Das Reformhaus-Fachlexikon
Informationen zu Ernährung, Heilpflanzen, Naturheilkunde und Vitalstoffen. Nachschlagewerk mit über 690 Stichworten auf mehr als 2250 SeitenMolybdän (griech. mólybdos Blei gehört zu den weltweit verbreiteten Schwermetallen. Mit dem Blut wird das aufgenommene Blei im Körper verteilt. Die wesentlichen Ablagerungsstätten sind die Knochen mit einem Anteil von 90 % sowie das weiche Gewebe (unter anderem das Gehirn). Blei), wurde lange Zeit mit Bleiglanz oder auch Graphit verwechselt. Molybdän ist für Pflanzen, Tiere sowie für den Menschen essentiell. In der Natur kommt Molybdän in elementarer Form nicht vor.
Chemie von Molybdän:
Molybdän (Mo; Atomgewicht 95,94) ist ein relativ hartes, dabei aber sprödes Schwermetall. Es besitzt die Ordnungszahl 42. In reiner Form hat Molybdän eine dem Zinn gehört nach neueren Erkenntnissen zu den essentiellen Spurenelementen. Genaue Zahlen über den Zinnbestand des Menschen liegen nicht vor.Der natürliche Gehalt an Zinn in Lebensmitteln liegt zwischen 0,3 und 3,0 mg/kg.Zinn vergleichbare Farbe. An der Luft oxidiert es und bei tiefen Temperaturen ist es supraleitend. Es ist das 39-häufigste Element in der Erdkruste. Die wichtigste Molybdänverbindung ist der Molybdänglanz (Molybdänsulfid).
Funktionen:
Mit dem Nachweis der Molybdänabhängigkeit des Enzyms Xanthinoxidase wurde im Jahre 1953 die Essentialität (Lebens- und Zufuhrnotwendigkeit) des Spurenelementes nachgewiesen.
Im menschlichen und tierischen Gewebe sind drei Molybdän abhängige Enzyme (alter Begriff: Fermente) sind hochaktive Eiweißstoffe, die biochemische Reaktionen stark beschleunigen oder erst ermöglichen. Auf diese Weise regulieren sie viele Stoffwechselvorgänge. Zusammen mit Vitaminen und Hormonen werden sie häufig auch als Wirkstoffe bezeichnet.Enzyme bekannt:
In einigen epidemiologischen Studien wurde über einen Karies präventiven Effekt von Molybdän berichtet. Diese Wirkung ist allerdings nicht gesichert.
Aufnahme, Stoffwechsel und Ausscheidung:
Molybdän wird im gesamten Dünndarm aufgenommen (absorbiert). In Studien wurden Absorptionsraten zwischen 28 und 80 % ermittelt.
Die Bioverfügbarkeit hängt von der Bindungsform im Lebensmittel und von der Löslichkeit der Molybdänverbindung ab.
Die gespeicherte Molybdänmenge ist gering, der Gesamtkörperbestand wird mit 5 10 mg (50 100µmol) angegeben. Die Leber weist den höchsten Gehalt mit 40 80 µg/100 g auf. Die durchschnittliche Harnausscheidung liegt bei 20 30 µg/Tag.
Molybdänmangel und Molybdänüberdosierung:
Beim Menschen kommt ein schwerer Mangel nur sehr selten bei ausschließlicher parenteraler Ernährung vor. Symptome sind ein erniedrigter Harnsäurewert, erniedrigte Enzymaktivitäten (siehe auch bei Funktionen), Tachykardie (Herzrasen), Tachypnoe (erhöhte Atemfrequenz) mit anschließendem Koma.
Molybdän hat eine geringe Toxizität. In Ländern mit molybdänreichen Böden tritt bei Wiederkäuern eine als Molybdänose benannte Vergiftung auf, bei der es zu ähnlichen Symptomen wie bei einem Kupfermangel (Blutarmut, gestörte Melaninsysnthese) kommt. Bei erhöhter Zufuhr (10 15 mg/Tag) kommt es außerdem zu gichtähnlichen Symptomen und Störungen im Knochenstoffwechsel.
Zufuhrempfehlungen und Vorkommen in Lebensmitteln:
In den DACH-Referenzwerten der DGE werden nur Schätzwerte für die tägliche Molybdänzufuhr genannt. Diese liegen bei:
| Altersgruppe | Molybdänzuführ in µg / Tag |
| Säuglinge 0-4 Monate / 4-12 Monate | 7 / 20-40 |
| Kinder 1-4 / 47 / 7-10 / >10 Jahre | 25-50 / 30-75 / 40-80 / 50-100 |
| Jugendliche und Erwachsen | 50-100 |
Molybdänreiche Lebensmittel mit Gehalten von 15 130 µg/100g sind Die verschiedenen Mühlenerzeugnisse, die durch Vermahlen, Quetschen, Schroten oder Sieben hergestellt werden, sind Schrot, Grieß, Dunst, Mehl, Kleie, Grütze, Graupen und Flocken. Sie sind Ausgangsstoff für eine Vielzahl von FolgeproduktenGetreideprodukte und Hülsenfrüchte.
Molybdänarm sind dagegen Gemüse, Obst ist ein Sammelbegriff für die essbaren Früchte von mehrjährigen Pflanzen. Im Handel werden Kern-, Stein-, Beeren- und Schalenobst sowie Südfrüchte unterschieden. Üblich ist auch eine gesonderte Aufzählung der "Wildfrüchte".Obst, Als "Milch" wird nach dem Milchgesetz lediglich die Kuhmilch bezeichnet, während die Milch anderer Tiere nur unter deutlicher Kennzeichnung der Tierart, z.B. als Ziegenmilch, Schafmilch, in Verkehr gebracht werden darf.Milch und Fleisch (ca. 2 10 µg/100g
Literatur:
Spurenelemente sind chemische Elemente und ihre anorganischen Verbindungen. Unterschieden werden Mengen- und Spurenelemente. Die Mineralstoffe sind Bau- und Reglerstoffe. Sie steuern den Flüssigkeitshaushalt und sind bei einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen notwendig.Spurenelemente