Eisen
Eisen (Fe; Atomgewicht: 55,847) gehört zu den essentiellen Spurenelementen. Eisen ist für alle Lebensformen, mit Ausnahme einiger Bakterienarten, ein essentieller Bestandteil bzw. Cofaktor vieler Proteine und Enzyme.
Vorkommen und Körperbestand:Der gesamte Eisenbestand des Menschen beträgt in der Regel 4 - 5 g. Die Hauptmenge des Eisens liegt in Form von Hämoglobin und Myoglobin (Blut- und Muskelfarbstoff) vor.
Empfohlene Mengen in mg/Tag:  | | Säuglinge: | | | 0- 4 Monate | | 0,5 | | 4-12 Monate | | 8 | | | | | | Erwachsene/Jugendliche | | | | m | w | | 10 - 19 Jahre | 12 | 15 | | 19 - 51 Jahre | 10 | 15 | | ab 51 Jahre | 10 | 10 | | | | | | | | | | | | |  | |  |  | | Kinder: | | 1 - 7 Jahre | 8 | | 7 - 10 Jahre | 10 | | | | | | | Schwangere | 30 | | Stillende | 20 | | | | | | | | | | | | | | | |  | |
Quelle: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr (1. Aufl. 2000) Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung Umschau/Braus VerlagVersorgung mit Eisen in Deutschland:In Deutschland beträgt die durchschnittliche Eisenzufuhr bei Frauen 11 mg und bei Männern 13 mg pro Tag. Ein ernährungsbedingter Eisenmangel ist wesentlich seltener als früher. Hinweise auf eine Eisenmangelanämie (Blutarmut) wurden bei etwa 0,6 % der Bundesbürger gefunden, bei Frauen etwa doppelt so häufig wie bei Männern. Risikogruppen für eine schlechte Eisenversorgung sind:
- Ausdauersportler (vermehrte Blutbildung)
- Blutspender
- Heranwachsende Frauen (Menstruation, Wachstum),
- Kleinkinder/Jugendliche (schnelle Vermehrung der Körpermasse)
- Schwangere und Stillende (Bedarf für Fötus bzw. Säugling)
- Vegetarier v.a. Veganer
Wirkungen im Körper: - Hauptaufgabe des Eisens ist der Sauerstofftransport im Blut. Hier ist das Eisen an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden, der Sauerstoff binden und an die verschiedenen Gewebe abgeben kann.
- Eisen ist auch Bestandteil zahlreicher lebenswichtiger Enzyme (z.B. Cytochrome), die bei Energiegewinnung und Entgiftung eine große Rolle spielen.
Aufnahme und Bioverfügbarkeit:Nach Angaben der WHO liegt die Aufnahmerate von Eisen aus der Nahrung in den meisten industrialisierten Ländern zwischen 10 und 15 %. Im Eisenmangel steigt sie auf das 2-3fache an. Die Ausnutzung wird auch bestimmt durch die Eisenwertigkeit. Zweiwertiges Eisen wird besser aufgenommen als Dreiwertiges.
Im Unterschied zu dem zweiwertigen Hämeisen in Lebensmitteln tierischer Herkunft, dessen Verfügbarkeit bei über 20 % liegt, werden aus Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft kaum mehr als 5 % aufgenommen. Dies hängt mit den v.a. in Pflanzen enthaltenen eisenbindenen Stoffen zusammen.
Resorptionshemmend wirken sich aus: - Karbonate, Oxalate, Phosphate
- Phytinsäure (in Getreide und Hülsenfrüchten)
- Weizenkleie
- Schwarztee und Kaffee (Tannine)
- Medikamente (Antacida, Clofibrate, Salicylate)
Resorptionsfördernd wirken sich aus: - Ascorbinsäure (Vitamin C)
- Fleisch und Fisch
- Zitronensäure
Eisenverbindungen und -speicherung im Stoffwechsel:Eisen wird im Blut mit Hilfe von Transferrin, einem Glykoprotein, transportiert. Bei normaler Eisenversorgung ist das Serumtransferrin nur zu einem Drittel mit Eisen abgesättigt, sodaß eine beträchtliche Reservekapazität zur Verfügung steht. Eisen wird zu 70 - 90 % im Knochenmark für die Hämoglobinsynthese verwendet. Der Rest dient der Biosynthese von Enzymen und Coenzymen oder gelangt in die Eisenspeicher. Die Speicherung findet v.a. in den Leberzellen und in Zellen des Knochenmarks und der Milz statt, wobei zunächst eine Speicherung in Form von Ferritin erfolgt. Bei gefüllten Ferritinspeichern wird Eisen als Hämosiderin abgelagert. Die Ferritinkonzentration im Serum (Serumferritin) ist ein sehr gutes Maß für die Höhe der vorhandenen Eisenreserven.
Ausscheidung:Für Säuglinge und Kinder wird der tägliche Eisenverlust auf 0,2 bis 0,4 mg/Tag geschätzt. Die gesamte Eisenausscheidung des gesunden Mannes beträgt im Mittel 1 mg/Tag über Darm, Niere und Haut. Frauen haben durch die Blutverluste bei der Menstruation zusätzliche Eisenverluste von durchschnittlich 0,5 mg/Tag bei großen individuellen Schwankungen.
Eisenmangel:Eisenmangel äußert sich zum Beispiel in leichter Ermüdbarkeit, Antriebsschwäche, Kreislaufstörungen, Erkrankung der Mundschleimhaut, verminderter Widerstandskraft, blasser, trockener und rissiger Haut, brüchigen Nägeln und Haaren sowie in Appetitlosigkeit. Eisenmangel beeinträchtigt die körperliche Leistungsfähigkeit, stört die Wärmeregulation und erhöht die Anfälligkeit gegenüber Malaria. Das
Das Immunsystem hat im wesentlichen 2 Aufgaben: die Abwehr körperfremder, krankheitsauslösender Substanzen wie Viren, Pilze, Bakterien und anderer Mikroorganismen und die Abwehr von im Körper selbst gebildeten schädlichen Zellen wie Krebszellen.Immunsystem ist ebenfalls eisenabhängig. Eine chronisch erniedrigte Eisenzufuhr führt zur Eisenmangelanämie, eine der weltweit häufigsten Mangelerscheinungen.
Ursachen für Eisenmangel: - Unzureichende Zufuhr über die Nahrung (s.a. Aufnahme und Bioverfügbarkeit);
- Chronische Blutverluste durch eine gesteigerte Menstruation oder gynäkologische Erkrankungen;
- Verborgene (okkulte) Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Entzündliche Prozesse;
- Bösartige Tumore
Eisen-Überversorgung:Eine erhöhte Eisenaufnahme findet sich u.a. bei Alkoholismus und bei der erblichen Eisenspeicherkrankheit (= Hämochromatose). Diese führt zur Schädigung von Leber, Bauchspeicheldrüse und Herzmuskel.
Eisen wird auch als Prooxidans im Zusammenhang mit der Entstehung des Herzinfarktes und als begünstigender Faktor von Krebserkrankungen diskutiert.
Bevor Eisenpräparate empfohlen werden, sollte vom Arzt eine Blutuntersuchung erfolgen, die einen Eisenmangel nachweist sowie nach unterschwelligen Infektionen forscht!
Es gibt Hinweise darauf, dass der Körper sich bereits in der Frühphase einer Infektion oder einer Tumorzellvermehrung (Krebszellen) vor einer Eisenüberladung schützt. Er will verhindern, dass Bakterien oder Tumorzellen sich seines Eisens bemächtigen und es für ihre Vermehrung nutzen.
Eisen in Lebensmitteln:Aufgrund von Verzehrsmenge, Häufigkeit des Verzehrs und Eisengehalt sind
Seit es Brot gibt, gehört es zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen. Die ersten Brote waren flache, in der Sonne getrocknete Fladen aus gemahlenem Getreide und Wasser. Später war der Einsatz von Sauerteig üblich.
Brot, Fleisch, Wurstwaren und Gemüse die wichtigsten Quellen der Eisenzufuhr.
Pflanzliche Lebensmittel  | | Gemüse | | Wildgemüse | 4 - 6 | | Spinat | 3,8 | | Portulak | 3,6 | | Die Petersilie ist im östlichen Mittelmeerraum heimisch und gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse). Es ist eine zweijährige Pflanze mit glatten oder krausen Blättern. Petersilie enthält hauptsächlich ätherisches Öl.Petersilie | 3,6 | | Schwarzwurzel | 3,3 | | Brunnenkresse | 3,1 | | sonst. Gemüse: | 0,5 - 2,5 |  | | Hülsenfrüchte/ | | Linsen gehören zu den ältesten Kulturpflanzen. Sie waren schon in der Steinzeit bekannt und wurden als Grabbeigabe bei den ägyptischen Pharaonen gefunden. Linsen | 8,0 | | Kichererbsen | 6,1 | Die Heimat der Bohne ist Mittel- und Südamerika. Dort ist sie seit jeher ein Grundnahrungsmittel zusammen mit Mais. Heute liegen die Hauptanbaugebiete der Bohne in Europa und Ostasien. Innerhalb der EG sind Italien, Spanien und Frankreich führend.
Bohnen (versch.) | 6 - 7 | | | | | | | | | | | | | | | |  | | Tierische Lebensmittel | | Innereien besonders Leber, Nieren, Lunge | 5 - 25 | | Fleisch | 3 | | | | | | | | | | | | | | | |  | |  | | Vollkorngetreideprodukte | | Weizenkleie | 16,0 | | Amaranth ist eine weltweit verbreitete krautartige Pflanze, deren Samen verzehrt werden. Es gibt ca. 60 Amaranth-Arten, wovon die meisten als "Unkraut" wachsen und nur einige Arten als Kulturpflanze angebaut werden. Der Name Amaranth steht auch für einen Lebensmittelfarbstoff (E 123).Amaranth | 9,0 | | Quinoa ist eine alte Kulturpflanze der Andenländer. Die Samen der bis zu 2m hohen Quinoapflanze waren vor der spanischen Eroberung neben Mais, Kartoffeln und Bohnen ein Grundnahrungsmittel der Andenregion. Quinoa | 8,0 | | Hirse gehört zur Familie der Gräser (Graminecae). Die Hirse ist eine sehr alte Kulturpflanze. Damals und heute diente sie v.a. in tropischen und subtropischen Gebieten, in erster Linie in Afrika, als Grundnahrungsmittel.Hirse | 6,9 | Als Weizenkeim bezeichnet man den Keimling des Weizenkorns. Der Keimling befindet sich am oberen Teil des Kornes, umgeben von einer schützenden Schale. Bei der Vermahlung des Weizenkornes wird der Keimling abgeschält.
Weizenkeime | 8,5 | | Haferflocken | 5,4 | | sonst. Getreide ist ein Sammelbegriff für kultivierte Gräser bzw. deren Körner. Hierzu zählen im engeren Sinne die Arten der botanischen Familie der Gräser. Getreidearten im weiteren Sinne sind Pflanzen aus anderen botanischen Familien mit getreideähnlichem Charakter und Verwendung.Getreide: | 2 - 3 |  | | Ölsamen Nüsse | | Sesamsamen | 10 | | Mohnsamen | 9,5 | | Lein ist eine uralte Kulturpflanze, die schon vor 6000 bis 8000 Jahren von den Sumerern, Ägyptern und sogar schon von den Pfahlbauleuten der jüngeren Steinzeit angebaut wurde. Leinsamen ist der Samen des Leins oder Flaches.Leinsamen | 8,2 | | Pistazien sind die kleinen, rundlich-ovalen Steinfrüchte der Echten Pistazie (Pistacia vera), die als Strauch oder bis 10 m hoher Baum wächst. Ihre Heimat ist Persien und Syrien. Die Schale dieser Steinfrüchte kann bräunlich, grünlich, tiefrot oder violett sein.Pistazien | 7,3 | | Mandeln | 4,1 | | Haselnüsse | 3,8 | | Paranüsse | 3,4 | Die Cashewnuss ist die nierenförmige, relativ weiche Frucht des Cashewbaumes. Seine Heimat ist Südamerika. Nach drei Jahren bringt der junge Cashewbaum die erste Ernte.
Cashewkerne | 2,8 |  | | Sonstige Lebenmittel: | | Melasse (in 100g) | 15-46 | | | | | | | | | | | | | | | | | | |  | |
Quelle: Souci-Fachmann-Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel Nährwert-Tabellen; medpharm Scientific Publishers Stuttgart 2000Reformhausangebot: - Vielzahl eisenreicher, vollwertiger pflanzlicher
Lebensmittel wie: Nüsse und Samen, Vollkornprodukte,
Hülsenfrüchte, verschiedene Gemüse, Melasse (genaue
Angaben siehe bei eisenreichen Lebensmitteln) - Spezielle Eisenpräparate mit zweiwertigem Eisen - in Chelatform - mit anderen blutbildenden Stoffen (Folsäure, Vitamin B6, Vitamin B12 und Der Name Ascorbinsäure verweist auf den Zusammenhang zwischen der berüchtigten Seefahrerkrankheit "Skorbut" und der "Antiskorbutwirkung" von Vitamin C. Alle Säugetiere können Ascorbinsäure} aus Glukose selbst herstellen. Ausnahmen sind Menschen, Affen, Meerschweinchen sowie Vögel und Fische.Vitamin C) sollten vor den Mahlzeiten eingenommen werden; nicht zusammen mit Schwarztee oder Kaffee zählt zu den wichtigsten Kulturpflanzen der Erde. Er stammt aus den tropischen Wäldern des afrikanischen Kontinents. Die Frucht ähnelt von Größe und Farbe her einer Kirsche. Im allgemeinen enthält die Frucht zwei Samen.
Kaffee!
Literatur: - Deutsche Gesellschaft für Ernährung:Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr (1. Aufl.2000); zusammen mit der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung und der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung;
Umschau/Braus Verlag - Heseker, H.: Eisen; EU 44 (1997) Heft 12; S. 455 - 458
- Reformhaus-Ratgeber Vitamine und Mineralstoffe; Deutscher Reform-Verlag.
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Die Dauer einer Schwangerschaft berechnet sich vom ersten Tag der letzten Regelblutung bis zur Geburt - das sind 280 Tage = 40 Wochen. In dieser Zeit werden an die Mutter besondere seelische und körperliche Anforderungen gestellt. Schwangerschaft, Sport, Stillen,
Der Begriff ist von dem lateinischen "vegetus" = rüstig, munter abgeleitet und steht für eine Ernährung, die den Genuss sämtlicher Lebensmittel von toten Tieren ablehnt. Der Vegetarismus ist sehr alt. Vegetarismus