CLA

 

 

Konjugierte Linolsäuren wurde Ende der 80er Jahre im gegrillten Fleisch entdeckt. Sie zählen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Erforscht werden seitdem ihre biologischen Wirkungen.

Chemischer Aufbau und Bildung:

Im Unterschied zur Linolsäure sind eine oder beide Doppelbindungen unterschiedlich lokalisiert. Es gibt daher eine Gruppe verschiedener konjugierter Linolsäuren mit unterschiedlichen Strukturen (cis- oder trans-Konfiguration). Die CLA-Isomeren cis-9, trans-11 und trans-10, cis-12 werden als die biologisch wirksamsten Vertreter der CLA beschrieben.
Konjugierte Linolsäuren werden von Wiederkäuern im Zuge der Biohydrierung von Linolsäure als Zwischenprodukte gebildet.

Vorkommen der CLA:

CLA kommen hauptsächlich im Fleisch und der Milch von Wiederkäuern vor. Die höchsten Konzentrationen finden sich im Milchfett.
Beim Erhitzen, vor allem aber beim Grillen von Fleisch erhöht sich der Gehalt an CLA!
Der Gehalt variiert in Abhängigkeit von der Haltungsform bzw. der Fütterung der Kühe. Tendenziell findet sich bei Kühen aus ökologischer Haltung ein höherer Gehalt.

Quelle: Chin et al.: J Food Compos Anal.

Aufnahme an CLA:

Die durchschnittliche Aufnahme an CLA schwankt in Abhängigkeit des Ernährungsverhaltens zwischen 200 und 400 mg/d in Europa, in den USA liegt sie mit 150-200 mg/d etwas darunter. Gemischtköstler nehmen etwa doppelt so viele CLA auf wie Vegetarier.

Biologische Wirkungen der CLA:

Die Wirkungen der CLA wurden in Studien an isolierten Zellen, bei Tieren und bei Menschen untersucht. Im Vordergrund des Interesses stehen der Einfluss auf die Körperzusammensetzung sowie die krebshemmenden Wirkungen.
Aufgrund der vielfältigen Studien über CLA werden außerdem folgende Anwendungen diskutiert:

Einflüsse auf die Körperzusammensetzung:

An Tiermodellen, vereinzelt auch schon bei Studien am Menschen konnte eine Verminderung des Körperfettanteils und eine Vermehrung der mageren Körpermasse gezeigt werden.
Tierversuche ergaben, dass CLA antikatabol wirkt (d.h., es bremst den Muskelabbau), vermutlich durch Steigerung der Proteinsynthese. Ferner konnte eine Zunahme fettfreier Muskeln beobachtet werden. Vergleichsweise extrem hoch dosierte CLA-Gaben führten bei Hühnern, Mäusen und Ratten zu einer Abnahme der Fettgewebsmasse um ca. 60 Prozent. Beim Menschen reduzierte die Gabe von 3,6 g täglich in drei Monaten das Fettgewebe um 20 Prozent. In einer Studie der norwegischen Scandinavian Clinical Research wurde die Wirkung von CLA auf 60 übergewichtige Personen während zwölf Wochen getestet. Ein Teil der Teilnehmer bekam Placebos (Olivenöl), und der andere erhielt CLA in unterschiedlicher Dosierung (zwischen 1,7 und 6,8 g am Tag). Diejenigen, die eine Dosis von 3,4 g CLA bekommen hatten, konnten ihr Körperfett erheblich reduzieren. Eine höhere Dosis von 6,8 g pro Tag erzielte jedoch keine signifikant besseren Ergebnisse in der Reduktion von Körperfett.

Krebshemmende Wirkungen:

Frühe Untersuchungen an Tiermodellen zeigten, dass CLAs Krebsbildung und -wachstum hemmen können. Heute gibt es einige Hinweise, die darauf hindeuten, dass CLAs vor bestimmten Krebsarten schützen können. Die meisten Hinweise über die Auswirkungen von CLAs auf Brust-, Haut-, Leber- und Darmkrebs stammen allerdings aus Studien mit tierischem und menschlichem Gewebe. Obwohl klinische Studien begrenzt sind, haben aktuelle Arbeiten gezeigt, dass ein verringertes Brustkrebsrisiko mit einer gesteigerten Aufnahme von CLAs, einem erhöhten Verzehr von Käse und hohen Blutkonzentrationen an CLAs in Verbindung steht.

Weitere Wirkungen der CLA:

Antiallergische Wirkungen:

Die Konzentration verschiedener Auslöser (PGE2, Lekotriene und Histamine) allergischer Reaktionen konnten im Tierversuch nach CLA-Gabe erniedrigt werden bei gleichzeitiger Erhöhung einiger antiallergener Immunglobuline.

Wirkungen gegen Arteriosklerose:

Über eine antiatherogene Wirkung der CLA gibt es widersprüchliche Forschungsergebnisse. Als Fazit ist festzuhalten, dass „eine antiatherogene Wirkung von CLA beim Menschen derzeit nicht erwartet werden kann.“

Wirkung gegen Diabetes:

In Studien wurde nach CLA-Gabe eine Normalisierung der Glucosetoleranz bei gleichzeitiger Verminderung der Konzentration an freien Fettsäuren im Blut gefunden, außerdem ein Fortschreiten der Hyperglykämie (überhöhter Blutzuckerwert) verhindert.

Nebenwirkungen:

Gravierende CLA-Unverträglichkeiten sind bisher nicht bekannt. Einige Probanden beendeten die Teilnahme an der skandinavischen CLA-Studie vorzeitig wegen Übelkeit - allerdings waren darunter ebenso viele Teilnehmer aus der Placebogruppe, die lediglich Olivenöl erhalten hatten.

Dosierung von CLA:

Die von Anbietern empfohlene Tagesdosis liegt bei 2-2,5 g. Professor Gerhard Jahreis von der Universität Jena empfiehlt die Aufnahme von einem Gramm (=1000 Milligramm) pro Tag über die Nahrung, mindestens aber 300-500 mg. Da Langzeitstudien fehlen, sollte die Höchst-anwendungsdauer von zwölf Wochen nicht überschritten werden.

CLA im Reformhaus®:

CLAs werden angeboten in Nahrungsergänzungsmitteln, die auf eine erhöhte Fettverbrennung abzielen.

Literatur:

Essenzielle Fettsäuren, Fettsäuren, Trans-Fettsäuren