Kokosfett

 

Kokosfett wird aus dem Samen (Kern) der Kokospalme, also der Kokosnuss gewonnen. Wegen seines niedrigen Schmelzpunktes (25 - 27°C) ist Kokosfett in den Produktionsländern (Tropen) flüssig = Kokosöl. Lange Zeit wurde es aufgrund seiner Hitzebeständigkeit lediglich zum Braten und Frittieren verwendet. In verschiedenen populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen wird es als "Superfood" unterstützend bei Demenzerkrankungen, zur Gewichtsabnahme oder mit antimirrobieller Wirkung angepriesen. 

Unterschied zwischen Kokosfett und Kokosöl

Der Unterschied zwischen Kokosfett und Kokosöl liegt in ihrer unterschiedlichen Konsistenz. Bei Temperaturen unter 25° Celsius ist das Kokoserzeugnis cremig bis fest, bei Temperaturen über 25° C ist es ölig. Dieser rein physikalische Unterschied wird in der Werbung häufig in Verbindung gebracht mit verschiedenen Bearbeitungsverfahren (siehe auch Herstellung). Demnach werden kalt gepresste und nicht raffinierte Kokosprodukte als Kokosöl ausgelobt, raffinierte Kokosprodukte als Kokosfett. Dies ist verwirrend und irreführend, entscheidend für die Konsistenz ist lediglich die Temperatur.   

 

Gewinnung und Herkunft

Kokosfett/-öl wird aus den Früchten der Kokospalme (Cocos nucifera), den Kokosnüssen, gewonnen. Die weltweit größten Lieferanten sind Indien, Indonesien und die Philippinen. Die zehn größten Anbauländer liefern rund 90 % der gesamten Welternte. Im Vergleich zum Palmöl ist der Ertrag bezogen auf die Anbaufläche deutlich geringer. 

Herstellung

Bei der Herstellung ist zu unterscheiden zwischen dem nativen Kokosfett/-öl, das aus dem frischen, nicht getrockneten Fruchtfleisch (Kopra) kalt gepresst wird und nicht weiter chemische behandelt wird. Es wird beispielsweise nicht desodoriert, d.h. Geruch und Geschmack des Kokosfetts/-öls bleiben erhalten.

Wird die Kopra getrocknet, extrahiert, desodoriert und raffiniert erhält man das geschmacks- und geruchsneutrale meist als Plattenfett zur Hocherhitzung angebotene Erzeugnis. 

Als weitere Alternative wird "schonend desodoriertes Kokosfett/-öl angeboten, das geruchs- und geschmacksneutral ist, aber nicht extrahiert und/oder raffiniert.

Inhaltsstoffe

Kokosfett ist reich an gesättigten und mittelkettigen Fettsäuren (Fettsäuren). Dies bedingt den niedrigen Schmelzpunkt, die feste Konsistenz bei mitteleuropäischen Temperaturen, die gute Bekömmlichkeit und die hohe Erhitzbarkeit.

Zusammensetzung der Fettsäuren: (in % der Gesamtfettsäuren)

Quelle: Souci, Fachmann, Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel - Nährwert-Tabellen 1994; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart; firmeneigene Angaben.

Verwendung:

in der Lebensmittelindustrie vorwiegend bei der Süßwarenherstellung, Margarineherstellung und als Fritierfett, im Haushalt sehr gut zum Braten geeignet.

Angebot im Reformhaus®:

Kokosfett wird in Reformhaus® als reines Pflanzenfett zum Braten angeboten. Außerdem ist es neben Palmfett (Fett der Ölpalmsamen) ein wesentlicher Bestandteil in den Reformhaus®-Margarinen, anderen Brat- und Backfetten (Vitagen) sowie in Aufstrichfetten (Pflanzenfett mit Geschmackszutaten). Kokosfett ist von Natur aus fest und daher im Reformhaus® eine "natürliche" Alternative zur synthetischen Fetthärtung!
Gehärtete Fette sind nach den neuform-Qualitätsrichtlinien der Reformhaus eG in Produkten mit einem neuform-Qualitätszeichen nicht erlaubt.

Spezielle, diätetische Hinweise für Kunden:

Zum Braten sollte Kokosfett immer den Kaltpressölen vorgezogen werden.

Literatur:

Fett, Fettsäuren, Kokosnuss, Margarine, Nüsse, Öle