Weizenkorn 0,27
 
   
Hefe (aufgeschlossen):
Hefeextrakt 3 - 16
Hefeflocken 1 - 30
Hefetabletten 2 - 4
 
 
Gemüse:
Paprika 121
Rosenkohl 112
Grünkohl 105
Broccoli 100
Blumenkohl 67
Kohlrabi 63
Rotkohl 57
Spinat, roh 51
Wirsing 49
Weißkohl 48
Mangold 39
Radieschen 29
Rettich 27
Porree 26
Erbsen 25
Spargel 20
Sauerkraut 20
Bohnen, grün 19
Tomaten 19
Kartoffeln 17
 
   
Obst:
Acerolakirsche 1700
Sanddornbeere 450
Guave 273
Schw.Johannisb. 177
Ebereschenfrucht 98
Papaya 80
Erdbeere 63
Zitrone 51
Apfelsine 49
Kiwi 46
Grapefruit 44
Mango 37
Rote Johannisb. 36
Honigmelone 32
Mandarine 30
Himbeere 25