MSM

 

MSM steht für Methylsulfonylmethan und ist eine Schwefel haltige organische Verbindung. Sie wird als Nahrungsergänzungsmittel zur Linderung von Gelenkbeschwerden und Schmerzen angeboten. Bekannt wurde MSM in der Tiermedizin vor allem bei Pferden.

Verwechslung mit MMS

MSM darf nicht mit der Substanz MMS (Miracle Mineral Supplement) verwechselt werden, die Natriumchlorit (=Natriumsalz der chlorigen Säure) in Verbindung mit einer nicht näher bekannten verdünnten Säure enthält und als Wundermittel vermarktet wird. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie Gesundheitsbehörden in Europa, Kanada und den USA warnen vor der Einnahme von MMS. Diese kann zu verschiedenen unerwünschten Symptomen wie Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Beeinträchtigungen des allgemeinen Wohlbefindens führen.

Chemische Eigenschaften und Zusammensetzung

MSM gehört zur Stoffklasse der Sulfone. Andere Namen sind Dimethylsulfon und Sulfonylbismethan. Die Summenformel ist C2 H6 O2 S. MSM entsteht durch Oxidation von Dimethylsulfid mit Wasserstoffperoxid und ist wasserlöslich.
Reines MSM ist farb- und geruchlos, schmeckt leicht bitter und liegt in kristalliner Form vor. Der Schmelzpunkt liegt bei  109° C. 

Vorkommen von MSM

MSM ist in kleinen Mengen in vielen Pflanzen und Tieren zu finden. Frisches Gras enthält reichlich MSM und wird daher als wichtige Nahrungsquelle für Schwefel bei Pferden angesehen. Als nennenswerte Quellen für den Menschen gelten zum Bespiel Kaffee und Milch. 

Biologische Bedeutung:

MSM enthält wie die Aminosäuren Cystein und Methionin Schwefel und soll einem Schwefelmangel vorbeugen bzw. ihn beseitigen.
Verbraucherorganisationen halten diese Argumentation für nicht schlüssig, da ein Schwefelmangel bis dato nicht beschrieben worden und aufgrund der guten Versorgung mit tierischem Protein, das reichlich Cystein und Methionin enthält, unwahrscheinlich sei.
Belegt ist die stabilisierende Wirkung von Schwefel  auf Kollagen, einem wichtiger Bestandteil von Bändern, Haut, Haaren und Knorpel. 

Anwendungsgebiete und Wirkungen

Ursprünglich wurde MSM als Mittel zur Stärkung des Bewegungsapparates bei Tieren, insbesondere bei Pferden, angeboten. Erste Studien beim Menschen zeigten positive Effekte auf das Entzündungs- und Schmerzgeschehen vor allem bei Gelenkerkrankungen. Auch im Bereich Krebs (Brust- und Darmkrebs) gibt es Hinweise darauf, dass durch die Gaben von MSM positive Effekte  erreicht werden können.

Allerdings erfüllen diese Studien nicht die Kriterien für Evidenz basierte Empfehlungen. Auch Langzeitwirkungen wurden nicht untersucht.

Rechtliche Einstufung von MSM

MSM darf in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein. Als arzneilicher Wirkstoff ist es bisher nicht zugelassen. Gesundheitsbezogene Aussagen (Health claims) dürfen nicht gemacht werden. Der beantragte Health claim „trägt zur normalen Kollagenbildung bei“ wurde von der Europäischen Kommission abgelehnt. 

Gestattet ist dagegen die Aussage „Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Knochen bei“. Daher wird Vitamin C meist den Nahrungsergänzungsmitteln, die MSM, Glucosamin und Chondroitin enthalten, zugesetzt.

Dosierung und Unbedenklichkeit von MSM

Angeboten wird MSM für Menschen meist in einem Dosierungsbereich zwischen 0,5 und 1 g, bei Pferden liegt der Dosierungsberich zwischen 5 und 15 g. Die sichere Menge nach „Generally Recognized As Safe“-Kriterien liegt gemäß der amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel bei ca 5 g für den Menschen.

Literatur:

• Liebke, F.: MSM – Eine Supersubstanz der Natur; Kopp Verlag
• Oswald, A.: Das MSM Handbuch; Narayana Verlag
• https://www.medizin-transparent.at/fragliche-wirkung-von-nahrungsergaenzungsmittel-msm