Vitamin C

 

Der Name Ascorbinsäure verweist auf den Zusammenhang zwischen der berüchtigten Seefahrerkrankheit "Skorbut" und der "Antiskorbutwirkung" von Vitamin C. Fast alle Säugetiere können Ascorbinsäure aus Glukose selbst herstellen. Ausnahmen sind Menschen, Affen und Meerschweinchen Auch Vögel und Fische müssen Vitamin C mit der Nahrung zuführen.

Chemie - natürliches versus synthetisches Vitamin C

Vitamin C ist der Trivialname für 3-Desoxy-3-oxo-L-gulonsäure-8-lacton. Biochemische Wirksamkeit zeigt nur L(+)-Ascorbinsäure, während Stereoisomere wie z.B. D-Ascorbinsäure oder Isoascorbinsäure biologisch inaktiv sind.

Ascorbinsäure aus natürlichen Quellen und synthetisch hergestellte Ascorbinsäure unterscheiden sich nicht.
Einfluss auf die Wirksamkeit und Ausscheidung nehmen jedoch die in natürlichen Quellen meist vorhandenen Flavonoide. Sie verstärken die festigende/Straffende Wirkung von Vitamin C besonders im Bindegewebe und erhöhen die Nierenschwelle, d.h. Vitamin C bleibt länger im Organismus und ist dadurch länger wirksam.

Referenzwerte für die Vitamin-C-Zufuhr

Ascorbinsäure (in mg/Tag)

 
Säuglinge und Kleinkinder:
0 - 4 Monate: 20
4 - 12 Monate: 20
1 - 4 Jahre: 20
4 - 7 Jahre: 30
 
   
Kinder:
7 - 10 Jahre: 45
10 - 13 Jahre: 65
13 - 15 Jahre: 85
   
 
 
Jugendliche + Erwachsene:
15 - 19 Jahre - m/w: 105/90
Erwachsene ab 19 Jahre - m/w 110/95
Raucher - m/w 155/135
 
   
 
Schwangere: 105
Stillende: 125
 


Raucher haben einen höheren Vitamin C-Verbrauch und eine schlechtere Aufnahmerate als Nichtraucher.

Wirkungen im Körper

Erlaubte gesundheitsbezogene Aussagen (Health Claims) für Vitamin C

Folgende Aussagen zu Vitamin C dürfen laut den EU-Verordnungen 1924/2006 und 432/2012 als gesundheitsbezogene Aussagen auf Verpackungen von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln erscheinen:

Aufnahme, Ausscheidung und Speicherung

Die Aufnahme im oberen Dünndarm erfolgt durch aktiven Transport. Im Nüchternzustand aufgenommen, ist Ascorbinsäure bis zu Mengen von 200 mg vollständig bioverfügbar. Bei größeren Doesen geht die Resorptionsrate stark zurück. So beträgt beispielsweise die Bioverfügbarkeit einer Einzeldosis von 1250 mg nur ca. 33 % (412,5 mg).
Aus verschiedenen Untersuchungen wurde eine maximal mögliche Körperreserve von 3 g berechnet. Theoretisch kommt es nach 3 Wochen ohne jegliche Vitamin C Zufuhr zu ersten Mangelerscheinungen.

Mangelerscheinungen

Klassische klinische Vitamin C-Mangelzustände sind:

Diese Krankheiten äußern sich beim Kind primär in Störungen der Knochenbildung und des Wachstums. Skorbut manifestiert sich in späteren Lebensabschnitten mit einer Neigung zu Blutungen in der Haut, den Schleimhäuten, der Muskulatur und den inneren Organen.

Vorklinische Symptome sind:

Versorgungslage mit Vitamin C

Ein Spiegel des Versorgungszustandes ist die Vitamin C-Konzentration im Blutplasma:

Laut DGE-Ernährungsbericht 2020 gilt die Vitamin C-Versorgung als gesichert. Frauen und Männer nehmen in Durchschnitt über 100 mg/Tag bei zu sich. Bei überwiegendem Verzehr stark verarbeiteter Lebensmittel wird die empfohlene Vitamin C-Menge oft nicht erreicht. Problematisch kann die Versorgung auch bei alten Menschen in Pflegeheimen und Senioreneinrichtungen werden. 

Vitamin C-Bedarf ist erhöht bei:

Verwendung von Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel und in der orthomolekularen Medizin

Vitamin C wird hauptsächlich zur Nahrungsergänzung bei Mangelerscheinungen und zur Stärkung der körpereigenen Abwehr eingesetzt. Folgende Vitamin C-Verbindungen sind laut EU-Richtlinie 2002/46/EG, Anhang II (Fassung 20.3.2021) für Vitamin C in der EU zugelassen:

In der orthomolekularen Medizin (Therapie mit z.T. hoch dosierten Vitaminen, Mineralstoffen u.a. physiologischen Substanzen) sind folgende Indikationsgebiete aufgelistet:

Überdosierung:

Die Gefahr einer Umkehrung der antioxidativen in eine prooxidative Wirkung von Ascorbinsäure besteht bei Störungen der Verwertung von Nahrungseisen (Hämochromatose, Hämosiderose, Thalassaemia major).

Wechselwirkungen:

Vitamin C kann verschiedene Nachweisreaktionen von Glukose im Harn und im Serum stören, ohne den Blutzuckerspiegel zu beeinflussen. Ebenso kann der Nachweis verborgenen (okkulten) Bluts im Stuhl verfälscht werden.

Vitamin C reiche Lebensmittel

Grundsätzlich kann Vitamin C sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln enthalten sein. Tierische Lebensmittel enthalten bis auf einige Innereien wie Leber, Lunge und Nieren keine nennenswerten Mengen an Vitamin C. Vitamin C bzw. Calcium- und Natriumverbindungen der Ascorbinsäure werden häufig als Zusatzstoffe mit antioxidativer Wirkung eingesetzt. Sie müssen mit den E-Nummern 300 - 302 gekennzeichnet werden.

Angaben in mg Vitamin C/100 g Lebensmittel
Tierische Lebensmittel

Rinderlunge 39 mg

Rinderleber 32 mg

Schweineleber 23 mg

Schweinehin 18 mg

Schweinenieren 16 mg

Rindernieren 11 mg

 

Pflanzliche Lebensmittel

 
Getreide:
Hirse 0,52
Weizenkeime 0,49
Roggenvollkornbrot 0,30
Reis (natur) 0,28
Weizenkorn 0,27
 
   
Hefe (aufgeschlossen):
Hefeextrakt 3 - 16
Hefeflocken 1 - 30
Hefetabletten 2 - 4
 
 
Gemüse:
Paprika 121
Rosenkohl 112
Grünkohl 105
Broccoli 100
Blumenkohl 67
Kohlrabi 63
Rotkohl 57
Spinat, roh 51
Wirsing 49
Weißkohl 48
Mangold 39
Radieschen 29
Rettich 27
Porree 26
Erbsen 25
Spargel 20
Sauerkraut 20
Bohnen, grün 19
Tomaten 19
Kartoffeln 17
 
Obst:
Acerolakirsche 1700
Sanddornbeere 450
Guave 273
Schw. Johannisb. 177
Ebereschenfrucht 98
Papaya 80
Erdbeere 63
Zitrone 51
Apfelsine 49
Kiwi 46
Grapefruit 44
Mango 37
Rote Johannisb. 36
Honigmelone 32
Mandarine 30
Himbeere 25


Lagerung: Licht, Temperatur und andere Einflussfaktoren

Ascorbinsäure ist stark sauerstoffempfindlich. Zu Vitamin C-Verlusten führen sowohl reine oder durch Metallionen katalysierte als auch durch Enzyme gesteuerte Oxidationsvorgänge. Blanchiert man Gemüse, kann man dem enzymatischen Abbau von Vitamin C entgegen wirken (Inaktivierung der beteiligten Enzyme). Tiefgefrieren verlangsamt die Aktivität der Enzyme und damit auch den Vitamin C-Abbau. Tiefgefrorenes Gemüse und/oder Obst enthält daher deutlich mehr Vitamin C als "frisches", einige Tage gelagertes. Da Vitamin C wasserlöslich ist, kann es auch durch Wässern ausgelaugt werden. Weitere Faktoren, die Einfluss auf den VitaminC -Gehalt haben, sind:

Beim Kochen kommt es zu Verlusten durch Übertritt ins Kochwasser und temperaturbedingte oxidative Zerstörung. Diese fällt besonders bei längerem Warmhalten der Speisen stärker ins Gewicht als bei kurzzeitigem Erhitzen. Darüber hinaus sind zum Erhalt von Vitamin C beim Umgang mit Lebensmitteln und Speisen der Ausschluss von Sauerstoff und Metallionen, v.a. von Kupfer- und Eisenionen, sowie niedrige pH-Werte und Temperaturen anzustreben.

Vitamin C im Reformhaus

Literatur

Acerola, Alkohol, Antioxidantien, Diabetes, Eisenspeicherkrankheit, Enzyme, Flavonoide, Guave, Hagebutten, Nahrungsergänzung, Oxalsäure, Sanddorn, Stress, Zusatzstoffe