Süßkartoffel

 

Die Süßkartoffel, auch unter dem Namen Batate bekannt, ist nach Kartoffel und Maniok eine der bedeutendsten Gemüse- und Wurzelknollen. Sie ist roh und gegart vielseitig verwendbar. Im Gegensatz zur Kartoffel, die botanisch gesehen eine Sprossknolle ist, ist Süßkartoffel eine Wurzelknolle. Sie wird bis zu 30 cm lang und kann ein Gewicht von mehreren Kilogramm erreichen.

Botanischer Name, Eigenschaften und Herkunft

Botanischer Name

Ipomoea batatas L. Süßkartoffel

(Convolvulaceae = Windengewächse)

Fruchtfleisch und SchaleJe nach Sorte: weiß, gelb, orange, rosa, rot-braun, violett
Geschmackaromatisch-süßlich
Eigenschaften - AnbauGeringe Ansprüche an Boden, wächst bis zu Höhen von 3000 m, wärmeliebend und frostempfindlich; mehrjährig, wird aber jährlich neu angebaut; Ernte je nach Sorte bereits 3 - 8 Monate nach Anpflanzung - bis zu 2 Ernten pro Jahr möglich
Weltproduktion105,2 Millionen t - bei Knollen- und Wurzelgemüse direkt hinter Kartoffel und Maniok
HeimatSüdamerika
AnbauländerAfrika, Asien und China

 

Inhaltsstoffe von 100 g Süßkartoffeln roh und (gekocht)

Wasser69 (70) gEiweiß2 (2) g
Fett1 (1) g

Verfügbare Kohlenhydrate

  • Amylopektin
  • Amylose

24 (23) g

  • 75 - 80 %
  • 20 - 25 %
Ballaststoffe3,1 (3,1) g
Gesamtenergiegehalt

114 (113) kcal

Mineralstoffevor allem: Kalium 360 mg
Vitaminevor allem: beta-Carotin 7,9 mg; Vitamin C 30 (25) mg
Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel 3.0.2.

Lagerung

Die Süßkartoffel kann in der Erde bleiben bis sie verwendet wird. Bei großflächiger Produktion wird sie nach der Ernte in klimatisierten Räumen gespeichert. 

Bedeutung für die menschliche Ernährung

Die Süßkartoffel gehört zu den stärkereichen Pflanzen. Sie enthält mehr Stärke als die Kartoffel und ist daher energiereicher.
Die Süßkartoffel hat im Vergleich zur Kartoffel einen niedrigeren glykämischen Index und auch eine niedrigere glykämische Last (siehe Tabelle). 

LebensmittelGlykämischer IndexGlykämische Last
Backofenkartoffel8622
Kartoffeln, gekocht8221
Pellkartoffeln7616
Kartoffelpüree7615
Süßkartoffel, roh4411
Süßkartoffel, gekocht7022

 

Der Gehalt an Beta-Carotin ist im Vergleich zu anderen Stärketrägern recht hoch.
Eine physiologisch interessante Substanz ist das Caiapo, ein sekundärer Pflanzenstoff in der Schale. Eine Studie mit verschiedenen Dosierungen für Caiapo ergab positive Effekte auf den Nüchternblutzucker und den Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) von Diabetikern. Auch die Insulinsensitivität verbesserte sich. Positive Wirkungen zeigten sich auch auf den Fettstoffwechsel. Neben einer Erhöhung des HDL-Cholesterins wurde eine Senkung des LDL-Cholesterins und des Gesamtcholesterins festgestellt.
Die Süßkartoffel enthält nennenswerte Mengen an Oxalsäure, deren Gehalt durch Kochen und anschließendes Verwerfen des Kochwassers deutlich reduziert werden kann.
Im Unterschied zu Kartoffeln enthält die Süßkartoffel kein Solanin, das sich beim Keimen bildet und für den Menschen leicht toxisch ist. Entgegen anders lautender Veröffentlichungen enthält Süßkartoffel keine Blausäure bzw. Blausäurevorstufen. Diese sind eher in Maniok zu finden.

Verwendung und Zubereitung

Die Garzeit von Süßkartoffel beträgt nur ein Drittel der Garzeit von Kartoffeln. Süßkartoffel lässt sich roh besser verwerten als die Kartoffel, ansonsten sind die Verwendungsmöglichkeiten der Süßkartoffeln ähnlich. Auch die Schale ist zum Verzehr geeignet.

Blätter und Stiele der Süßkartoffel können ebenfalls als Gemüse gegessen werden. 

Literatur

  • Dauben, D.: Süßkartoffel, Quinoa, Maniok & co. – Alternative Kohlenhydratlieferanten in der Ernährung; Ernährungs-Umschau 10/2018
  • Ludvik B, Neuffer B, Pacini G (2004) Efficacy of Ipomoea batatas (Caiapo) on diabetes control in type 2 diabetic subjects treated with diet. Diabetes Care 27: 436–440               

--> Glykämischer Index, Kartoffeln, Maniok, Oxalsäure