Yam

 

In vielen tropischen und subtropischen Ländern ist die Yam (Yams­wur­zel, Igname) dank ihres Nährwertes ein wichtiges Grundnahrungs­mittel, vergleichbar mit dem Stellenwert von Kartoffeln oder Brot in Europa.

Botanik und Herkunft:

Die Yamsgewächse (Dioscoreaceae) sind in den Tropen Amerikas, in China und Ozeanien heimisch. Von 250 bekannten Dioscorea-Arten wer­den etwa 10 in den Tropen und Subtropen der ganzen Welt angebaut.

Die mehrjährige Kletterpflanze (windende Stauden) wird bis zu drei Meter hoch. Die Pflanzen sind zweihäusig, d.h. jede Pflanze ist entweder männ­lich oder weiblich. Sie blüht von September bis Oktober.

Die meisten Yamsarten erzeugen Wurzelknollen, die 30 – 70 cm Länge und ein Gewicht bis zu 20 kg erreichen. Kleinere Knollen dienen der vegetativen Vermehrung. Wichtige Yamsarten (D. = Dioscorea) sind: Brotwurzel (D. opposita T. = D. batatas D.), Gelber Yam (D. cayenensis Lam.), Kartoffelyam (D. bulbifera L. = D. sativa hort.), Wasseryam (D. alata L.), Weißer Yam (D. rotundata Poir.)

Als überwiegend tropische Gewächse verlangen die meisten Yamsarten mindestens 20° C, optimal 25 – 30° C, die Brotwurzel gedeiht auch unter 20° C, hohe Luftfeuchtigkeit, regelmäßige Niederschläge sowie lockere, humusreiche Böden.

Verwendung, Verwertung:

Yam als Lebensmittel:

Die Knollen werden wie Kartoffeln verwendet. In Westafrika ist ins­besondere “Fufu“, ein Brei aus gestampften, gekochten Yams­knollen, ein häufiges und beliebtes Gericht, zu dem scharf gewürzte Soßen, nach Möglichkeit mit Fleisch oder Fisch genossen werden. In Scheiben zerschnittene Knollen liefern geröstet Chips. Außerdem werden Yamsmehl und -stärke hergestellt.

Inhaltsstoffe von 100 g Yamswurzeln:

Die Inhaltsstoffe entsprechen etwa denen der Kartoffel; die Knollen einiger, allerdings kaum angebauter Arten enthalten das Alkaloid Dioscorin, das sich durch Kochen entfernen lässt.

Inhaltsstoffe von 100 g Yamswurzeln

Wasser: 68,9 g Verwertb. Kohlenhydrate: 22,4 g
Eiweiß: 2,0 g Rohfaser: 5,56 g
Fett: 0,13 g
Vitamine: v.a. Vit. C (10,0 mg) Mineralstoffe: v.a. Kalium (393 mg)


Quelle : Souci-Fachmann-Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel; medpharm Scientific Publishers Stuttgart 2000

Yam als Nahrungsergänzungsmittel:

Interesse erzielte die Yamswurzel durch ihren Gehalt an Diosgenin, einem Phytosteroid, das in der Struktur den Steroidhormonen DHEA und Progesteron sehr ähnlich ist. In Studien wurde festgestellt, dass bei Patienten, die hohe Dosen eines Yamswurzel-Produktes zu sich nahmen, der DHEA-Blutspiegel anstieg. DHEA (Dehydroepiandrosteron) ist ein körpereigenes Hormon, das in den Nebennieren erzeugt wird und mit zunehmendem Alter abnimmt. Da DHEA Altersbeschwerden vermindert, den alternden Organismus regeneriert, ihn mit Energie versorgt und das physische und psychische Wohlbefinden fördert, wird von einem Jungbrunnen-Hormon gesprochen.

Die genannten Wirkungen sind wissenschaftlich nicht belegt!

In Europa wird die Yamswurzel vorwiegend in Fertigprodukten ange­boten. Wenn man die getrocknete Wurzel erhält, kann man sie als Tee zubereiten und in kleinen Schlucken trinken. Oder man setzt eine Tinktur daraus an und nimmt sie tropfenweise ein.

Yam im Reformhaus:

Yam wird im Reformhaus zur Zeit nicht angeboten.

Literatur:

Kalium, Kartoffel