Feigen

 

Feigen sind die süßen Früchte des Feigenbaums oder -strauchs (Ficus carica). Nur die weiblichen Feigenbäume können Früchte tragen. Trotzdem sind die männlichen Feigenbäume zur Befruchtung notwendig, da eine bestimmte Gallwespenart ihre Eier nur in die Blütenbecher der männlichen Bäume legt und sich dabei mit Pollen belädt, mit denen sie die weibliche Blüte bestäubt. In Deutschland werden Feigen überwiegend getrocknet konsumiert (Trockenfrüchte), frische Feigen werden als Dessertfrucht verwendet.

Herkunft und Sorten:

Die Feige ist eine alte Kulturpflanze. Zuerst wurde sie von Ägyptern und Griechen angebaut. Heute wird der Feigenbaum in den Mittelmeerländern, im Nahen Osten, Nord- und Südamerika kultiviert. Hauptlieferant für den deutschen Markt ist die Türkei, hier werden die besten Qualitäten erzeugt.
Wichtigste Sorte im Welthandel ist die türkische "Sari Lob" mit bernsteinfarbigem Fruchtfleisch. Weitere Sorten sind "Calimyrna" aus Kalifornien und "Dottato" aus Italien. Die türkischen "Smyrna-Feigen" sind von besonders guter Qualität. Weniger süß und etwas dickschaliger sind die "Calamata-Feigen" aus Griechenland.

Feigen werden nach Größenstufen von 1 bis 9 gehandelt:

Dabei bedeutet z.B. 35/40, dass auf ein Kilogramm Feigen 35 bis 40 Stück Feigen kommen. Die Größenstufe No. 1 bedeutet daher die größten, Stufe No. 9 die kleinsten Feigen.
Hinsichtlich der Abpackung unterscheidet man:

Naturalfeigen erkennt man auch an dem weißen Oberflächenbelag (auskristallisierter Traubenzucker), ein Zeichen dafür, dass diese Feigen nach der Trocknung keiner weiteren Behandlung (z.B. Dampfwäsche) unterzogen wurden.

Gewinnung von Trockenfeigen:

Die Feigen bleiben so lange an den Bäumen hängen, bis sie voll ausgereift sind und von selbst abfallen. 4 - 8 Tage trocknen die Feigen in der Sonne bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 30 %. Zum Schutz vor Insektenbefall werden Trockenfeigen in der Regel mit Methylbromid, einem Gas mit niedrigem Siedepunkt (4,5 °C), begast (Begasung). Die technisch unvermeidbaren Rückstände dürfen laut Höchstmengenverordnung (vom 25.4.88) 50 mg Gesamtbromid je kg Feigen nicht übersteigen. Wichtig ist die Untersuchung auf einen Aflatoxinbefall (Gift des Schimmelpilzes Aspergillus niger). Im Juni 1987 berichtete das Bundesgesundheitsministerium über einen starken Befall von Feigen mit Aflatoxinen. Für neuform-International durchlaufen sämtliche Feigen mehrere Kontrollen auf Aflatoxinbefall.

Verwendung:

Feigen werden hauptsächlich roh verzehrt. Bei frischen Feigen wird die Schale meist nicht mitgegessen. Trockenfeigen werden mit der Haut verzehrt. Wie bei anderen Trockenfrüchten entfaltet sich das Aroma besonders gut, wenn die Feigen einige Stunden eingeweicht werden. Müslis, Fruchtsalaten und anderen Süßspeisen verleihen sie ein besonders Aroma.

Naturalfeigen sollten vor dem Verzehr gewaschen werden.

Inhaltsstoffe in 100 g Trockenfeigen:
 
Wasser: 24,6 g
Eiweiß: 3,54 g
Fett: 1,30 g
 
   
Kohlenhydrate: 55,1 g
Ballaststoffe: 122,9 g
Energie: 1059 kJ/249,5 kcal
 
Mineralstoffe:   v.a. Calcium (193 mg), Kalium (850 mg), Magnesium (70 mg), Eisen (3,3 mg)

Quelle: Souci-Fachmann-Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel - Nährwert-Tabellen; medpharm Scientific Publishers, Stuttgart 1994.

Lagerung im Reformhaus:

Angesichts der Bedeutung des Aflatoxinproblems und der damit verbundenen starken Kontrollen seitens der Lebensmittel Überwachungs-Behörden müssen einige Vorsichtsmaßregeln getroffen werden:

Das Besondere an Trockenfeigen im Reformhaus:

Spezielle, diätetische Hinweise für den Kunden:

Literatur:

Aflatoxine, Begasung, Obst, ökologischer Landbau, Schwefel, Trockenfrüchte