CBD-Öl

 

CBD-Öl ist ein Trendprodukt. Es wird aus den Blüten und Blättern des weiblichen Nutzhanfs gewonnen. Es ist nicht mit Hanföl (Hanfsamenöl) gleichzusetzen, das durch Pressung aus Hanfsamen gewonnen wird. Unklar ist zur Zeit die rechtliche Einstufung von CBD-Öl.

Wirkstoffe im CBD-Öl

CBD-Öl enthält als Hauptwirkstoff Cannabidiol (CBD), das in Studien für verschiedene pharmazeutische Anwendungen untersucht wurde. Das berauschend wirkende und daher dem Betäubungsmittelgesetz unterliegende THC (Tetrahydrocannabinol) darf nur bis zu einem Grenzwertes von 0,2 % enthalten sein. Je nach Herstellungsverfahren (siehe nächsten Abschnitt) enthält CBD-Öl weitere Cannabinoide und sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Terpene.

Herstellung des CBD-Öls

Ausgangsmaterial für die Gewinnung von CBD-Öl sind Blüten und Blätter des weiblichen Nutzhanfs.
Es gibt zwei Herstellungsverfahren:

  1. Extraktion mit überkritischem CO2
  2. Extraktion mittels Zentrifugal-Partitions-Chromatographie
    (Centrifugal Partition Chromatography = CPC)

Herstellungsverfahren 1:

Mit Hilfe des überkritischen CO2, das als eine Art Lösungsmittel fungiert, wird Cannbidiol zusammen mit anderen erwünschten bioaktiven Inhaltsstoffen aus der Hanfpflanze heausgelöst. Durch dieses Verfahren ist es möglich, neben Cannabidiol weitere Phytocannabinoide wie z.B. Cannabinal (CBN), Cannabichromen (CBC) und Cannabigerol herauszulösen. Der Erhalt des gesamten Pflanzenstoffspektrums wird als Vorteil dieser Methode angesehen. Die Kombination mehrerer Cannabinoide und weiteren sekundären Pflanzenstoffen der Hanfpflanze soll die Wirkung des Endproduktes verstärken und wir als „Entourage-Effekt“ bezeichnet.

Herstellungsverfahren 2:

Mit der CPC ist eine weitgehende Isolierung und Reinigung des Cannbidiols und damit die Gewinnung eines weitgehend THC-freies Cannabinoidgemisches möglich. Dies ist die Voraussetzung für die Weiterverwendung in Produkten wie z.B. hochdosierte Arzneimittel mit Cannabidiol.  Endprodukt einer vollständigen Isolierung sind weiße CBD-Kristalle, die zu 99,9 % Cannabidiol enthalten. Wird dieses kristalline CBD-Pulver in Öle hineingegeben wie z.B. in Hanfsamen-, Kokos-, Oliven- oder Traubenkernöl, wird das Öl als CBD-Öl mit „CBD-Kristallen“ oder „CBD-Isolat“ bezeichnet.

Anwendungsgebiete von CBD-Öl

Am bekanntesten unter den Cannabiseffekten ist die Wirkung des THC. Es dockt an verschiedenen Cannabinoidrezeptoren an und löst dort psychotrope Wirkungen aus. Arzneilich interessant sind vor allem die Schmerz lindernden Effekte des THC. Problematisch ist allerdings seine berauschende Wirkung.
CBD ist das nach THC am stärksten vertretene Cannabinoid im Hanf und wird schon seit langem arzneilich erforscht. In pharmakologischenStudien wurden vor allem folgende Wirkungen bestätigt:

Vor allem im Internet wird Cannabidiol bzw. CBD-Öl als Trendprodukt bei sehr vielen Indikationsgebieten angepriesen. Genannt werden:

Die zur Zeit angebotenen Produkte haben im europäischen Raum keinen Arzneimittelstatus. Daher dürfen auch keine gesundheitsbezogenen Aussagen dazu getroffen werden. Auch Aussagen, die sich auf die Therapie einer oder mehrerer der genannten Krankheiten bezieht, dürfen nicht gemacht werden.

Rechtlicher Status von CBD-Öl

Die rechtliche Bewertung von CBD-Öl ist äußerst komplex.  Grundsätzlich fällt die Hanfpflanze als „Cannabis“ unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und ist in Deutschland verboten. Ausgenommen davon sind medizinisch geprüfte und arzneilich zugelassene medizinische Cannabis Erzeugnisse, die von einem Arzt verschrieben und in einer Apotheke abgegeben werden.

Hanferzeugnisse wie z.B. Hanföl oder Hanfsamen, die kein THC enthalten, sind als Lebensmittel zugelassen.

CBD-Öle werden juristisch nicht als allgemein übliche Lebensmittel eingestuft. Der Anteil an Cannabidiol liegt in der Regel zwischen 5 und 20 %. Zur Zeit laufen Zulassungsverfahren, in denen überprüft wird, ob sie als „Novel-Food“ (neuartige Lebensmittel) erlaubt werden. Dies ist (noch) nicht der Fall und daher sind sie weder als Lebensmittel als Nahrungsergänzungsmittel verkehrsfähig.
Gesundheitsbezogene Aussagen werden auch nach einer möglichen Zulassung als Novel food vorerst verboten bleiben. Diese sind für Lebensmittel nur im Rahmen eines "Health claims" erlaubt, der für CBD-Öl bisher nicht vorliegt.

CBD Öle, die als Kosmetikartikel wie z.B. als Aromaöle oder Salben nicht zur Einnahme bestimmt sind, dürfen legal verkauft werden, wenn sie unter dem THC-Grenzwert von 0,2 Prozent liegen.

Der Verkauf von CBD-Blüten ist trotz einiger Ausnahmeregelungen in Deutschland auch dann illegal, wenn sie kein oder nur wenig THC (unter dem Grenzwert von 0,2 %) enthalten.

Literatur


⇒ Diabetes, Flavonoide, Hanföl, Health claims, Migräne, Schlafstörungen, Stress