Rote Bete

 

Die Rote Bete heißt auch Rote Beete, Rote Rübe, Rahne, Rande. Der botanische Name lautet: Beta vulgaris ssp. vulgaris var. conditiva. Die Rote Rübe ist ein Knollen- bzw. Wurzelgemüse. Die Pflanze gehört zur botanische Familie der Chenopodiaceae. Sie ist eine 2jährige tiefwurzelnde und daher weitgehend trockenheitsresistente Pflanze. Sie bildet im ersten Jahr - je nach Sorte - eine rote, gelbe oder weiße Knolle aus, im zweiten Jahr einen bis zu 1 m hohen Blütenstand.

Geschichte und Herkunft:

Ursprungspflanze aller "Beta-Rüben" (z.B. auch Mangold und Zuckerrübe) ist die Meerstrandrübe mit Heimat in den Küstengebieten des östliochen Mittelmeeres und den asiatischen Steppen- und Wüstengebieten.
In Deutschland wurden sie vermutlich zuerst im 13. Jhdt. angebaut, die heutigen Kulturformen haben sich jedoch erst im 19. und 20. Jhdt. herausgebildet. Rote Rüben werden heute in allen Ländern mit gemäßigtem Klima angebaut.

Verwendung und Verarbeitung von Rote Bete:

Rote Bete kann frisch als Rohkost oder gekocht als Gemüsebeilage gegessen werden. Ein typisches Rote Bete-Gericht ist Borscht, ein Eintopfgericht aus dem Balkan. Der gute Geschmack der Roten Bete beruht auf einem ausgewogenen Zucker:Säure Verhältnis. Beliebte Getränke sind Rote Bete-Säfte und -Moste.
Getrocknete und zu Pulver vermahlene Rote Bete werden in der Lebensmittelindustrie zahlreichen Produkten als natürlicher Farbstoff zugesetzt.

Inhaltsstoffe von 100 g Roter Bete:
 
Wasser: 86,2 g
Eiweiß: 1,5 g
Fett: 0,1 g
 
   
Kohlenhydrate: 8,4 g
Ballaststoffe: 2,5 g
Energie: 175 kJ/41 kcal
 
Vitamine:   v.a. Vitamin C (10 mg), Folsäure (0,083 mg)
Mineralstoffe:   v.a. Kalium (336 mg); der häufig herausgestellte angeblich hohe Eisengehalt entspricht nicht den Tatsachen, Rote Bete enthalten lediglich 1 mg Eisen in 100 g.
Sonstige:   Farbstoffe - die rote Farbe beruht auf dem hohen Gehalt an dem stickstoffhaltigen Glykosid Betanin und den roten Farbstoffen Anthocyanen.

Quelle: Souci-Fachmann-Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel - Nährwert-Tabellen; medpharm Scientific Publishers, Stuttgart 1994.

Unerwünschte Inhaltsstoffe:

Nitrat:
Rote Bete ist eines der nitratreichsten Lebensmittel überhaupt. Dies liegt an ihrer hohen Nitrat-Speicherfähigkeit.
Nicht selten findet man Nitratwerte zwischen 1000 bis 4000mg/kg.
Inzwischen gibt es einen Richtwert für Nitrat in Rote Bete, der bei 3000 mg/kg Frischsubstanz liegt. Eine Verminderung des Nitratgehaltes ist zum einen durch bestimmte Dünge- und Anbaumaßnahmen zu erreichen. Die für die Rote-Bete-Erzeugnisse des neuform-Sortimentes verwendeten Rohstoffe werden sehr sorgfältig ausgewählt und stammen ausschließlich aus ökologischem Anbau. Das Ergebnis ist ein wesentlich geringerer Nitratgehalt als in vergleichbaren Produkten. Sie bauen innerhalb weniger Stunden einen Großteil des Nitrats zu Stickstoff ab.
Außerdem kann durch Zusatz von Vitamin C die Reaktionsfolge Nitrat -> Nitrit -> Nitrosamine eingeschränkt werden.

Oxalsäure:
Rote Bete gehört zu den oxalsäurereichen Lebensmitteln. Die gefundenen Werte unterliegen großen Schwankungen (72-340 mg/100 g). Oxalsäure bindet Calcium aus der Nahrung und verhindert dadurch seine Resorption (Übergang vom Verdauungstrakt ins Blut). Größere Mengen von Oxalsäure in der Nahrung sind ungünstig für Menschen, die zur Bildung von Harnsteinen, speziell Oxalatsteinen neigen.

Bedeutung in der menschlichen Ernährung:

siehe unter: Gemüse
und auch: Gemüsesäfte und -moste

Rote Bete ist ein schmackhaftes Gemüse, sollte jedoch aufgrund des hohen Nitrat- und Oxalsäuregehaltes nicht täglich verzehrt werden. Kleinkinder sollten keine Rote Bete verzehren. Der angeblich hohe Eisengehalt entspricht nicht den Tatsachen.

Heilaussagen zu Rote Bete:

Rote Bete wird im Rahmen von Naturheilverfahren mit zum Teil weitgehenden Heilaussagen belegt. So werden ihr z.B. blutreinigende, blutbildende, harnsäureausschwemmende, leistungssteigernde und sogar krebshemmende Wirkungen nachgesagt.

Aussagen über eine krebshemmende Wirkung basieren auf der Theorie von Seeger, wonach Farbstoffe der roten Beete wie Betazyane, Anthozyane, Flavone u.a. den anaeroben (ohne Sauerstoff) Stoffwechsel der Krebszelle wieder normalisieren sollen. Diese Theorie ist wissenschaftlich nicht klar belegt.

Angebot und Besonderes an Rote-Bete-Erzeugnissen im Reformhaus:

Spezielle diätetische Hinweise für Kunden:

Literatur:

Gemüse, Gemüsemost, Nitrat, Nitrit, Nitrosamine, Oxalsäure, sekundäre Pflanzenstoffe