Saccharin

 

Saccharin ist der älteste, synthetisch gewonnene Süßstoff. Er wurde
im Jahre 1878 von Dr. Constantin Fahlberg entdeckt. Fahlberg erhielt 1884 das Reichspatent und eröffnete in Magdeburg die erste Fabrik zur Herstellung von Saccharin.

Die Bezeichnung Saccharin umfasst auch die Natrium-, Kalium- und Calcium-Salze des Saccharins. Saccharin schmeckt noch in einer Ver-dünnung von 1:100'000 süss, es ist ein weißes, kristallines, sehr süß schmeckendes Pulver mit etwa der 550-fachen Süßkraft von Zucker.

Chemische Zusammensetzung und Herstellung:

Die Herstellung erfolgt chemisch-synthetisch. Saccharin (Benzoe-säuresulfimid) kann aus zwei verschiedenen Grundstoffen gewonnen werden: Phytalsäureanhydrid (Maumee-Verfahrens) oder Toluol

Süßkraft und Kombinationen von Saccharin:

Gegenüber Haushaltszucker (Saccharose) beträgt die Süßkraft von Saccharin das 450- bis 550-fache. Die Wirkung von Saccharin kann durch eine Säurezugabe verstärkt werden. Eine zu hohe Konzentration hingegen führt zu einem typischen bitter-metallischen Beigeschmack.
Ein abgerundeter, süßer Geschmack wird durch eine Kombination von Saccharin mit Cyclamat E 952, Thaumatin E 957 und Fructose, Xylit E 967 erreicht. Hierbei kommt es gleichzeitig zu einer Aromasteigerung.

Eigenschaften von Saccharin:

Lebensmittelrechtlicher Status:

Saccharin wird verwendet für:

Vielfach auch für Mundwasser, Zahnpasta, Lippenstiften und Tabletten.

Bedeutung für die menschliche Ernährung:

Viele brennwertverminderte oder ohne Zucker hergestellte Produkte wie:

ADI – Wert: 0- 5 mg/kg

ADI = Acceptable daily intake = Menge eines Stoffes, die bei täglicher, lebenslanger Aufnahme als wissenschaftlich unbedenklich gilt!

Bei einem ADI-Wert von 5 mg/kg bedeutet dies für einen Erwachsenen (70 kg Körpergewicht) eine tolerierte Aufnahme von täglich 350 mg Saccharin oder einer vergleichbaren Süßkraft von 140 g Zucker.

Photoallergene Wirkung von Saccharin:

Saccharin soll nach Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 255. Auflage, eine photoallergene Wirkung aufweisen. Dazu nimmt das Bundesamt für den gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) wie folgt Stellung:

"Berichte über einzelne Fälle photoallergener Wirkungen von Saccharin nach oraler Exposition wurden in neueren Studien, die mit 1129 Personen bei dermaler Applikation durchgeführt wurden, nicht bestätigt. Die dem BgVV vorliegenden Informationen geben keinen Hinweis darauf, dass mit dem Verzehr saccharinhaltiger Lebensmittel im Hinblick auf mögliche photoallergene Wirkungen ein erhöhtes Risiko verbunden ist, das einen Warnhinweis rechtfertigen würde.

Begründung: Der Hinweis in der 255. Auflage des Klinischen Wörterbuches basierte möglicherweise auf Berichten über einzelne Fälle von photoallergenen oder phototoxischen Wirkungen von Saccharin.

In den neueren Auflagen des Klinischen Wörterbuches ist ein solcher Hinweis nicht mehr enthalten. Eine in einschlägigen Literaturdatenbanken durchgeführte Recherche hat ansonsten keine Hinweise auf eine photoallergene Wirkung des Saccharins erbracht.

Saccharin im Reformhaus:Nach den neuform-Qualitätsrichtlinien sind die für Lebensmittel gesetzlich erlaubten Süßstoffe in diätetischen Lebensmitteln des Reformhauses ebenfalls erlaubt, somit auch Saccharin.

Literatur:

* BGVV: Stellungnahme vom 6.6.2002 über phototoxische
Wirkungen von Saccharin
* Blank, H. u.a.: Kann die Verwendung von Süßstoffen sinnvoll
sein?; UGB-Forum 2/90
* Niederauer, T.: Überblick über Eigenschaften und Verwendung
von Süßungsmitteln; aid-Verbraucherdienst