Schwefel

 

 

Schwefel (S; Atomgewicht: 32,064) wird fast ausschließlich in Form der S-haltigen Aminosäuren Methionin und Cystein aufgenommen. Die nicht zum Eiweißaufbau verwerteten Mengen an diesen Aminosäuren werden im Stoffwechsel oxydiert, wobei Sulfat entsteht.

Schweflige Säure und Schwefeldioxyd als Konservierungsstoffe:

Schweflige Säure bzw. Schwefeldioxyd sind die ältesten heute noch angewendeten Konservierungsstoffe. Sie hemmen das Wachstum von Mikro-Organismen und verhindern den vorzeitigen Verderb der Lebensmittel. Neben dem antibakteriellen Effekt zeigt Schwefeldioxyd auch farberhaltende und antioxidative Wirkung. Behandelte Lebensmittel werden somit vor Verfärbung (z.B. Kartoffelerzeugnisse, Trockenfrüchte) und Fettverderb geschützt. Schwefeldioxyd ist bei einer Vielzahl von Lebensmitteln zugelassen (nicht bei Lebensmitteln mit einem neuform Qualitätszeichen).
Der Wirkungsmechanismus von Schwefel, schwefliger Säure und Schwefeldioxyd im menschlichen Körper konnte bisher nicht vollständig geklärt werden.

Nebenwirkungen von Schwefeldioxyd:

Die Verträglichkeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die Aufnahme von Schwefeldioxyd kann Kopfschmerzen, Durchfall und Übelkeit hervorrufen und allergische Reaktionen auslösen. Schwefeldioxyd hemmt bestimmte Enzyme im Stoffwechsel. Schwefeldioxyd zerstört das Vitamin-B1, das als Enzymbestandteil u.a. im Kohlenhydrat-Stoffwechsel eine wesentliche Rolle spielt.

In Tierversuchen verursacht der Zusatz von Schwefeldioxyd zum Futter Vitamin-B1-Mangelerscheinung (Gewichtsverlust, Funktionsstörung des Nervensystems, Störungen der Magen-Darm-Funktion). Problematisch ist, dass sich diese Mangelerscheinung durch anschließende Zufuhr von Vitamin-B1 nicht völlig beheben lässt.
Die gesundheitlichen Auswirkungen sind demnach nicht nur auf die Zerstörung von Vitamin-B1 zurückzuführen. Diese Tatsache scheint bedenklich, da einerseits Schwefeldioxyd in einigen Lebensmitteln verwendet wird, anderseits eine ausreichende Versorgung von Vitamin-B1 durch die üblichen Ernährungsgewohnheiten häufig nicht gewährleistet ist.

Bei Vitamin-B1-Mangel steigt die Giftigkeit von Schwefeldioxyd noch an. Insbesondere Weintrinker sollten daher auf ihre Vitamin-B1 Versorgung achten. Die von der WHO empfohlene Tageshöchstmenge wird besonders von Weintrinkern sehr schnell überschritten. Somit sollten nach den vorliegenden Erkenntnissen ungeschwefelte Produkte bevorzugt werden.

Schwefeldioxyd in Produkten mit einem neuform Qualitätszeichen:

Nach den neuform Qualitätsrichtlinien der Reformhaus eG dürfen schweflige Säure und Schwefeldioxyd nicht als Konservierungsstoffe verwendet werden.

Literatur:

Aminosäuren, Konservierungsstoffe, Mineralstoffe, Trockenfrüchte, Vitamin B1, Zusatzstoffe