Erdbeeren

 

Erdbeeren sind die Früchte mehrjähriger Stauden. Ihre Früchte sind botanisch gesehen keine echten Beeren, sondern Sammelnussfrüchte.  Sie zählen im Frühjahr und Sommer zu den beliebtesten Beerenfrüchten. Die Weltgesamternte beläuft sich auf knapp neun Millionen Tonnen, wobei die zehn größten Produzenten zusammen rund 80 % der Gesamtmenge liefern.

Geschichte  der Erdbeeren

Als Wildform war die Erdbeere bereits in der Steinzeit bekannt. Im Mittelalter wurde sie auf größeren Flächen angebaut; die Früchte waren allerdings sehr klein. Die heute in Deutschland verbreitete Kulturerdbeere stammt aus Amerika. Sie gelangte in der Mitte des 18. Jahrhunderts nach Europa. Eine Hybride, die Ananas-Erdbeere (Fragaria ananassa) gilt als die Urform der heutigen Gartenerdbeeren. Sie entstand aus einer Kreuzung der  nordamerikanische Scharlach-Erdbeere (Fragaria virginiana) und der Chile-Erdbeere (Fragaria chiloensis).

Botanischer Name, Herkunft und andere Bezeichnungen

Botanischer Name Fragaria spec.
Familie der Rosengewächse (Rosaceae)
Fruchtbotanisch: Sammelnussfrucht
ReifungKeine Nachreifung nach Ernte → nichtklimakterisch
Andere Bezeichnungen Aardbeeren, Arpel, Ebbeere, Erpeln, Rothbeere und viele mehr
Heimatländer Amerika, Asien, Europa
Größte Produzenten China, USA, Mexiko


Erdbeerarten und -sorten

Insgesamt gibt es auf der Welt rund 1000 Erdbeersorten. In Deutschland werden davon rund 100 angebaut.  
Eine Varietät der heimischen Walderdbeeren (Fragaria vesca) sind die Monatserdbeeren (Fragaria vesca var. semperflorens), die von Mai bis Oktober blühen und fortwährend Früchte tragen. Aus diesem Grund werden sie  immertragende oder remontierende Erdbeeren genannt.

Erdbeersorten sind spezielle Züchtungen. Man unterscheidet für den Ertragsanbau gezüchtete Sorten von den in Hausgärten angebauten Erdbeersorten. Sie unterscheiden sich stark vor allem in Hinsicht auf das Fruchtfleisch, das beim Ertragsanbau in der Regel sehr fest ist, um die Erdbeeren gut transportieren zu können. Hausgartensorten sind in aller Regel deutlich aromatischer, kleinfrüchtiger,  weicher und druckempfindlicher. Die Tabelle gibt eine Übersicht über Sorten ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Charakteristik Sortennamen
Frühe bis mittelfrühe Sorten Elvira, Jubilae, Ostara, Polka, Senga Sengana
Mittelspät bis spät reifende Sorten Salsa, Symphony, Thuriga
Hausgarten-Sorten  Hummi Praline, Hummi Silva
Alte Sorten mit besonderem Aroma und kleinen, weichen Früchten → nicht selbstfruchtend: mit anderen Sorten kombinieren! Königin Luise, Direktor Paul, Wallbaum, Mieze Schindler
Mehrmals tragende Erdbeeren Ostara, Rapella, Selva, Sweetheart
Monatserdbeeren → stammen von der Walderdbeere ab

Rügen
Besondere Züchtungen
AnanaserdbeereAnnabella, White dream,
HimbeererdbeereFramberry, Purple fresh
Wiesenerdbeere   Florika, Spadeka

 

Nährstoffpofil von Erdbeeren (Nährstoffe/100 g)

Inhaltsstoffe und Energiegehalt
Wasser89,5Brennwert  136 kJ = 32 kcal

Verfügbare KH - davon

Glukose

Fruktose

5,5

2,3

2,5

unverdauliche KH

→ Ballaststoffe   

1,6 g
Eiweiß0,8Fett0,4 g
Mineralstoffe161 mg    v.a. Kalium (161 mg)
Vitaminev.a. Vitamin C (63 mg) und Folsäure (43 µg)

Quelle: Souci-Fachmann-Kraut:Die Zusammensetzung der Lebensmittel Nähwerttabellen; medpharm scientific publishers

Verwendung und Verarbeitung von Erdbeeren

Erdbeeren werden zum größten Teil roh als Tafelobst verzehrt. Sie sollten so frisch wie möglich verzehrt oder verarbeitet werden. Sehr beliebt ist die sehr aromatische Erdbeer-Konfitüre.

Außerdem werden folgende Erzeugnisse hergestellt:

Bei Erdbeeren im Glas oder in der Konserve verbergen sich hinter den verschiedenen Bezeichnungen auf dem Etikett folgende Zuckermengen:

Bedeutung für die menschliche Ernährung

⇒  Obst

Lagerung und Verarbeitung

Erdbeeren sind sehr druckempfindlich und sollten nur kurz gelagert werden. Sie können eingefroren werden und sind nach dem Auftauen etwas matschig. Das Einfrieren hat sich vor allem bewährt, um die Früchte später zu Konfitüre weiterzuverarbeiten. Diese schmeckt sogar meist aromatischer als Konfitüre aus frischen Erdbeeren.

Anbauempfehlungen und Selbstversorgung

Erdbeeren gelten wie die meisten Rosengewächse als „nachbauempfindlich“. Das bedeutet, sie sollten nur wenige Jahre in einem Beet gezogen werden. Danach sollten sie durch andere Pflanzen ausgetauscht werden, da sonst der Boden ausgelaugt wird und sich Schädlinge verbreiten können. Zwiebeln, unmittelbar neben Erdbeeren eingesetzt, schützen die Pflanzen vor Pilzerkrankungen. Zur Gründüngung eignen sich Lupinen oder Inkarnatklee. Verschiedene Erdbeersorten sollten miteinander kombiniert werden, vor allem frühe und späte Sorten, um die Erntezeit zu verlängern. Sehr viele Menschen versorgen sich mit Erdbeeren aus dem eigenen Garten. Der Selbstversorgunggrad liegt bei rund 55 %.

Handelsanforderungen  

Nach Richtlinien der EU gelten folgende „Handelsklassen“:
Verkauf für den Händler → Durchmesser > 18 mm
Kategorie extra → Durchmesser > 25 mm

Literatur

⇒ Flavonoide, Folsäure, Fruktosemalabsorption, , Kalium, Obst, Vitamin C