Vitamin B2
Vitamin B2 oder Riboflavin gehört zu den wichtgsten Coenzymen des Kohlenhydrat, Fett- und Eiweißstoffwechsels. Die biologisch aktive Form ist das Riboflavinphosphat (FMN = Flavinmononucleotid). Ältere Bezeichnungen für das "gelbe Enzym" sind Octoflavin, Lactoflavin und Uroflavin.
Chemischer Aufbau und Wirkformen:Unter Vitamin B2 werden Riboflavin sowie 2 enzymatisch daraus gebildete und ineinander umwandelbare Flavinnukleotide verstanden:
- Riboflavinin
- Flavinmononucleotid (FMN)
- Flavinadenindinucleotid (FAD)
Empfohlene Mengen pro Tag: | Vitamin B2 oder Riboflavin gehört zu den wichtgsten Coenzymen des Kohlenhydrat, Fett- und Eiweißstoffwechsels. Ältere Bezeichnungen für das "gelbe Enzym" sind Octoflavin, Lactoflavin und Uroflavin.Riboflavin: (in mg/Tag) |
| Säuglinge und Kleinkinder: | | 0 - 4 Monate: | 0,3 | | 4 - 12 Monate: | 0,4 | | 1 - 4 Jahre: | 0,7 | | 4 - 7 Jahre: | 0,9 | | | | Kinder: | | 7 - 10 Jahre: | 1,1 | | 10 - 13 Jahre: | 1,4 (m)/1,2 (w) | | 13 - 15 Jahre: | 1,6 (m)/1,3 (w) | |
| Jugendliche + Erwachsene: | | 15 - 25 Jahre: | 1,5 (m)/1,2 (w) | | 25 - 51 Jahre: | 1,4 (m)/1,2 (w) | | 51 - 65 Jahre: | 1,3 (m)/1,2 (w) | | ab 65 Jahre: | 1,2 | | | | | | Schwangere: | 1,5 | | Stillende: | 1,6 | |
Eine gewisse Abhängigkeit des Riboflavinbedarfs vom Energieumsatz wird aus der Stellung der Flavinenzyme im oxidativen Stoffwechsel verständlich. Ein verringerter Energiebedarf sollte nicht zu einer geringeren Riboflavinzufuhr als 1,2 mg/Tag führen.
Wirkungen im Körper:Vitamin B2 ist Bestandteil (Coenzym) wichtiger
Enzyme (alter Begriff: Fermente) sind hochaktive Eiweißstoffe, die biochemische Reaktionen stark beschleunigen oder erst ermöglichen. Auf diese Weise regulieren sie viele Stoffwechselvorgänge. Zusammen mit Vitaminen und Hormonen werden sie häufig auch als Wirkstoffe bezeichnet.Enzyme der Atmungskette und kommt daher v.a. in Zellen mit hoher Stoffwechselintensität vor. Wegen seiner vielfältigen Funktionen beeinflusst Vitamin B2 den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Aminosäuren, Fettsäuren und anderen Vitaminen.
- Energieproduktion: Abbau von Zucker und Fetten, sodass diese als Zellenergie genutzt werden können
- Wachstum: Riboflavin ist für das Wachstum und die Grundversorgung der Gewebe notwendig
- Antioxidativ: hält die antioxidativen Abwehrmechanismen der Gewebe aufrecht.
Licht, Temperatur und andere Einflussfaktoren:Riboflavin ist in neutralem und saurem Milieu schlecht wasserlöslich und weitestgehend
hitzestabil, wird aber durch
Licht inaktiviert. Verluste bei sachgemäßer Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln liegen in der Größenordnung von 20 %.
Aufnahme, Speicherung und Ausscheidung:Mit der Nahrung werden freies Riboflavin sowie FAD und FMN (s.o.) aufgenommen. Die beiden Coenzyme werden im Dünndarm aufgespalten, resorbiert wird freies Riboflavin. Der Transport in die Darmwand erfolgt aktiv und unterliegt einem Sättigungsmechanismus.
Die Ausscheidung von Vitamin B2 erfolgt zur Hauptsache über die
Niere und beträgt bei Zufuhr des Tagesbedarfs etwa 9 % dieser Menge, zum Teil in freier Form, zum Teil als Riboflavin-5-Phosphat. Wahrscheinlich werden neben unverändertem Riboflavin auch noch Metaboliten ausgeschieden, die nicht mehr aktiv sind.
Versorgung mit Vitamin B2:Zur Bewertung des Versorgungszustandes kann die Ausscheidung von Riboflavon im 24-Stunden-Harn oder die Aktivierung der Erythrozyten-Glutathion-Reduktase (EGR) durch FAD-Zusatz herangezogen werden.
Nach dem DGE-Ernährungsbericht 2000 ist die Versorgung mitVitamin B2 "im Durchschnitt der Bevölkerung ausreichend".
Mangelerscheinungen:Klinische Symptome treten i.d.R. erst nach Wochen auf.
- Augen: Rötung, Brennen und Tränen, Lichtempfindlichkeit, erhöhte Gefahr der Kataraktbildung ("grauer Star"=Linsentrübung)
- Blut: Anämie durch verminderte Erythrozytenbildung
- Haut: gerötete, schuppende, fettige, schmerzhafte, juckende Stellen bds. an den Haut-Schleimhaut-Übergängen (seborrhoische Dermatitis; Nase, Mund, Ohren, Genitalien)
- Mundhöhle und Lippen: schmerzhafte Rhagaden, besonders in den Mundwinkeln
- Psyche: Lustlosigkeit, Depression, Persönlichkeitsveränderungen
- Labor: verminderte Aktivität der Glutathion-Reduktase
Schwerer Riboflavinmangel beeinträchtigt auch den Stoffwechsel von Vitamin
B6 und Mit Hefe gelang es dann, die Pellagra zu heilen. Bis der dafür verantwortliche Stoff, das Niacin, chemisch isoliert werden konnte, nannte man den unbekannten Hefefaktor "PP-Faktor" (=Pellagra preventing factor). Niacin.
Ursachen eines Riboflavinmangels:Mangelerscheinungen sind meist zurückzuführen auf
Magen-Darm-Erkrankungen (M. Crohn, Enteritiden, Sprue), die mit einer Störung der Resorption einhergehen, weniger auf eine zu geringe Nahrungszufuhr! Darüber hinaus gibt es noch folgende Faktoren:
- hoher Alkoholkonsum
- genetische Störungen: verminderte Fähigkeit, Riboflavin in die aktive Form zu überführen
- Krankheiten: Krebs, schwere Verletzungen und Verbrennungen
- Medikamente: Antibiotika, Trizyklische Antidepressiva, orale Kontrazeptiva (Pille), Sedativa
- Phototherapie bei Neugeborenen-Gelbsucht
Therapie mit Vitamin B2:Vitamin B2 wird hauptsächlich zur Nahrungsergänzung bei Mangelerscheinungen eingesetzt. Hierzu eignen sich im
Reformhaus:
- Hefepräparate
- Vitamin B-Präparate
- Multivitaminpräparate
Anwendungsgebiete:Insbesondere in der orthomolekularen Medizin wird Vitamin B2 bei folgenden Anwendungsgebieten eingesetzt:
- Antioxidation: wirksam für den ganzen Körper, besonders wichtig für die Augenlinsen, Senkung des Kataraktrisikos
- Entgiftung: Unterstützung der Leber bei der Entgiftung von Chemikalien, Pestiziden u.a Umweltgiften
- Haut: Gesunderhaltung von Haut und Schleimhäuten
- Müdigkeit, Depressionen, Persönlichkeitsveränderungen
Überdosierung:Es gibt keine Berichte über toxische Reaktionen. Erhöhte Dosen können eine starke Gelbfärbung des Urins verursachen. Dies ist jedoch völlig normal und harmlos.
Vitamin B2-reiche Lebensmittel: | Angaben in mg Vitamin B2 oder Riboflavin gehört zu den wichtgsten Coenzymen des Kohlenhydrat, Fett- und Eiweißstoffwechsels. Ältere Bezeichnungen für das "gelbe Enzym" sind Octoflavin, Lactoflavin und Uroflavin.Riboflavin/ 100 g Lebensmittel |
| Tierische Lebensmittel |
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| Fleisch- und Wurstwaren/Innereien: | | Schweineleber | 3,2 | | Rinderleber | 2,9 | | Kalbsleber | 2,6 | | Hühnerleber | 2,5 | | Kalbsnieren | 2,5 | | Kalbsleberwurst | 0,92 | | Kalbfleisch | 0,27 | | Rindfleisch | 0,26 | | Schweinefleisch | 0,23 | | | | Fischprodukte: | | Aal (geräuchert) | 0,37 | | Makrele | 0,36 | | Sardine | 0,25 | | Flunder | 0,21 | | Seehecht | 0,20 | | Seelachs | 0,17 | |
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| Als "Milch" wird nach dem Milchgesetz lediglich die Kuhmilch bezeichnet, während die Milch anderer Tiere nur unter deutlicher Kennzeichnung der Tierart, z.B. als Ziegenmilch, Schafmilch, in Verkehr gebracht werden darf.Milch und Käse: | | Gouda 45% i.Tr. | 0,20 | | Kuhmilch, 3,5% Fett gehört neben Eiweiß und Kohlenhydraten zu den energieliefernden Hauptnährstoffen. Grundbaustein der Fette sind die Fettsäuren eine Kohlenstoffkette, die mit Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H) bestückt ist.Fett | 0,18 | | Sahne, 30% Fett gehört neben Eiweiß und Kohlenhydraten zu den energieliefernden Hauptnährstoffen. Grundbaustein der Fette sind die Fettsäuren eine Kohlenstoffkette, die mit Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H) bestückt ist.Fett | 0,15 | | | | Sonstiges: | | Ei (100g) | 0,41 | Tierische Fette und Öle: | keine nennenswerten Mengen | |
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| Pflanzliche Lebensmittel |
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| Getreide ist ein Sammelbegriff für kultivierte Gräser bzw. deren Körner. Hierzu zählen im engeren Sinne die Arten der botanischen Familie der Gräser. Getreidearten im weiteren Sinne sind Pflanzen aus anderen botanischen Familien mit getreideähnlichem Charakter und Verwendung.Getreide: | Als Weizenkeim bezeichnet man den Keimling des Weizenkorns. Der Keimling befindet sich am oberen Teil des Kornes, umgeben von einer schützenden Schale. Bei der Vermahlung des Weizenkornes wird der Keimling abgeschält.
Weizenkeime | 0,72 | | Roggenkorn | 0,17 | | Haferflocken | 0,15 | Vollkornbrot (Ursprünglich stammt Roggen aus Kleinasien. Es ist ein sehr robustes Getreide mit geringen Bodenansprüchen. Roggen gehört zur Familie der Gräser (Gramineae). Botanisch ist er wie Weizen ein Nacktgetreide, d.h. er muss nach der Reinigung nicht entspelzt werden.
Roggen) | 0,15 |  | | Hefen sind Mikroorganismen (Kleinstlebewesen). Sie gehören zu den Pilzen und sind in der Natur sehr weit verbreitet. Sie haben einen eigenständigen Stoffwechsel.Hefe (aufgeschlossen): | | Hefeextrakt | 3 - 16 | | Hefeflocken | 2,5 - 10 | | Hefetabletten | 4,0 | | | | Nüsse und Samen: | | Mandeln | 0,62 | Die Cashewnuss ist die nierenförmige, relativ weiche Frucht des Cashewbaumes. Seine Heimat ist Südamerika. Nach drei Jahren bringt der junge Cashewbaum die erste Ernte.
Cashewkerne | 0,26 | Sesam stammt vermutlich aus Afrika, ist aber in Indien heimisch geworden. Die Pflanze erinnert in ihrem Aussehen an den roten Fingerhut. Die Pflanze ist behaart mit weiß bis rosa Blüten, aus denen sich die weißen bis schwarzen, meist aber cremefarbenen Samen entwickeln.
Sesam | 0,25 | | Pinienkerne sind die Samen der v.a. in den Mittelmeerländern verbreiteten Pinien (Pinus pinea).Sie sind 1-2 cm lang, von einer harten Schale umgeben und reifen in den braunen Zapfen der Bäume.Pinienkerne | 0,23 | | Haselnüsse | 0,21 | | Edelkastanien | 0,21 | | Pistazien sind die kleinen, rundlich-ovalen Steinfrüchte der Echten Pistazie (Pistacia vera), die als Strauch oder bis 10 m hoher Baum wächst. Ihre Heimat ist Persien und Syrien. Die Schale dieser Steinfrüchte kann bräunlich, grünlich, tiefrot oder violett sein.Pistazien | 0,20 | | Sonnenblumen und ihre Kerne wurden bereits vor Jahrtausenden von den Indianern in Nord- und Südamerika hoch geschätzt. Ausgrabungen zufolge haben schon 900 Jahre vor Christus Indianer zwischen Colorado und New Mexiko Sonnenblumen kultiviert.Sonnenblumenkerne | 0,14 | |
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| Gemüse: | | Champignons (Zucht) | 0,44 | | Birkenpilze | 0,44 | | Pfifferlinge | 0,23 | | Spinat (roh) | 0,20 | | Broccoli | 0,18 | Erbsen sind eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Nach der Anbaufläche steht die Erbse heute weltweit an 4. Stelle aller Gemüsearten. Als Erbsen werden die in den Hülsen befindlichen Samen bezeichnet. Sie gehören zu den Hülsenfrüchten.
Erbsen, grün | 0,16 | | Rosenkohl (roh) | 0,13 | | | | Obst ist ein Sammelbegriff für die essbaren Früchte von mehrjährigen Pflanzen. Im Handel werden Kern-, Stein-, Beeren- und Schalenobst sowie Südfrüchte unterschieden. Üblich ist auch eine gesonderte Aufzählung der "Wildfrüchte".Obst: | | Die Avocado, auch Alligatorbirne genannt, ist die Frucht des immergrünen Strauches oder Avocadobaumes, der heute in vielen tropischen und subtropischen Ländern, wie z.B.: Mexiko, Kalifornien, Brasilien, Israel, angebaut wird.Avocado | 0,15 | | | | | sonst keine nennenswerten Mengen | |
Quelle: Souci-Fachmann-Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen; 6. Aufl.2000; medpharmLiteratur: - Ratgeber: Vitamine und Spurenelemente sind chemische Elemente und ihre anorganischen Verbindungen. Unterschieden werden Mengen- und Spurenelemente. Die Mineralstoffe sind Bau- und Reglerstoffe. Sie steuern den Flüssigkeitshaushalt und sind bei einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen notwendig.
Mineralstoffe; Deutscher Reform Verlag. - Bässler, K.H.; Lang, K.: Vitamine; Steinkopff Verlag.
- Burgerstein, L.: Handbuch Nährstoffe; 8. Aufl.1997, Haug Verlag Heidelberg
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr; 1. Aufl. 2000, Umschau/Braus
Amminosäuren,
Enzyme (alter Begriff: Fermente) sind hochaktive Eiweißstoffe, die biochemische Reaktionen stark beschleunigen oder erst ermöglichen. Auf diese Weise regulieren sie viele Stoffwechselvorgänge. Zusammen mit Vitaminen und Hormonen werden sie häufig auch als Wirkstoffe bezeichnet.Enzyme,
Hefen sind Mikroorganismen (Kleinstlebewesen). Sie gehören zu den Pilzen und sind in der Natur sehr weit verbreitet. Sie haben einen eigenständigen Stoffwechsel.Hefe, Magen-Darm-Erkrankungen,
Die Dauer einer Schwangerschaft berechnet sich vom ersten Tag der letzten Regelblutung bis zur Geburt - das sind 280 Tage = 40 Wochen. In dieser Zeit werden an die Mutter besondere seelische und körperliche Anforderungen gestellt. Schwangerschaft,
Das Stillen bietet die besten Voraussetzungen für eine optimale körperliche und seelische Entwicklung des Neugeborenen. Der Säugling wird durch die Muttermilch vor Krankheiten geschützt, er wird optimal mit Nährstoffen versorgt und die Mutter-Kind-Beziehung wird gestärkt.Stillzeit, Vitamine