Zuckeraustauschstoffe

 

Zuckeraustauschstoffe sind Stoffe, die im "Austausch gegen Zucker" eingesetzt werden. Sie werden alle aus natürlichen Grundstoffen gewonnen.
Zuckeraustauschstoffe müssen grundsätzlich in der Zutatenliste gekennzeichnet sein. Falls Sorbit, Xylit oder Mannit verwendet wurde, muss sich zusätzlich der Hinweis finden:"Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken". Lactit, Xylit und Mannit werden nur in verarbeiteter Form angeboten, während Fruchtzucker, Sorbit und Palatinit auch "pur" im Haushalt eingesetzt werden können.

Die wichtigsten Zuckeraustauschstoffe sind:

Bedeutung für die menschliche Ernährung:

In der Vollwerternährung gelten Zuckeraustauschstoffe als wenig empfehlenswert, da sie wie die handelsüblichen Zuckerarten raffiniert werden und "leere" Kalorien liefern.

Verwendung von Zuckeraustauschstoffen:

Generell können die im Handel erhältlichen Zuckeraustauschstoffe fast genauso verwendet werden wie Haushaltszucker, denn sie sind weitgehend koch- und backbeständig. Natürlich sollten auch sie unter Beachtung ihrer unterschiedlichen Süßkraft sparsam verwendet werden.
Zuckeraustauschstoffe finden Verwendung bei der Herstellung bzw. Verarbeitung von diätetischen Lebensmitteln u.a. bei: Getränken, Obstkonserven, Brotaufstrichen, Süßwaren, Puddingpulver, Gebäck und Kuchen.

Süßkraft von Zuckeraustauschstoffen:

Der Süßungsgrad gibt das Verhältnis der Süßkraft im Vergleich mit Saccharose wieder. Die Süßkraft von Saccharose wird gleich 1 gesetzt.

Zuckeraustauschstoff: Süßungsgrad:
Fruktose 1,4 - 1,8
Sorbit 0,5
Xylit 0,85 - 1,25
Mannit 0,7
Palatinit 0,5 - 0,6
Lactit 0,3 - 0,4

Quelle: Köchel, F.: Mitt. d. Deutsch. Pharm. Ges. 164 34. 153 - 164

Toxikologische Bewertung:

Das "ADI-Konzept", d.h. die Festlegung einer akzeptablen Höchstmenge eines Stoffes pro Tag und lebenslang ist zur gesundheitlichen Beurteilung von Zuckeraustauschstoffen nicht geeignet, da in einzelnen Lebensmitteln teilweise wesentlich größere Mengen als 10 % des jeweiligen Zuckeraustauschstoffes verwendet werden.

Es fallen zudem beim Abbau der Zuckeraustauschstoffe Substanzen an, die in entsprechender Konzentration auch normalerweise bereits im Stoffwechsel vorkommen. Trotz der sehr geringen Toxizität der Zuckeraustauschstoffe ist eine unbegrenzte Verwendung aufgrund des Durchfallrisikos nicht angebracht.
Daher hat der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der Europäischen Gemeinschaft empfohlen keine ADI-Werte festzulegen und alle Zuckeraustauschstoffe als akzeptabel erklärt, allerdings mit der Bemerkung, dass "bei übermäßigem Verzehr osmotisch bedingte Durchfälle auftreten können".

Die Tabelle zeigt die Toleranzschwelle für Zuckeraustauschstoffe bei nicht daran gewöhnten Erwachsenen und Kindern (Werte in Klammern):

Stoffe Einzeldosis (g) Tagesdosis (g)
Fructose 770 >> 90
Mannit 110 - 20  
Sorbit 220 (10) 500 (30)
Xylit 220 (10) 500 (30)
Lactit 225 440
Maltit 330 550
Isomalt 330 (20) 500 (45)

Quelle: Großklaus, R.: Gesundheitliche Bewertung der Risiken durch Lebensmittelzusatzstoffe am Beispiel der Zuckeraustauschstoffe; Bundesgesundheitsblatt 33 (1990) S. 578 - 581.

Zuckeraustauschstoffe in neuform-Produkten:

Literatur:

Diabetes, Fruktose, Kohlenhydrate, Lactit, Mannit, Isomalt, Palatinit, Sorbit, Süßstoffe, Xylit, Zucker