Tamarinde

 

Der Name Tamarinde leitet sich aus dem indischen „Tamar hindi“ ab und bedeutet indische Dattel. Verwendet werden vor allem die Früchte als Lebensmittel. Das Fruchtmus wirkt leicht abführend.

Botanischer Name, Herkunft und andere Bezeichnungen

Botanischer Name

Tamarindus indica L., Tamarinde

(Caesalpiniaceae = Johannisbrotgewächse)

Typische MerkmaleImmergrüner Baum, wird bis zu 25 m hoch, Stammumfang bis zu 8 m, dicht belaubt, Blätter paarig gefiedert, weißliche Blüten, 20 cm lange, bohnenartige Früchte mit 4 – 12 dunkelbraun glänzenden Samen
Arzneilich verwendete PflanzenteileTamarindenmus = Tamarindorum pulpa cruda – Synonyme: Fructus tamarindi, Pulpa tamarindorum;
Tamarindensamen (getrocknet) = Tamarindorum semen
HeimatTropisches Afrika
Anbauländer

Amerika, Afrika, China, Indien, Philippinen, Spanien

Verwendung der Tamarinde

Der meist genutzte Teil der Pflanze ist die Frucht. Das weiße, süß-säuerlich schmeckende Fruchtmark wird vor allem in Indien frisch verzehrt. Die Tamarindenpaste wird auch Gewürzsoßen (z.B. Worcestersauce), Getränken, Marmeladen und Sirupen zugesetzt.
Blätter und Samen können als Tierfutter genutzt werden. Dies wird jedoch selten praktiziert, da die Ernte der Blätter den Ertrag an Früchten reduzieren kann. Gleiches gilt für die Samen, die erst relativ aufwändig aufbereitet werden müssen, bevor man sie verfüttern kann. Aus den Samen kann zudem eine Art Gummi gewonnen werden, das in der Textilindustrie eingesetzt wird.
Das Holz der Tamarinde ist sehr hart und deshalb recht schwer zu bearbeiten. Dennoch wird es zur Fertigung von Möbeln genutzt. Bedingt durch die lange Lebensspanne der Bäume fällt allerdings wenig Holz an und da die Bäume sehr langsam wachsen, lohnt es sich auch nicht, sie als Holzlieferanten anzubauen. Die Rinde des Baums enthält Tannin und wird daher gelegentlich zum Gerben verwendet.

Inhaltsstoffe von 100 g Tamarindenfrüchte

Wasser38,7 gEiweiß2,3 g
Fett0,2 gVerfügbare Kohlenhydrate56,7 g
Energie238 kcal
/1010 kJ
Ballaststoffek.A.
Mineralstoffe: 2,1 g – v.a. Kalium 570 mg, Calcium 81 mg
Vitamine: Vitamin B1 0,3 mg, Vitamin C 3 mg
Quelle: Souci-Fachmann-Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nähwerttabellen; medpharm 6. Aufl.

Nennenswert ist zudem der Gehalt an organischen Säuren wie  Äpfel-, Bernstein-, Citronen- und Weinsäure. Aufgrund des hohen Gehaltes an diesen Säuren und des hohen Zuckergehaltes gilt die Tamarinde als gleichzeitig eine der sauersten und süßesten Früchte der Welt.

Angebot als pflanzliches Arzneimittel

Trotz der arzneilichen Wirkung als leichtes Abführmittel wurde Tamarinde bisher weder von ESCOP, HPMC oder der Kommission E monographiert.
Im Kontext der Prüfung zum Sachkundenachweis Freiverkäufliche Arzneimittel der IHK sind auch Tamarindenfrüchte relevant. Es wird nach ihrer leicht abführenden Wirkung gefragt.
Gegenanzeigen und Nebenwirkungen: Aufgrund der osmotischen Wirkung ist bei einer Überdosierung mit Durchfall zu rechnen.

Literatur

 

--> Calcium, Datteln, Kalium, Vitamin C