Carotinoide
Die Gruppe der Carotinoide umfasst mehr als 600 in der Natur vorkommende fettlösliche (lipophiler), hochungesättigte Polyenfarbstoffe pflanzlichen Ursprungs, deren bekanntester Vertreter das
Beta-Carotin darstellt.
Etwa 50 der bekannten Carotinoide sind zur Bildung von Vitamin A befähigt (Provitamine A). Die (mengenmäßig) wichtigsten Carotinoide sind
Beta-Carotin, Lycopin ist ein in verschiedenen Pflanzen vorkommender Farbstoff, der zur Gruppe der Carotine gehört. Lycopin aus der Tomate dient schon lange als natürlicher Lebensmittelfarbstoff. Neue wissen-schaftliche Studien belegen, dass Lycopin ähnlich wie beta-Carotin im Körper als Schutzstoff wirkt.
Lycopin, Kryptoxanthin, Lutein (Xantophyll) und Zeaxanthin.
Funktionen der Carotinoide:Die meisten Carotionoide erfüllen zwei wesentliche Funktionen:
1. sie sind Vorstufen für das
Zur Vitamin A-Familie gehören Retinol und Retinylacetat (in tierischen Lebensmitteln) sowie ß-Carotin und andere Carotinoide (in pflanzlichen Lebensmitteln). Bereits 1500 v.Chr. war den Ägyptern eine der bekanntesten Vitamin A-Mangelerscheinungen, die Nachtblindheit, bekannt.
Vitamin A;
2. als stark antioxidativ wirksame Stoffe, schützen sie die Gewebe vor oxidativen Schäden durch reaktive Sauerstoffverbindungen und Strahlung.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Carotinoide, unabhängig von ihrer Eigenschaft als A-Provitamine, das Risiko vermindern, an Lungen-, Speiseröhren- und Magenkrebs zu erkranken!
Da Carotinoide sich im Blutplasma und im Fettgewebe anreichern, wird der Schutz um so intensiver, je mehr von ihnen aufgenommen wird. Für die antioxidative
Lichtschutzwirkung ist bedeutsam, dass unter Beta-Carotin langsam ein Hautdepot aufgebaut wird mit hohen Konzentrationen in der Epidermis (Lichtseite) und in der Subcutis (Kapillarseite). Die vorbeugende Einnahme von Beta-Carotin bewirkt eine deutliche Minderung des Sonnenbrandrisikos.
Die beste Schutzwirkung wird erzielt, wenn Carotin bereits einige Wochen vor vermehrter Sonneneinstrahlung eingenommen wird.
Empfehlungen:Über die notwendige Höhe der Aufnahme von Carotinoiden - insbesondere Beta-Carotin - bestehen bisher nur unsichere Vorstellungen. Aus verschiedenen Studien lässt sich lt. Ernährungsbericht 2000 ein Schätzwert von
2 - 4 mg Beta-Carotin pro Tag ableiten.
Licht, Temperatur und andere Einflussfaktoren:Während milde Hitzebehandlung bei der Nahrungszubereitung kaum zu Aktivitätsverlusten führt, verändern sich bei längerem Kochen oder Hitzesterilisation die Carotinoid-Strukturen (Isomerisierung) deutlich, begeleitet von Aktivitätsverlusten von über 30 %.
Tiefgefrieren, auch in Kombination mit vorherigem Blanchieren, belässt Gehalt und Zusammensetzung der Carotinoide weitgehend unverändert und sollte zur Haltbarmachung anstelle von Konserven bevorzugt werden.
Aufnahme und Bioverfügbarkeit:Beta-Carotin wird in der Darmschleimhaut zu ca. 17 % zu Vitamin A gespalten; bei einem Gemisch von Carotinoiden geht man von ca. 7 % aus. Mit sinkender Vitamin A Aufnahme scheint die Spaltung von Beta-Carotin zu Vitamin A zuzunehmen, bei guter Versorgung mit Vitamin A nimmt die Spaltungsrate ab.
Die
Bioverfügbarkeit von Beta-Carotin unterliegt sehr großen Schwankungen. Dies ist möglicherweise auf individuelle Unterschiede in der Fettaufnahme und weniger auf die Notwendigkeit der Anwesenheit von Fett zur Aufnahme von Beta-Carotin. Zweifelsohne begünstigt eine gewisse Menge Fett die Aufnahme fettlöslicher Vitamine, jedoch kann Beta-Carotin auch in Abwesenheit von
Fett gehört neben Eiweiß und Kohlenhydraten zu den energieliefernden Hauptnährstoffen. Grundbaustein der Fette sind die Fettsäuren eine Kohlenstoffkette, die mit Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H) bestückt ist.Fett resorbiert werden.
Die Nutzung von Beta-Carotin aus Gemüsen hängt in hohem Maße von der Art der Zubereitung ab - bei Karotten v.a. vom mechanischen Aufschluss der Pflanzenzellen (Entsaften, Blanchieren). Aus roh verzehrten Karotten wird Beta-Carotin praktisch nicht resorbiert. Aus Karottensaft oder -mus sowie aus gekochten Karotten liegt die Bioverfügbarkeit wesentlich höher und kann durch die Zugabe von Speiseölen bis zu einem Aufnahmemaximum von 60 % gesteigert werden.
Blutspiegel, Transport, Speicherung und Ausscheidung:Unverändertes Beta-Carotin gelangt "verpackt" in Chylomikronen in das Lymphsystem und wird in der Leber wie
Bekannt wurde Vitamin E im Jahre 1922 in Zusammenhang mit Untersuchungen über den Einfluss von Nährstoffen auf die Fruchtbarkeit von Tieren.
Das Fehlen von Vitamin E führte zu Störungen der Fortpflanzungsfähigkeit.Vitamin E in
Fette (Triglyceride) und fettähnliche Stoffe wie zum Beispiel Cholesterin sind weder in Wasser noch in Blutflüssigkeit löslich. m sie trotzdem in einzelne Körperregionen transportieren zu können, werden sie, sobald sie sich im Blut befinden, an bestimmte Eiweißkörper (Proteine) gebunden.Lipoproteine eingebaut und weitertransportiert. Sein Anteil in den LDL beträgt etwa 80 % der gesamten Carotinoid-Transportmenge. Als Normalwerte werden im Humanserum 20 - 40 µg/dl Beta-Carotin angegeben. Die Speicherung erfolgt in der Leber und überwiegend im Fettgewebe, das beim Menschen, im Gegensatz zu Pflanzenfressern, dadurch eine Gelbfärbung erfährt.
Überdosierung:Von Säuglingen ist bekannt, dass sie unter Karottensaft eine typische Hautfarbe entwickeln. Einen ähnlichen Effekt (Hypercarotinämie, Carotinodermie) entwickeln auch Erwachsene bei langfristiger täglicher Einnahme von mindestens 30 - 40 mg Beta-Carotin. Diese Gelbfärbung der Haut ist aus heutiger Sicht harmlos und verschwindet nach Absetzen oder Verminderung der Dosis wieder.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nimmt zur Frage einer möglichen Gefährdung durch Beta-Carotin wie folgt Stellung: " In großen epidemiologischen Studien, die über mehrere Jahre durchgeführt worden sind, hat sich eine tägliche Aufnahme bis zu 10 mg Beta-Carotin über die Nahrung als unbedenklich erwiesen. Aufgrund der Ergebnisse zweier Interventionsstudien mit Beta-Carotin muss die Unbedenklichkeit höherer Beta-Carotindosen (20 - 30 mg) bei starken Rauchern jedoch in Frage gestellt werden."
| Carotinoidgehalte in carotinoidreichen Früchten und Gemüse (µg/100g) |
| Früchte | ß-Carotin | Lutein/Zeaxanthin | Lycopin ist ein in verschiedenen Pflanzen vorkommender Farbstoff, der zur Gruppe der Carotine gehört. Lycopin aus der Tomate dient schon lange als natürlicher Lebensmittelfarbstoff. Neue wissen-schaftliche Studien belegen, dass Lycopin ähnlich wie beta-Carotin im Körper als Schutzstoff wirkt.
Lycopin |
| Aprikosen (=Marillen) sind die gelben bis orangeroten Steinfrüchte des Aprikosenbaumes. Aprikosen werden in erster Linie als Frischobst verzehrt (Angebot von Mai bis September).Als Trockenobst werden Aprikosen das ganze Jahr angeboten.Aprikose, getr. | 17.600 | 0 | 864 |
| Pfirsiche sind Steinobstfrüchte kleiner Bäume. Die Frucht ist rundlich, manchmal gespitzt mit einer mehr oder weniger deutlichen Längsfurche und einem vertieften Stielansatz. Pfirsich, getr. | 9.526 | 188 | 0 |
| Aprikosen (=Marillen) sind die gelben bis orangeroten Steinfrüchte des Aprikosenbaumes. Aprikosen werden in erster Linie als Frischobst verzehrt (Angebot von Mai bis September).Als Trockenobst werden Aprikosen das ganze Jahr angeboten.Aprikose | 3.524 | 0 | 5 |
| Kürbis | 3.100 | 1.500 | 0 |
| Sanddornbeeren sind die Früchte des Sanddornstrauches, der besonders auf sandigen, stickstoffarmen Böden angesiedelt ist (häufig in Küstengebieten).Sanddorn | 1.500 | k.A. | k.A. |
Der immergrüne Grapefruitbaum gehört zur Familie der Rautengewächse. Aus den weißen, frisch duftenden Blüten bilden sich bis zu 500 g schwere Früchte. Die Grapefruit zählt zu den wichtigsten Früchten, aus denen Fruchtsaft gewonnen wird.
Grapefruit, rosa | 1.310 | 0 | 3.362 |
| Mangos sind Steinfrüchte eines gigantischen, 10-30 m hoch werdenden, immergrünen Baumes. An langen Stielen hängen die je nach Herkunft, Typ und Sorte in Größe und Farbe sehr unterschiedliche Früchte.Mango | 1.300 | 0 | 0 |
| Die Guave ist die Beerenfrucht eines Immergrünen Strauches oder eines kleinen, 3-6 m Höhe erreichenden Baumes. Die Frucht ist rundlich, ei- oder birnenförmig, misst 3- 12 cm im Durchmesser.Guave | 812 | 0 | 5.400 |
| Gemüse | | | |
| Der botanische Name der Möhre lautet: Daucus carota ssp. sativus, Umbelliferae, andere Namen (Synonyme) sind: Mohrrübe, Gelbe Rübe, Karotte (Schweiz). Die heutigen Kulturformen sind zweijährige, 30 - 80 cm Höhe erreichende Pflanzen, die im ersten Jahr eine dicke fleischige Pfahlwurzel entwickeln.Karotte, gekocht | 9.800 | k.A. | k.A. |
| Süßkartoffel | 8.900 | k.A. | 0 |
| Der botanische Name der Möhre lautet: Daucus carota ssp. sativus, Umbelliferae, andere Namen (Synonyme) sind: Mohrrübe, Gelbe Rübe, Karotte (Schweiz). Die heutigen Kulturformen sind zweijährige, 30 - 80 cm Höhe erreichende Pflanzen, die im ersten Jahr eine dicke fleischige Pfahlwurzel entwickeln.Karotte, roh | 7.900 | 260 | 0 |
| Spinat, gekocht | 5.500 | 12.600 | k.A. |
| | | | |
| Die Petersilie ist im östlichen Mittelmeerraum heimisch und gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse). Es ist eine zweijährige Pflanze mit glatten oder krausen Blättern. Petersilie enthält hauptsächlich ätherisches Öl.Petersilie | 5.300 | 10.200 | 0 |
| Die Tomate gehört wie die Kartoffel und die Paprika zur Familie der Nachtschattengewächse. Tomatenpflanzen können bis zu 1,5 m hoch werden und brauchen ausreichend Wärme. Tomaten-Ketchup | 5.000 | 210 | 9.900 |
| Kohl/Grünkohl | 4.700 | 21.900 | k.A. |
| Der in Indien und Persien heimische Dill gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse). Dill enthält ätherisches Öl. Außerdem finden sich noch Fruchtsäuren und sehr viel Kalium.Dill | 4.500 | 6.700 | 0 |
| Wie die Tomate stammt auch Paprika aus den Tropen Süd- und Mittelamerikas. Sie wurde von den Spaniern im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht und hier zuerst als Zierpflanze und später erst als Gemüse angebaut.Paprika, rot | 2.200 | k.A. | k.A. |
| Brokkoli, gek. | 1.300 | 1.800 | k.A. |
Quelle: Mangels, A.R. et al.: Carotinoid content of fruits ans vegetables: an evaluation of analytical data; J.Am.Diet.Assoc. 93 (1993) 284 -296.R.Carotin im Reformhaus:Angeboten wird ausschließlich
natürliches Carotin als Monopräparat in verschiedenen Dosierungen und als Bestandteil in Multi-Vitaminpräparaten.
Eine wichtige Quelle für natürliches Carotin (Carotinoidkomplex) ist die carotinreichste Pflanze der Erde -
Dunaliella Salina.
Dies ist eine Mikroalge, die in Flachwasserbecken an der Küste Kaliforniens und Australiens kultiviert wird. Intensive Sonnenbestrahlung, Hitze und eine hohe Salzkonzentration setzen die Alge unter oxidativen Stress. Zu ihrem eigenen Schutz bildet sie extrem hohe Mengen Carotin, bis zu 14 % ihrer Trockenmasse.
Literatur: - Burgerstein, L.: Handbuch Nährstoffe; 8. Aufl.1997, Haug Heidelberg
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr; 1. Aufl. 2000, Umschau/Braus
- Bässler, K.H.; Lang, K.: Vitamine; Steinkopff Verlag.
- Metz,G.: Vom Lebensmittelfarbstoff zum Pharmakon: Beta-Carotin; PZ Nr.6 140. Jahrgang 9.2.1995
- Ratgeber: Vitamine und Mineralstoffe; Deutscher Reform Verlag.
- Reimann, J.; Krötsch, U.: Vitamine; Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart.
Möhren/Karotten,
Zur Vitamin A-Familie gehören Retinol und Retinylacetat (in tierischen Lebensmitteln) sowie ß-Carotin und andere Carotinoide (in pflanzlichen Lebensmitteln). Bereits 1500 v.Chr. war den Ägyptern eine der bekanntesten Vitamin A-Mangelerscheinungen, die Nachtblindheit, bekannt.
Vitamin A